Fussball
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France head coach Didier Deschamps yells during the group C match between France and Peru at the 2018 soccer World Cup in the Yekaterinburg Arena in Yekaterinburg, Russia, Thursday, June 21, 2018. (AP Photo/Natacha Pisarenko)

Didier Deschamps ist von den Plänen in Europas Fussball-Topligen nicht überzeugt. Bild: AP/AP

«Frauen dürfen nicht, das sagt alles» – Weltmeister-Trainer Deschamps kritisiert Restart



Nach der Coronavirus-Krise nimmt der Fussball in Europa langsam wieder Fahrt auf. Am 16. Mai startete mit der Bundesliga die erste der europäischen Topligen ihren Betrieb wieder und auch in England, Italien und Spanien wird der Restart geplant.

In Fussball-Europa ist die Freude bei den meisten Beteiligten gross, dass vielerorts bald wieder gespielt werden kann. Allerdings nicht bei allen: Didier Deschamps, der Nationaltrainer Frankreichs, äusserte in einem Interview mit «Le Parisien» Kritik an den Plänen der grossen Ligen.

epa06891263 France's coach Didier Deschamps (up) celebrates with his team after winning the FIFA World Cup 2018 final between France and Croatia in Moscow, Russia, 15 July 2018.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/PETER POWELL   EDITORIAL USE ONLY

Dider Deschamps wird nach dem WM-Titel 2018 gefeiert. Bild: EPA/EPA

Das Konzept der Bundesliga etwa überzeugt Deschamps nicht restlos. Er habe sich die Spiele angeschaut, so der Weltmeister-Trainer von 2018, doch vor allem etwas habe ihn gestört: «Gewisse Bilder sind extrem widersprüchlich. Ich sehe, wie die Spieler alles geben, mit Zweikämpfen und allem. Und dann sieht man auf der Tribüne Ersatzspieler mit Masken und Abstand zu den anderen.»

Das verstehe er nicht, kritisiert Deschamps: «Schliesslich sind sie am gleichen Ort und könnten gleich eingewechselt werden. Ist auf der Tribüne das Risiko etwa grösser? Das ist so inkohärent. Das mag ich nicht.»

epa08448204 Duesseldorf substitutes wearing face masks watch from stands during the German Bundesliga soccer match between Fortuna Duesseldorf and FC Schalke 04 in Duesseldorf, Germany, 27 May 2020.  EPA/MARTIN MEISSNER / POOL CONDITIONS - ATTENTION:  The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Düsseldorfs Spieler auf der Tribüne mit Maske und Social Distancing. Bild: EPA

Männer dürfen, Frauen nicht

Zudem stört es den ehemaligen Weltklasse-Mittelfeldspieler, dass es beim Restart in erster Linie nicht um Fussball-Romantik gehe, sondern ums Geld: «Bei der Wiederaufnahme im Fussball geht es natürlich vor allem um finanzielle Probleme.» Deschamps argumentiert, dass beispielsweise in Spanien und England nur die Ligen der Männer weiter durchgeführt werden können. «La Liga und die Premier League sollen weitergehen, aber die Ligen der Frauen, die viel weniger Geld einbringen, nicht. Das sagt eigentlich alles», sagt Deschamps. Dass in Frankreich hingegen auch die Ligue 1 abgesagt wurde, sei logisch und weise, so der Trainer. Dies müsse man akzeptieren.

Zudem fand Deschamps im Interview lobende Worte für seinen Nati-Schützling N'Golo Kanté. Der Chelsea-Mittelfeldspieler hat sich aus Angst vor dem Virus dazu entschieden, derzeit nicht mit der Mannschaft zu trainieren. Ein tolles Zeichen, findet Deschamps:« Ich verstehe es nicht nur, ich finde es vorbildlich. Er ist ein fröhlicher Mensch, immer mit einem Lächeln. In diesem Fall hat er seine Zweifel geäussert. Ich sage: Respekt. Und ich finde es gut, dass sein Verein das verstanden hat.» (dab)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • minsenfdezue 28.05.2020 13:30
    Highlight Highlight Die Frauenliga sollte auch in der Schweiz wieder spielen dürfen.
    Klar, es geht um weniger Geld ist dafür jedoch ebenso mit weniger komplexen Fragen verbunden.
  • Töfflifahrer 28.05.2020 13:25
    Highlight Highlight Stimme ihm zu, gleiches Recht und gleiches Risiko für alle.
  • TanookiStormtrooper 28.05.2020 12:47
    Highlight Highlight Natürlich gehts beim Fussball um Geld und die Vereine haben in Deutschland eine sehr gute Lobby. Gab es mal irgend einen Bayrischen Ministerpräsidenten, der nicht mit Schal in der Allianz-Arena neben Hoeness und Rumenigge sass?
    Sogar Angela Merkel besucht Spiele der Nationalmannschaft, könnte ich mir bei Sommaruga, Keller-Sutter oder sogar Sportministerin Amherd nur schwer vorstellen.
    • Hans Jürg 28.05.2020 15:35
      Highlight Highlight Also der Ueli Maurer (und auch all die anderen Sportminister, die gerade im Amt sind), sitzen sehr wohl bei Heimspielen auf der Tribüne, wenn die Schwiiizer Nati spiel. Und an Cupfinals sowieso.
  • Maria Cardinale Lopez 28.05.2020 12:37
    Highlight Highlight Daumen Hoch Didier Deschamps.
    Wir wollen alle wieder spielen. Nicht nur die Elite. Alle sollen wieder ihre Sportart ausführen dürfen und nicht nur einige wenige.
  • njemand 28.05.2020 12:35
    Highlight Highlight Guter Mann! Dem kaufe ich ab, dass es ihm im Fussball wirklich um Fussball geht und um nichts anderes - so wie es sich für einen Profi-Trainer gehört. Natürlich kritisiert er aus einer privilegierte Position aus, das soll die Message aber keineswegs entkräften.

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