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Sexuelle Belästigung – darum verlassen heute Googler ihr Büro (auch in Zürich)



Nach dem Android-Gründer Andy Rubin ist ein weiterer hochrangiger Google-Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung aus dem Unternehmen ausgeschieden. Der Google-Mutterkonzern Alphabet teilte am Mittwoch mit, Rich DeVaul habe die Firma ohne Abfindung verlassen.

Die Gründe nannte der Konzern nicht. Die «New York Times» hatte jedoch bereits in der vergangenen Woche berichtet, DeVaul sei vor einigen Jahren gegenüber einer jungen Job-Bewerberin zudringlich geworden.

Heute Donnerstag, 1. November, protestieren Google-Mitarbeiter weltweit und verlangen von ihrem Unternehmen, anders mit Übergriffen und Diskriminierung umzugehen. Bei dem sogenannten «Walkout» verlassen die Protestieren die Büros, wie The Verge berichtet. Den Anfang machten Googler in Asien.

Auch in Zürich gingen die Googler raus:

Eine andere Ansicht:

Die Forderungen

Die Protestierenden stellen folgende Forderungen an ihr Unternehmen, wie aus diesem Instagram-Post hervorgeht:

Google Schweiz verweist auf Anfrage auf das folgende Statement des Google-Chefs:

«Gestern haben wir den Googlern mitgeteilt, dass wir über die für Donnerstag geplanten Aktivitäten informiert sind und dass die Mitarbeiter die Unterstützung erhalten, die sie brauchen, wenn sie teilnehmen wollen. Die Mitarbeiter haben konstruktive Ideen entwickelt, wie wir unsere Richtlinien und Prozesse in Zukunft verbessern können. Wir nehmen all ihr Feedback auf, damit wir diese Ideen in die Tat umsetzen können.»

Sundar Pichai, CEO, Google

Der neuste Fall 

Rich DeVaul war in leitender Funktion bei Google X tätig, einem für Forschung und Entwicklung zuständigen Unternehmenszweig. Laut früheren Medienberichten leitete er das Google X Rapid Evaluation Team, kurz «Rapid Eval» genannt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss der schlausten Köpfe, die innovative Geschäftsideen knallhart prüfen.

So wird bei Google X gearbeitet

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Video: YouTube/Peter Fisk

Die «New York Times» hatte eine ganze Reihe von Fällen mutmasslicher sexueller Drangsalierung durch Google-Angestellte enthüllt und dem Onlinegiganten vorgeworfen, solche Vorfälle unter den Teppich zu kehren.

Unternehmenschef Sundar Pichai reagierte darauf mit der Erklärung, dass Google eine «immer härtere Linie» gegen derartiges Fehlverhalten verfolge. In den vergangenen zwei Jahren wurden nach seinen Angaben insgesamt 48 Mitarbeiter wegen solcher Vorwürfe entlassen, darunter 13 leitende Angestellte. DeVaul war in diese Zahlen offenbar noch nicht eingerechnet.

Pichai beteuerte auch, dass keinem der wegen solcher Anschuldigungen ausgeschiedenen Mitarbeiter eine Abfindung gezahlt worden sei – womit er sich gegen die Darstellung der Zeitung wandte.

Goldene Fallschirme

Für besonderes Aufsehen sorgte der Fall von Andy Rubin, dem Schöpfer des Smartphone-Betriebssystems Android. Er hatte Google 2014 verlassen – laut «New York Times» wegen sexuellen Fehlverhaltens. Das Blatt berichtete, das Unternehmen habe für Rubin ein Abfindungspaket im Wert von 90 Millionen Dollar geschnürt.

Auch der frühere Google-Vizedirektor Amit Singhal soll eine millionenschwere Abgangsentschädigung erhalten haben. Der Manager war nach Berichten über angebliches sexuelles Fehlverhalten als Leiter des Google-Suche-Teams ausgeschieden.

(dsc/sda/afp)

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