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Yonnihof

Innerer Dialog – 
heute: Ausgang

Bild: shutterstock

Drama in einem Akt.



Hirn: Also hört mal alle zu! Dieses Mal wird alles ganz anders. Nur schnell ein Drink, dann husch-husch nach Hause, brav abschminken, Zähne putzen, schlafen. Morgen dann Haushalt. Isch guet?

Alle andern: AYE AYE, CAPTAIN!

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Zeitsprung zu halb drei Uhr morgens.
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Hirn: OKAY! Was genau an meinem Plan war nicht verständlich??  

Leber: Was fü'n Plan?? Ich bin glausss ufm WCs gsi det, haha. Jetss mal im Ärnsch: Hierbas isch so uhuuuuuuuuerefein. Chasch säge was'd wotsch. 

Geschlechtsteile: Hierbas ist Liebe, Hierbas ist Leben. Hierbas hat mir gezeigt, dass das mit dem Zölibat, das ich mir letztes Wochenende geschworen habe, doch keine so gute Idee ist. Ich mein: Schau dich hier mal um! Alle Männer hier sind sooooo schööööön! Und sexualgeil.

Hirn (sich umschauend): Definier «schön»!

Herz: Ich finde, wir sollten unsere Seele fliegen und unser inneres Tier rauslassen. Mit Tanzen.

Hirn: Wenn sich's nicht verhindern lässt. Aber wenn schon Tanzen, dann wenigstens mit Stil und ein bisschen sexy ...

Arme und Beine: Everybody was KUNG-FU FIGHTIIING! MI-MI-MI-MI-MI-MIMI-MIMI-MIIIIIIIP...   

Geschlechtsteile: Hat der unverschämt gut aussehende Typ gerade «Gefässchirurg» oder «Gesässfrisur» gesagt? Egaaaaaaaal! Knutschen, Knutschen!  

Hirn: Reisst euch mal bitz zusammen, da unten. Wir wissen doch alle, worauf das hinausläuft: Entweder muss ich mir eine blöde Ausrede einfallen lassen, warum wir doch nicht wie versprochen nächste Woche seine Eltern kennenlernen wollen oder das dumme Herz verknallt sich und dann hocken wir erst so richtig in der Scheisse.  

Herz: Hihihi, «das dumme Herz verknallt sich ...» Moment! Meinst du mich?? Das ist nicht ganz fair, ich habe mich noch nie so schnell ... Okay. Das eine Mal vielleicht. Und dann noch damals in Lloret del Mar – aber hey, das waren Ferien. Ja, und vielleicht nochmal Ende Juni, aber da war ich verletzlich, weil die sechste «Game of Thrones»-Staffel grad vorbei war ...

Hirn (nachäffend): «Dümüls wür üch verlützlüch.» Sei doch jetzt einfach mal still!

Herz: Du hast mir gar nichts zu sagen, ich bin frei, ich bin unabhängig, ich ...

Magen (unterbricht): Siiiiiie, mir isch nöd so wohl.

Hirn: YO! Können wir mal ein bisschen bremsen jetzt? Leber, das ist dein Zuständigkeitsbereich.

Leber: ¡Dale a tu cuerpo alegría, Macarena. EEEEEEH MACARENA, AY!

Herz: OH. MEIN. GOTT. Ich habe eine MEGA gute Idee! Sinder parat? Okay, losed zue: KEBAB! Mit allem. Eimal di komplett Nahrigschetti. Sone gueti Idee!

Halszäpfli: Also wenn ich mich hier mal einbringen dürfte, schliesslich bin ich derjenige, der alles, was jetzt noch reinkommt, ein zweites Mal anschauen muss und ...

Leber (unterbricht): Yo Halssäpfliiiiiii. Ich han mal e mega wichtigi ewolutzionärischi Frag: Sind dini Eltere eich Stalaktite?

Herz & Geschlechtsteile: Hahahahaha, «Titte». Ich verreck.

Hirn: Ich kann nicht fassen, dass ich mit euch Idioten in einem Körper gefangen bin. 

Arme: Irgendwie hatten wir doch grade noch ein iPhone in der Hand, aber dann kam die Leber mit «Macarena» und wir mussten mittanzen und jetzt ist's irgendwie weg. Haha. Ups.

Hirn: WAS? Wo habt ihr's hingelegt?

Arme: Böh? Du bist das Hirn, sag du's uns.

Hirn: Ich chum Vögel über.

Leber, Herz & Geschlechtsteile: Hahahaha, «Vögle». Ich verreck.

Herz: Okay. Okay. Nochmal eine brillante Idee: Ich sollte meinem Ex schreiben. «Liebr Tubl. Ich bin mega glücklihc ohni dich und shclafe mit allne!!! Aber ich vermis dich. Gömmr zu mir? Nei Scherz. (ich meins ernhcst!! Chum tsu mir!!)» 

Arme: Wir haben gar kein iPhoooone!

Hirn: Gottlob!

Magen: Siiiiie, ich wott hei.

Hirn: Wem seisch das? Beine? Können wir?

Beine: Wart schnell, ich mache gerade den Moonwalk, den konnte ich noch nie so gut wie jetzt...

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Zeitsprung zu 14.47 Uhr
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Alle sterben vor sich hin.

Herz: Also aufs Hirn hören wir nie wieder, wenns mal wieder ums Verrecken einen trinken gehen will...

Kung-Fu Fighting (wichtig!)

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Video: YouTube/netter11

Yonnihof Yonni Meyer

Yonni Meyer

Yonni Meyer (34) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 
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