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Emma Amour: «Livin' la Vida Loca» mit – not sorry – ihr wisst schon wem

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Bild: Shutterstock
Emma Amour

«Livin' la Vida Loca» mit – not sorry – ihr wisst schon wem

Nachdem mich neulich ein Knoten in der Brust völlig aus der Bahn geworfen hat, räume ich mein Leben auf. Also so halb. Lukas ist raus. Sandro, nun, nicht.
25.09.2026, 10:0825.09.2026, 10:08

Ich hab Schluss gemacht. Mit Lukas. Dass ihr mir vor vier Wochen quasi kollektiv dazu geraten habt, hat geholfen.

Auch der Knoten in meiner Brust neulich hat mir die Augen geöffnet. Für mich. Das Leben.

Und Suff-SMS-Sandro.

Nachdem mir der Gynäkologe versichert hat, dass die Zyste in meiner Brust harmlos ist, will ich nicht die ganze Welt umarmen.

Ich will nur Sandro umarmen.

Und weil das eine Ausnahmesituation ist, mache ich genau das.

Das und Sex mit Sandro.

Aber von Anfang an.

Und dann geht er mir einfach nicht an die Wäsche. Dafür hat er eine Zahnbürste gekauft.

Da stehe ich nun. Kurz nach 19 Uhr vor seiner Haustüre. Den Briefkasten hat er immer noch nicht flicken lassen. Seit Jahren ist er kaputt. Die Post kann er nur mit einem Ast rausholen.

Ich lächle.

Und hab Herzklopfen.

Soll ich klingeln?

Soll ich gehen?

«Should I Stay or should I go … Tra la la la la …» …

Ich staye natürlich.

Und klingle.

Und bereue es just in der gleichen Sekunde.

Sandro öffnet.

Wie immer fragt er nicht, wer da ist. Gegensprechanlagen zerstören den Überraschungseffekt, findet er.

«Ems!?», sagt er fragend. Er hat mich noch gar nicht gesehen. Er erkennt mich an meinem Gang.

«Da ist ein Knoten in meiner Brust. Er ist nicht schlimm. Schlimm ist, was es mit meiner Seele gemacht hat.»

Sandro hält die Türe weit auf.

Wir setzen uns auf den Boden und lehnen uns an die Türe.

«Erzähl», sagt er.

Ich erzähle und weine. Dann sage ich, dass das Ganze irgendwie was Schönes hat. Dass er der Mensch Nummer 1 ist, von dem ich nach diesem Tag umarmt werden will.

Er nimmt meine Hand und zieht mich hoch. Dann umarmt er mich. Bei mir passiert alles. Schmetterlinge. Sicherheit. Unsicherheit. Aufregung. Homecoming. Lust. Last.

«Magst du hier bleiben oder wollen wir ans Wasser?»

Ans Wasser, sage ich.

Am Wasser ist unser Bänkli. Es befindet sich in der Nähe des Dynamos in einem Park.

Auf dem Weg kaufen wir Chips und Bier und Minipic und Bürli.

Mit dem gesunden Life fange ich morgen an.

Mit der Vernunft auch.

Heute will ich im Gras liegen und über die Formen der Wolken sinnieren.

Ich erkenne einen Drachen. Sandro sieht ein Krokodil.

Ich sehe Fuchur. Er nichts.

Ist zu wenig bekifft.

Er kifft seit vier Wochen und drei Tagen nicht mehr.

Er raucht auch nur noch fünf Zigis am Tag.

Alles ist ein bisschen komisch. Die Vertrautheit ist da. Und doch ist da Distanz.

Logisch. Wir sind ja auch schon eine gute Weile nicht mehr zusammen.

Wir haben nicht mal Sex.

Ich weiss nicht, wann wir das letzte Mal nicht zusammen waren und keinen Sex hatten.

Wir liegen im Gras. Nebeneinander. Seine Hände liegen verschränkt auf seiner Brust.

Ich stecke ihm meinen Zeigfinger in sein Ohr.

«Wow, Ems, das ist so schlecht, dass es schon wieder herzig ist.»

Ich hasse herzig.

Fuck you, sage ich. Und lege mich auf seine Brust. Er legt seinen Arm um mich.

«Ems, wie geht's dir ohne uns?»

Bombe, sage ich. Und lache.

«Nein, komm, sag», sagt er.

Ich will nicht reden, Sandro.

Können wir jetzt grad einfach sein? Im Hier und Jetzt?

«Ja», sagt er. «Gut möglich, dass ich dich morgen dafür hasse. Dich und mich.»

Dann küsst er mich.

Und während er mich küsst, frage ich mich, wie es sein kann, dass seine Küsse immer und auch nach gefühlt tausend Jahren so gut sind. Und so schön. Und so echt.

Ich will in seine Hose.

Er sagt «wart» und küsst mich weiter.

Er küsst und küsst. Meine Hosen lässt er an. Seine Hände greifen nicht mal unter mein Shirt.

Dann essen wir Minipic, Bürli und Chips.

Die Distanz haben wir weggeknutscht.

Wir gehen zu ihm.

Er will den Sex rauszögern.

Ich nicht.

Ich gewinne.

(War nicht so schwer.)

Der Sex ist schön, weil da nicht nur Körper, sondern Seele und Herz drin sind.

Ich soll bleiben, sagt Sandro.

Hab keine Zahnbürste mehr hier, sage ich.

Er holt eine Neue raus. Hinten klebt ein kleines Post-it. «Für Ems.» Unter dem Post-it hat er die Quittung angeklebt.

Er hat die Bürste Mitte Juli gekauft.

«Ich soll das Post-it umdrehen», sagt er.

«Mein Bauchgefühl tippt auf eine Übergabe vor Weihnachten '26. Mein Herz hofft auf viel früher.»

Nuff said, Leute.

Nuff said.

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bild: watson
Emma Amour ist ...
... mittlerweile etwas über 40 Jahre alt und wieder Single! Nach tausend Jahren des Hin und Hers hatte sie es tatsächlich geschafft, eine Beziehung mit Suff-SMS-Sandro einzugehen. Nun ist diese zu Ende und Emma wieder back im Single-Game! In diesem Blog nimmt euch Emma mit in ihr Liebes- und Sexleben und plaudert alles, wirklich alles, aus. Also lehnt euch zurück und geniesst die etwas *erwachsenere Emma!

*Joke, Leute!
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