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Madame Energie: «Zieh was an, dann können wir die Heizung runterdrehen!»

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bild: shutterstock / watson
Madame Energie

«Zieh was an, dann können wir die Heizung runterdrehen!»

Energietechnisch richtig ideal in Sachen Heizen und Lüften läuft das bei mir nicht, sagt der Experte. Vor allem die ständig gekippten Fenster in fast allen Räumen sind ihm ein Dorn im Auge. Schaffen es die Teenager und ich, uns an seine Empfehlungen zu halten?
16.11.2022, 09:33
Sandra Casalini
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Aber fangen wir mal mit dem in meinen Augen einfacheren Thema an. Heizen. 20 Grad im Wohnzimmer, sagt der Experte. Ich bin eh die Einzige, die sich länger hier aufhält, im Homeoffice ziehe ich bei Bedarf einen Pulli und Socken an, beim Fernsehen liegt eine Decke bereit. Check. 23 Grad im Bad. Vom warmen Wasserstrahl zum kuscheligen Handtuch reicht eine Armlänge, da erfriert man nicht zwischendurch. Check. 17 Grad in Schlafräumen. In meinem Schlafzimmer bin ich eh nur zum Schlafen, ich nenne zwei Decken und gefühlte zwölf Kissen mein Eigen, also null Problem. Check.

Energiesparen beim Heizen: bis zu zehn Prozent pro Grad

Nun aber zu den heiz technischen Problemzonen in meinem Haus: den natürlichen Lebensräumen meiner hauseigenen Pubertiere. Wenn sie daheim sind, halten sie sich nur zum Essen in einem anderen Zimmer auf. Angesichts dieser Tatsache beschliesse ich, dass ihre Schlafzimmer als Wohnzimmer zu werten sind. Also 20 Grad. Laut Thermometer herrschen im Zimmer von Pubertier 1 21 Grad. «Kann ich etwas runterdrehen?» Meine Tochter zuckt gleichgültig die Schultern. Der Schlag von Pubertier 2 kommt auf satte 25 Grad. Und mein Sohn fläzt sich nur mit Shorts bekleidet auf dem Bett. «Ich drehe deine Heizung etwas runter, okay?» – «Spinnsch? Ich bin erst grad heimgekommen, und wurde auf dem Mofa total verschifft. Ich hab kalt, Alter.» – «Du liegst hier halb nackt herum. Zieh was an, dann können wir die Heizung runterdrehen. Das spart sechs bis zehn Prozent Energie pro Grad, sagt der Experte.» – «Welcher Experte?» – «Ist doch egal. Ein Experte ist immer einer, der Ahnung hat.» Seufzend steigt er in eine Trainerhose, während ich seine Heizung runterdrehe.

Nun zum Fall der gekippten Fenster. Geht gar nicht, findet der Experte. Wer mit schräg gestellten Fenstern lüftet, lässt viel zu viel Wärme ins Freie entweichen. Viel besser: Dreimal täglich alle Fenster fünf bis zehn Minuten vollständig öffnen. Okay. Problem Nummer eins: Wir wohnen ebenerdig. Und wir haben eine sehr neugierige Nachbarskatze. Was tagsüber nicht so ein Problem ist. Aber wenn ich abends die Fenster ganz öffne, muss ich vor dem Schlafengehen alles kontrollieren, um zu schauen, dass ich diese Katze nicht eingesperrt habe. Und schon mehr als einmal hat sie mitten in der Nacht an meiner Schlafzimmertür gekratzt, weil sie trotz grösster Vorsicht doch irgendwie da war. Ich hab mich schon mehrmals gefragt, ob sie beamen kann …

Katze hin oder her, in Küche, Wohnzimmer und meinem Schlafzimmer ist ab sofort dreimal pro Tag zehn Minuten stosslüften angesagt, im Bad jedesmal, nachdem jemand geduscht hat. Dass die Teenies da selbst dran denken, ist etwas viel verlangt – sie haben ja so schon sooooo viele Dinge im Kopf – also spurte ich ins Bad, gleich nachdem eins von ihnen geduscht hat.

Kaninchen und Deo vs. geschlossene Fenster

Problem Nummer zwei: die Teeniezimmer. Beide Kids haben ihre Fenster ständig gekippt. Ich frage bei Teenager 1 mal vorsichtig nach, ob es dreimal pro Tag richtig lüften und ansonsten die Fenster schliessen könnte, statt sie schräg zu stellen. «Ja, aber die Kaninchen … », sagt das Kind. «Da gibts nur zwei Möglichkeiten: Du mistest zusätzlich oder wir quartieren sie aus, in den Keller.» (Als ob ich das zulassen würde, aber das muss meine Tochter ja nicht wissen.) Maulend schliesst sie das Fenster. Als ich sie am nächsten Morgen wecke, ist es bereits wieder schräg gestellt. «Ich dachte in der Nacht, ich ersticke», sagt sie entschuldigend. Teenie 2 weigert sich indes schlicht, das Fenster zu schliessen. Und ganz ehrlich, ich kanns ihm nicht verübeln. Zumal mein Sohn eine Vorliebe für Deos und Parfüms entwickelt hat, die er in seinem Zimmer aufträgt. Und es mit der Dosierung noch etwas hapert. Dafür hat er tatsächlich die Heizung nicht wieder aufgedreht.

Fazit

Wir arbeiten dran. Das mit dem Heizen klappt ganz gut (auch wenn die eine oder der andere Teenager die Heizung immer wieder mal hochdreht), ich selbst habe mir inzwischen das Stosslüften angewöhnt. Die Pubertiere halten ihre Fenster immer noch gekippt, wenn sie daheim sind. Sobald sie das Haus verlassen haben, reisse ich ihre Fenster auf, lüfte durch und schliesse sie dann. Das heisst, sie sind dann meist einfach in der Nacht schräg gestellt. Aber ich hoffe darauf, dass sich das noch ändert, wenns dann mal richtig kalt wird.

Über die Autorin:

Sandra Casalini ist Journalistin, Kolumnistin und Bloggerin, und schreibt am liebsten mitten aus dem Leben. In der Schweizer Illustrierten erzählt sie regelmässig aus ihrem Alltag als Mutter von zwei Teenagern, auf Watson bloggt sie über alles, was mit Gesundheit zu tun hat. Dem Thema Energie nimmt sie sich auf die gleiche Art und Weise an wie den beiden anderen Themen: nicht als Expertin, sondern als normale Frau, die immer wieder damit in Berührung kommt. Aber immer mit Humor und auch mal mit einer Prise Ironie.
Sandra Casalini, bei sich zu Hause in Thalwil, am 04.12.2018, Foto Lucian Hunziker
bild: lucia hunziker
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71 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kiakira
16.11.2022 10:42registriert Oktober 2015
Was der "Experte" hier predigt, ist eigentlich seit Jahrzehnten bekannt, also ich bin so aufgewachsen und handhabe das schon immer so. Verrückte Zeiten...
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Jaeline
16.11.2022 11:25registriert April 2016
Die Katze: gekippte Fenster sind eine Todesfalle für Katzen.
Wenn sie also gerne reinkommt unbedingt nicht kippen!!
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Jänusodenn
16.11.2022 18:52registriert Dezember 2019
Ich, Jg 80, bin in einem Haus ohne Zentralheizung aufgewachsen. Holzofen und Kunst mit Tibaherd für Wohnzimmer und Küche, unser Lebensraum. Mein Zimmer hatte im Winter meist zwischen 5-10 Grad, aber ich habe nie wieder so gut geschlafen wie damals, Bettflasche lässt grüssen😉. Nur das Aufstehen war manchmal etwas unangenehm. Im Bad hatten wir einen kleinen Heizlüfter, der es mit Glück auf 12 Grad geschafft hat. 100 Liter Boiler für 4 Personen, also kein langes Duschen...
Wir sollten uns auch immer wieder bewusst sein, welchen Luxus wir haben. Es hat mich schon früh Sparsamkeit gelehrt.
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