Marderschäden am Auto: So schützt du dein Fahrzeug
Marder nutzen den Motorraum nicht nur als Unterschlupf, sondern hinterlassen dort auch ihre Duftmarken. Diese können andere Marder anlocken. Treffen die Tiere auf den Geruch eines Rivalen, kann dies ihr Revierverhalten auslösen – und damit steigt das Risiko von Beissschäden.
Besonders gefährdet sind weiche und gummihaltige Bauteile. Dazu gehören beispielsweise Kühlwasser- und andere Schläuche, Zündkabel, elektrische Leitungen sowie Dämm- und Isolationsmaterial. Ein kleiner Biss kann dabei grosse Folgen haben. Wird beispielsweise ein Schlauch beschädigt oder eine elektrische Leitung durchtrennt, kann neben dem eigentlichen Marderschaden ein kostspieliger Folgeschaden entstehen. Reparaturen können schnell mehrere hundert Franken kosten und je nach betroffenem Bauteil auch deutlich über 1'000 Franken liegen.
So lässt sich das Risiko reduzieren
Verschiedene Massnahmen können helfen, Marder vom Fahrzeug fernzuhalten. Im Handel sind beispielsweise Marder-Abwehrsprays und andere Geruchsmittel erhältlich. Ihre Wirkung kann jedoch mit der Zeit nachlassen, weshalb sie regelmässig erneuert werden müssen.
Eine weitere Möglichkeit sind Ultraschallgeräte, die im Motorraum installiert werden und für Menschen nicht oder kaum hörbare Töne erzeugen. Daneben gibt es Systeme mit Kontaktplatten, die bei Berührung einen ungefährlichen elektrischen Impuls abgeben.
Was tun bei Verdacht auf einen Marderschaden?
Vermutest du bereits einen Marder im Motorraum oder hast einen Schaden festgestellt, kann eine professionelle Motorraumreinigung sinnvoll sein. Dies hilft, vorhandene Duftmarken zu entfernen, die andere Tiere anlocken oder deren Revierverhalten auslösen können.
Wer Bissspuren, beschädigte Kabel oder Schläuche, herausgerissenes Dämmmaterial oder andere verdächtige Spuren entdeckt, sollte das Fahrzeug kontrollieren lassen. Bei Warnmeldungen, ungewöhnlichen Motorgeräuschen oder austretender Flüssigkeit empfiehlt es sich, nicht einfach weiterzufahren.
Versicherung abklären
Marderschäden am eigenen Fahrzeug sind in der Regel nicht über die obligatorische Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung gedeckt. Je nach Versicherer und Police können Schäden durch Tierbisse hingegen über eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung versichert sein.
Wichtig ist insbesondere der Unterschied zwischen dem unmittelbaren Schaden und einem Folgeschaden. Während beispielsweise ein durchgebissener Schlauch versichert sein kann, gelten für daraus entstehende Schäden am Motor je nach Versicherung unterschiedliche Bedingungen, Deckungsgrenzen oder Selbstbehalte.
Es lohnt sich deshalb, die eigene Police beziehungsweise die Allgemeinen Versicherungsbedingungen zu prüfen. Nach einem festgestellten Marderschaden sollte zudem vor einer umfangreichen Reparatur mit der Versicherung geklärt werden, welche Kosten übernommen werden.
