Blogs
Yonnihof

Wer das liest, ist doof!

Wer das liest, ist doof!

Mimimichelle.Bild: shutterstock
Yonnihof
Ein kleines helvetisches Trigger-Lexikon.
27.02.2017, 14:0027.02.2017, 14:30
Yonnihof Yonni Meyer

Im Moment hört man mehr Mimimi über Mimimi als Mimimi selbst.  

Will heissen, dass es fast mehr Artikel gibt, die drüber heulen, dass alle anderen heulen, als dass alle andern tatsächlich heulen würden.  

Aber es stimmt schon: Man fühlt sich heute relativ schnell angegriffen und die unbegrenzten Möglichkeiten des World Wide Web erlauben uns in der Konsequenz, dies auch zu kommunizieren. Ich könnte nun darüber schreiben, dass ich mir wünschte, dass Menschen aufhören würden, andere zum Spass oder gar ernsthaft und absichtlich zu verletzen. Werde ich aber nicht. Ich könnte auch Hypothesen darüber aufstellen, warum sie das tun, könnte sie als erbärmlich oder frustriert bezeichnen. Will ich aber nicht. Weil ich das ja nicht wissen kann. Und auch nicht wissen will, wenn ich ehrlich bin.  

Denn dies soll kein «Mimimi»-Artikel und auch kein «Mimimi über Mimimi»-Artikel sein, sondern ein «Stop giving a f***»-Artikel.

Tatsache ist nämlich: Es ist heute furchtbar einfach, grosse Massen von Menschen auf die Palme zu bringen und sich an deren Enervierung zu erfreuen. Und dabei Popcorn zu essen.  

Sehen Sie, diese Trigger-Geschichte: Sie funktioniert halt einfach so wunderbar. Auch bei mir. Immer wieder. Und das nervt mich (Mimimi). Aber es ist halt so herrlich simpel: Wer Aufruhr will, kann sich auf einige wenige Themen stützen, die super-zuverlässig das Blut der Lesenden zum Kochen bringen. Aufmerksamkeit garantiert. High 5!  

Dass sowas gemacht wird, lässt sich nicht ändern. Wir können nur entscheiden, ob wir uns drauf einlassen – in der Hoffnung, dass etwas Konstruktives dabei rauskommt, was selten bis nie der Fall ist. Oder wir (versuchen zu) lernen, dass wir auch dann ruhig schlafen können, wenn jemand im Internet in unseren Augen Unrecht hat. Dann müssten vielleicht auch keine Kommentarfunktionen mehr abgeschafft werden, weil wir nicht bereits uuuuhueren hässig sind, wenn wir den ersten Buchstaben schreiben. Wer weiss.

Als kleines Anti-Trigger-Training habe ich hier ein paar Themen gesammelt. Helvetische Supertrigger, sozusagen:      

Mütter sollen bei Stosszeiten mit ihren Kinderwagen dem ÖV fernbleiben (bitte beachten, dass Väter hier nicht erwähnt sind – Triggeralarm!)

Grosse Brüste sind super!

Kleine Brüste sind super!

Über die Grösse von Brüste zu schreiben ist sexistisch!

Neonazis sind SVP-Nachwuchs

Männer wissen nicht, wie man Frauen zum Orgasmus bringt

Veganer sind alle militant und missionarisch

Kinderlose wissen nicht, was Liebe ist

Schawinski

KESB!

Big is Beautiful!

Frauen sollen mal nicht so hysterisch tun wegen dieser ganzen Gleichstellungs-Geschichte

IMPFEN TÖTET!

Linke Chaoten sind SP-Nachwuchs

ARENA

Andreas Thiel! Oder Glarner! Egal, Hauptsache Andreas!

Fleischfresser sind MÖRDER

Raucher gehören ausgeschafft!

Trump ist der neue Hitler

Alle Rechten sind im Grunde genommen Nazis

Big isn’t Beautiful!

Die Schweizer Armee ist überflüssig

SOM-MA-RU-GA!

Jede/r sollte eine Waffe zuhause haben

Zürich ist die schönste Stadt der Schweiz

Alle SVP-Wähler sind dumm

Fühlen Sie sich frei, die Liste zu erweitern. Und über die wunderbaren Themen zu diskutieren. Mein Popcorn steht bereit.

P.S. Fast vergessen: BILLAG, BILLAG, BILLAG! BILLAG, BILLAG, BILLAG! BILLAG, BILLAG, BILLAG! BILLAG, BILLAG, BILLAG! BILLAG, BILLAG, BILLAG!

Yonni Meyer
Yonni Meyer (35) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 

Pony M. auf Facebook

Yonni Meyer online

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Xpeng P7+: In der Liga der Grossen
Über fünf Meter lang, vollgepackt mit Technik und in der Lage, 70 % der Batteriekapazität in 12 Minuten zu laden: Dem Xpeng P7+ mangelt es nicht an Argumenten. Vor allem aber dringt diese grosse chinesische Limousine in ein Segment vor, das bislang weitgehend von deutschen Premiummarken beherrscht wurde. Und sie tut dies mit einer besonders schlagkräftigen Waffe: ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Bislang haben die chinesischen Hersteller vor allem versucht, mit Elektro-SUVs zu überzeugen. Mit dem P7+ schlägt Xpeng nun einen neuen Weg ein. Die grosse Limousine misst 5,07 Meter in der Länge, 1,93 Meter in der Breite und verfügt über einen Radstand von 3 Metern. Damit tritt sie direkt gegen Audi A6 e-tron, BMW i5 und Mercedes EQE an.
Zur Story