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Analsex zieht immer. Katzen übrigens auch. Haben Katzen eigentlich auch Analsex?    Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Hallo Frau Freitag, ich hätte sie gerne gefragt, wie ich es am besten anstellen kann, ein Blog zu veröffentlichen und wie ich damit Einkommen verdienen kann?

Können Sie mir da evtl. behilflich sein? Liebe Grüsse und Besten Dank, Tina, 50 



Liebe Tina  

Aber gern! Ich werde Ihnen kurz erklären, wie alles geht! Obwohl – so kurz geht das nun auch wieder nicht. So ein Blog lässt sich zwar easy erstellen, man kann sich da im Internet einfach schlau machen, aber das scheint Ihnen vermutlich etwas aufwendig zu sein. Darum wäre es vielleicht einfacher für Sie, wenn ich es kurz für Sie mache. Ist ja keine Sache. Und ich werde Ihnen auch gleich ein paar kleine Konzepte schreiben, worüber Sie schreiben könnten. Ist ja keine Sache. Und dann werden Sie damit reich, so wie ich. Ist ja keine Sache. Aber klar doch, warum sich selber anstrengen, wenn man in einer kurzen Frage alles klären kann. Ist ja keine Sache. Und dann werde ich Ihnen auch ein Ferienhaus am Brienzersee suchen und ein kleines nettes Boot, dass sie davor vertauen können. Ist ja keine Sache.

Nein, ernsthaft Tina. Ich ärgere mich etwas über Ihre Frage. Und zwar überhaupt nicht, weil sie das Bloggen an sich betrifft. Ich ärgere mich immer, wenn Menschen sich als erstes und einziges fürs Geld interessieren. Und wenn sie zu faul sind, den eigenen Kopf zu gebrauchen. Natürlich weiss ich auch, dass wir alle für Geld arbeiten und ich bin da diesbezüglich sehr konsequent. Aber gleichzeitig finde ich es daneben, wenn man aus diesem Grund einen Blog startet. 

Vor ein paar Monaten sass ich neben sehr erfolgreichen Bloggern auf einem Podium vor jungen Journalisten, die uns allesamt irgendwie naserümpfend begegnet sind (weil wir eben nur Blogger sind), die aber selber noch nie einen Franken mit ihrem Schreiben verdient haben (weil sie arbeitslose Journalisten sind). Das Thema des Podiums war das Bloggen und die einzige Frage, die uns gestellt wurde, war: «Mit welchem Thema kann man einen gut bezahlten Blog starten.» Meine Antwort war: «Versucht es doch mal mit Analsex, so was zieht immer.» Und das würde ich auch Ihnen raten: «Versuchen Sie es mal mit Analsex, so was zieht immer.» Wer kein Thema hat, für das er total brennt, wird keine 3 Wochen durchhalten.

Es gibt 5,29 Quadrillionenterzillionen Blogs im Internet. Auf Ihren wartet niemand. So wie auf meinen auch niemand gewartet hat. Dass er heute so erfolgreich ist, hat damit zu tun, dass ich 2 Jahre lang tagtäglich mit verdammt viel Herzblut und Passion dafür gearbeitet habe. Ohne einen Franken Lohn. Ich habe bewiesen, was ich kann und damit meine Leser gefunden. Wenn man dafür nicht breit ist, dann geht man besser servieren. (Nichts gegen das Servieren, im Fall!)

Blogger sind unbeliebt, weil sie den etablierten Journalisten Konkurrenz machen. Blogger sind unbeliebt, weil sie keinen doofen Chef vor sich haben und tun und lassen können, was sie wollen und dadurch viel mutiger acten, als um ihre Stelle zitternde Journis. Blogger sind unbeliebt, weil sich viele für ein bisschen Fame vor jeden noch so peinlichen PR-Karren spannen lassen und damit den Markt kaputtmachen. (Ich gehöre nicht dazu, weil ich, wie bereits erwähnt, konsequent Honorare verrechne, da ich mit Fame meine Miete nicht bezahlen kann). Und wenn man in der aktuellen Annabelle liest, worüber Moderedakteurinnen sich an Fashionshows am meisten ärgern, dann sind das Bloggerinnen, die sich vor den Shows in Szene setzen und Bloggerinnen, die fürs beste Bild den Verkehr blockieren. Und genau dort liegt der Hund begraben: Blogger haben den Journalisten längst den Rang abgelaufen und werden dafür gehasst. Sie legen in der Regel mehr Leidenschaft in ihre Sache und kriegen spannendere Cooperationen angeboten. Doch davor liegt in praktisch jedem Falle jahrelange unentgeltliche Arbeit.

Und für die muss man zu tun bereit sein. Das ist kein Sprint, das ist ein unbezahlter Langstreckenmarathon. Den muss man durchbeissen können. Und das ist verdammt anspruchsvoll, liebe Tina. Da braucht man als Motivator eine Herzensangelegenheit. Haben Sie die?

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi. 

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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