
Brombeeren bahnen sich ihren Weg.Bild: Shutterstock
Gärtner Graf
Neophyten sind Pflanzen, die seit 1492 bei uns eingeführt wurden. Die meisten sind unproblematisch, doch einige werden invasiv, breiten sich stark aus und verdrängen einheimische Arten. Wie sollen wir damit umgehen?
13.06.2026, 10:1113.06.2026, 10:11
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Pro und Contra:
Viele Neophyten sind essbar und als Nutzpflanzen (z. B. Kartoffeln, Tomaten) aus unseren Gärten nicht wegzudenken. Durch fremdländische Pflanzen wird die Pflanzenvielfalt grösser. Sie benötigen oft weniger Pflege und sind resistenter gegenüber Schädlingen, Krankheiten oder Trockenheit. Viele dieser Pflanzen sind für Bienen und Schmetterlinge eine wertvolle Nektarquelle und sorgen mit ihrer langen Blütezeit für eine höhere Insektenpopulation. Zudem bereichern Pflanzen aus aller Welt unsere Gärten und erhöhen die Ästhetik. Sie sind zu einem schützenswerten Kulturgut geworden, das es zu erhalten gilt.
Invasive fremdländische Arten (z. B. Armenische Brombeere) breiten sich rasend schnell aus, überwuchern Lebensräume und verdrängen einheimische Arten. Dadurch sinkt die Biodiversität. Zudem gibt es Neophyten, die für den Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen, weil sie giftig sind oder zu Hautreizungen führen (z. B. Riesen-Bärenklau). Es besteht das Risiko, dass sich gebietsfremde Pflanzen aufgrund der Klimaveränderung stark ausbreiten und ihre Bekämpfung hohe Kosten verursacht.
Fazit:
Ich sehe es als unsere Aufgabe, Neophyten in Schach zu halten. Doch auch einheimische Pflanzenarten können überhandnehmen und die Biodiversität gefährden – denken wir nur an die Verwaldung in den Alpen. Fremdländische Pflanzen können die Artenvielfalt erhöhen, da sie neue Farben, Formen und Texturen einbringen, die einen Garten ästhetisch aufwerten. Zudem haben viele Neophyten einen praktischen Nutzen, etwa als Gewürz- oder Obstpflanzen. Doch wie das Brombeer-Beispiel zeigt, können auch diese zu Problempflanzen werden.
Weil Neophyten an unterschiedliche klimatische Bedingungen angepasst sind, können sie Nischen im Ökosystem nutzen und in Gärten gedeihen, in denen einheimische Pflanzen Schwierigkeiten hätten – das kann im Hinblick auf den Klimawandel von Vorteil sein.
Dennoch müssen wir die potenziellen Risiken – wie das invasive Verhalten einiger Neophyten – berücksichtigen und entsprechende Vorsichtsmassnahmen treffen (z. B. Rückschnitt, um ein Versamen zu verhindern). Ein Verkaufsverbot reicht meiner Meinung nach nicht aus; es sollte auch eine Bekämpfungspflicht geben. Solche aufwändigen Massnahmen können jedoch immer nur bei wenigen Pflanzenarten gleichzeitig erfolgreich umgesetzt werden.
Gärtner Graf
Beat Graf begann seinen beruflichen Werdegang vor 39 Jahren mit
einer Lehre zum Baumschulisten. Nach einer umfassenden Aus-
und Weiterbildung folgten viele weitere Jahre als Besitzer
einer Staudengärtnerei. Mit 51 Jahren verkaufte er den Betrieb
und gründete 2022 die GÄRTNER GRAF AG. Hier geht es zum
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