Was die WM den Schweizer Verband kostet und warum erst jetzt etwas übrigbleibt
Zehn Millionen Dollar erhält der Schweizer Fussballverband (SFV) für die Teilnahme an der WM. Eine weitere Millionen gabs für das Erreichen der Sechzehntelfinals. Der 2:0-Sieg dort gegen Algerien hat nicht nur eine Nati-Euphorie in der Schweiz ausgelöst, sondern schenkt auch finanziell ein: Vier weitere Millionen kommen obendrauf.
Wer denkt, damit sei der SFV auf Jahre hinaus saniert, der irrt gewaltig: Erst mit dem Erreichen der 15-Millionen-Marke sichert sich der Verband überhaupt einen Gewinn. Scheidet die Nati am Dienstag gegen Kolumbien aus, dürfte gemäss Mediensprecher Adrian Arnold unter dem Strich rund eine Million übrig bleiben für Projekte im Spitzen- und Breitenfussball.
Zum Vergleich: 2022 waren in Katar die FIFA-Erfolgsprämien tiefer. Trotz Achtelfinal-Out gegen Portugal (1:6) hat der SFV drei Millionen Franken Gewinn gemacht.
WM-Abenteuer kostet den Verband zweistelligen Millionenbetrag
Vier Jahre später zahlt die FIFA massiv höhere Prämien, trotzdem muss die Schweizer erfolgreicher sein als 2022, um gleich viel zu verdienen. Dafür gibt es mehrere Gründe wie den schwachen Dollarkurs (die FIFA zahlt die Prämien in Dollar aus) oder die hohe Besteuerung der Prämien durch die US-Behörden. Den allergrössten Teil der Einnahmen gibt der Verband jedoch für die Reise- und Unterkunftskosten aus.
Der Nati-Tross besteht aus 65 Personen. Jede nächtigt im Einzelzimmer. Dazu muss der Verband in jedem Hotel weitere Räume und Aussenbereiche für die exklusive Nutzung anmieten. Ebenso Teile der Hotelküche und ein Trainingscenter mit Hightech-Ausstattung. «All inclusive» gibt es in in den USA nicht, jeder noch so kleine Wunsch kostet extra. Zusammen mit Löhnen, Erfolgszahlungen und Steuern kostet das WM-Abenteuer bis hierhin also rund 11 Millionen Franken.
Männer und Frauen mit gleichem Prämienmodell
Finanziell lukrativ wird's ab jetzt nicht nur für den Verband, sondern auch für die Spieler. Seit 2022 werden an Turnieren nicht mehr wie früher Punktgewinne oder einzelne Einsätze belohnt. Die finanzielle Beteiligung ist bei den Männern und den Frauen an den Erfolg gekoppelt.
Bei einem Gruppen-Out wären Xhaka und Co. komplett leer ausgegangen. Ein paar Tausend Franken, verglichen mit den Millionengehältern der Nati-Spieler eine Lappalie, gabs für das Erreichen der Sechzehntelfinals. Ein bisschen mehr für die Achtelfinal-Quali.
Geht's gegen Kolumbien eine Runde weiter, dürfte jeder Spieler eine mittlere fünfstellige Summe erhalten. Mit jedem Weiterkommen erhöht sich der Betrag exponentiell. Genaue Angaben macht der Verband keine. Nati-Direktor Pierluigi sagt: «Für uns vom Verband ist es viel Geld. Ob das auch für die Spieler gilt, ist eine andere Frage.» (schweizheute.ch)
