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Eismeister Zaugg: Reiches, glückliches Ambri – Jussi Tapola kommt

Head Coach Jussi Tapola (SCB) im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg Gotteron, am Dienstag, 30. September 2025 in der PostFinance Arena in Bern.  ...
Ex-SCB-Trainer Jussi Tapola übernimmt in Ambri.Bild: keystone
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Reiches, glückliches Ambri – Jussi Tapola kommt

Jussi Tapola und Pasi Puistola, im Oktober in Bern gefeuert, übernehmen ab sofort Ambri. Die absurdeste Trainerentlassung seit der Klubgründung 1937? Nein. Ganz im Gegenteil. Eine gute Nachricht. Denn nun wissen wir: Ambri schwimmt im Geld.
28.01.2026, 04:1828.01.2026, 04:18

Stellen wir uns vor, jemand hätte im letzten August folgende Prognose gewagt: Heinz Ehlers wird Trainer beim SCB, Jussi Tapola steht in Ambri an der Bande, weil Paolo Duca und Luca Cereda das Handtuch werfen und Christian Dubé übernimmt den EHC Biel. Der Prophet wäre mit Anfragen überhäuft worden: Wo kann man das Marihuana beziehen, das Sie geraucht haben? Es muss eine besonders starke Sorte sein.

Nun denn: So ist es. Jussi Tapola übernimmt zusammen mit Pasi Puistola per sofort Ambri bis Ende Saison. Eine entsprechende offizielle Medienmitteilung ist nach dem heroischen Punktgewinn in Fribourg (3:4 n.V) gerade noch vor Mitternacht verschickt worden.

Ambri wechselt den Trainer ohne jede sportliche Not. Seit Luca Cereda und Sportchef Paolo Duca Anfang Oktober zurückgetreten sind, führen Eric Landry und René Matte das Bandenkommando. Zuletzt mit eindrücklichem Aufwärtstrend: 4:3 n.V in Genf und 3:4 n.V in Fribourg.

Coaches Eric Landry (HCAP), left, and Rene Matte (HCAP), right, during the regular season National League game between HC Ambri Piotta and HC Ajoie at the ice stadium Gottardo Arena, Switzerland, Octo ...
Eric Landry und René Matte müssen in Ambri gehen – trotz jüngst positiven Resultaten.Bild: keystone

Es gibt weder von der sportlichen Verfassung noch von der Tabellensituation her einen Grund, die beiden Kanadier des Kommandos zu entheben. Das Play-In ist für Ambri – der Rückstand auf Platz 10 beträgt uneinholbare 12 Punkte – nicht mehr erreichbar. Ja natürlich, der Sturz ins Playout gegen Ajoie droht. Bei Lichte besehen wäre das Playout sogar ein gutes Geschäft: Mindestens zwei, vielleicht sogar vier Heimspiele gegen das ewige Schlusslicht. Selbst im Falle einer doch eher unwahrscheinlichen Pleite: Die Abstiegsgefahr wäre in einer Liga-Qualifikation gegen La Chaux-de-Fonds oder Visp (nur diese beiden Teams sind aufstiegsberechtigt) eher theoretischer Natur.

Ambris Sportabteilung, inzwischen am Telefon bereits vom aktuellen Verbands-Sportdirektor Lars Weibel (ab 1. Juni dann zu hundert Prozent Sportchef bei Ambri) mitgemanagt, wechselt gleich zwei Trainer aus und holt zwei neue bis Saisonende. Dieser Personalentscheid kostet Ambri mehr als 100'000 Franken. Denn die abgesetzten Eric Landry und René Matte müssen ja auch noch gelöhnt werden. Das ist für einen Klub, der gebetsmühlenartig bei jeder Gelegenheit über fehlende finanzielle Mittel lamentiert, eine wirtschaftlich absurde Massnahme.

Gibt es wenigstens eine sportliche Notwendigkeit? Nein. Eric Landry und René Matte haben die Kabine nicht verloren. Das haben die beiden Auswärtsspiele in Genf und Fribourg soeben gezeigt. Hätten sie mehr aus der Mannschaft herausholen müssen? Nein. Ambris Tabellenposition entspricht in dieser ausgeglichenen Liga nach Monaten der Irrungen und Wirrungen in der Leventina ziemlich exakt dem Potenzial. Ambri schreibt denn auch in der offiziellen Verabschiedung von Eric Landry und René Matte:

«Ihnen gilt ein grosser und aufrichtiger Dank für die wertvolle Arbeit der vergangenen Jahre sowie der letzten schwierigen Monate, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft.»

Zudem wird angemerkt, dass die beiden «mit Engagement, Entschlossenheit und Professionalität» ihre Arbeit verrichtet haben.

Jussi Tapola und Pasi Puistola, die in Bern die Kabine verloren haben – das ist der Ausdruck der Nordamerikaner für Trainer, die bei den Spielern keinen Rückhalt mehr haben und gefeuert worden sind – übernehmen nun die Kabine in Ambri. Sie müssen also mit mehr Engagement, Entschlossenheit und Professionalität bei der Sache sein als ihre Vorgänger. Zum ersten Mal am Donnerstag beim Derby gegen Lugano.

Was bringt dieser kurz vor Mitternacht – gerade noch rechtzeitig vor der Geisterstunde – verkündete Trainerwechsel? Wir können es mit etwas Boshaftigkeit so formulieren: Die Begeisterung über die Ankunft von Jussi Tapola und Pasi Puistola wird in Ambri nicht ganz so gross sein wie im Oktober die Begeisterung in Bern über den Abschied der beiden finnischen Bandengeneräle. Gut, dass Topskorer Chris DiDomenico, der spielerische Nonkonformist, der sich in keine taktische Schablone zwängen lässt, zu allen Lagen eine diplomatisch passende Antwort hat:

«Will see.»
PostFinance Top Scorer Christopher DiDomenico (HCAP) celebrate his goal, during the regular season National League game between HC Ambri Piotta and ZSC Lions at the ice stadium Gottardo Arena, Switzer ...
DiDomenicos Zukunft bei Ambri ist noch ungewiss.Bild: keystone

Alles in allem ist dieser Trainerwechsel eine erfreuliche Nachricht für alle, die sich Sorgen um Ambris wirtschaftliches Wohlergehen machen. Sie bedeutet nämlich: Ambri schwimmt im Geld. Niemand, der mit seinem Geld haushälterisch umgehen muss, entlässt ohne Not den Cheftrainer und den Assistenten und bezahlt zusätzlich bis Saisonende einen neuen Cheftrainer und einen neuen Assistenten. Aber Ambri kann es sich leisten. So wie es sich auch die Verlängerung um vier Jahre mit Captain Daniele Grassi leisten kann. Felice e prospero Ambri!

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Aktuelle
Note

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  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

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