3 Schweizer Geheimtipps, die noch keiner kennt 🤫
Seerücken
Das stille Hügelland zwischen Bodensee und Thur
Thurgauerinnen und Thurgauer wissen es längst, der Rest der Schweiz noch nicht: Zwischen Bodensee und Thur liegt eine der unterschätztesten Regionen des Landes. Ein versteckter Badesee im Naturschutzgebiet, ein Schloss mit napoleonischer Geschichte und eines der besterhaltenen Klöster der Schweiz warten darauf, entdeckt zu werden.
Hüttwilersee: Baden, aber in Ruhe
Der Hüttwilersee liegt im Naturschutzgebiet Nussbaumerseen, rund 30 Minuten zu Fuss von der Kartause Ittingen entfernt. Das Wasser ist klar, der Badeplatz einfach gehalten, die Stille fast vollständig. Wochentags triffst du hier auf kaum jemanden. Wer ihn kennt, kommt hierher zum Schwimmen – nicht an den Bodensee.
Swisstainable
Vom Schweizer Tourismusverband und Schweiz Tourismus ins Leben gerufen, steht Swisstainable für bewusstes Reisen im Einklang mit Natur und lokaler Kultur. Die teilnehmenden Betriebe sind Ausgangspunkte für Entdeckungen abseits des Mainstreams.
Nachhaltigere ÖV-, Freizeit- und Hotelangebote:
- Stiftung Kartause Ittingen, Warth: Das ehemalige Kartäuserkloster überzeugt mit barocken Räumen, eigenem Rebberg und einer Küche, die fast ausschliesslich aus eigener Produktion kocht – Gemüse aus dem Klostergarten, Käse aus der eigenen Sennerei, Wein vom Kirchwingert.
- Grand Hôtel des Rasses & Wellness, Les Rasses: Das herrschaftliche Hotel auf 1200 Metern ist Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Jurakamm und bietet einen Panoramablick, der bei klarem Wetter bis zum Mont Blanc reicht.
- Conca Bella Boutique Hotel & Wine Experience, Vacallo: Das erste Weinhotel im Tessin liegt auf einem Hügel über Chiasso, mit Blick über die lombardische Ebene. Der Weinkeller zählt über 1000 Etiketten, das Restaurant kocht regional und saisonal.
Kein passendes Hotel dabei?
Es gibt über 50 weitere Swisstainable-Spezialangebote in der ganzen Schweiz. Ab 139 Franken pro Person erhältst du zwei Hotelübernachtungen inklusive Frühstück und ein Abendessen. Darüber hinaus erhältst du 30 Prozent Rabatt auf den Normaltarif in der 2. Klasse für die ÖV-An- und Rückreise.
Zu den Swisstainable-Hotels und ÖV-Sonderangeboten*
Zu weiteren Swisstainable-Freizeitangeboten
Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt.
Schloss Arenenberg: Napoleon am Untersee
Auf einem bewaldeten Hügel über dem Untersee liegt Schloss Arenenberg, einst Sommersitz von Hortense de Beauharnais, der Mutter Napoleons III. Das Schloss ist heute Museum; der Park mit Blick über den See lädt auch ohne Führung zum Spazieren ein. Per Zug nach Mannenbach-Salenstein, dann zu Fuss in rund 15 Minuten erreichbar.
Waadtländer Jura
1200 Meter, null Trubel
Sainte-Croix liegt auf 1100 Metern im Waadtländer Jura, eine Stunde mit dem Zug von Yverdon-les-Bains entfernt. Selbst viele Westschweizerinnen und Westschweizer kennen den Ort kaum. Dabei ist die Gegend im Sommer ein kleines Paradies: weite Juraweiden, ein Kamm mit Panoramablick bis zum Mont Blanc und eine Ruhe, die man in dieser Form in der Schweiz nur noch selten findet.
CIMA: ein Museum, das man so nicht erwartet
Im CIMA, dem Museum für Musikautomaten in Sainte-Croix, findest du Objekte, die es anderswo schlicht nicht gibt: selbstspielende Instrumente, mechanische Singvögel, riesige Orchestrions, die ganze Konzertsäle füllen könnten. Vorführungen finden mehrmals täglich statt – und sie sind auch für Menschen interessant, die sich sonst wenig für Museen erwärmen.
Chasseron: Alpenpanorama mit Bergbeizli
Vom Dorf Les Rasses aus erreichst du zu Fuss in knapp zwei Stunden den Chasseron-Gipfel auf 1607 Metern. Bei klarem Wetter siehst du von dort den Genfersee, das Mittelland, die Alpen – und an wirklich guten Tagen den Mont Blanc. Das Bergbeizli auf dem Gipfel ist kein Geheimnis, aber es verdient seinen Ruf.
Mendrisiotto
Das Tessin, das kaum jemand kennt
Wer mit dem Zug durch Chiasso fährt, denkt: Grenzstation, nichts weiter. Schade – denn wer aussteigt, entdeckt den südlichsten Zipfel der Schweiz, wie er selten gezeigt wird: grüne Hügel, Kastanienwälder, jähe Schluchten und Tessiner Grottos, in denen man noch für wenig Geld sehr gut isst.
Valle di Muggio: Das grünste Tal im Tessin
Das Valle di Muggio ist eines der unbekanntesten Täler der Schweiz: Verwachsene Kastanienwälder, winzige Dörfer, kaum Touristen. Von Chiasso aus fährst du in rund 20 Minuten per Postauto hinein. Die Grottos entlang des Weges sind keine Tourismusrestaurants, sondern Beizli, in denen die Leute aus dem Dorf essen.
Monte Generoso: Mario Botta auf dem Gipfel
Von Capolago – zehn Minuten mit dem Zug ab Chiasso – fährt die Zahnradbahn auf den Monte Generoso. Auf dem Gipfel steht das «Fiore di pietra», ein Restaurant von Mario Botta, das aus dem Fels zu wachsen scheint. Der Blick über den Luganersee und den Comer See bis zu den Alpen ist bei gutem Wetter unwirklich schön.
Mendrisio und Vacallo: Architektur, Rebberge, Weinkeller
Mendrisio, 15 Minuten mit dem Zug von Chiasso, ist das kulturelle Zentrum des Mendrisiotto. Mario Bottas Accademia di architettura prägt das Stadtbild neben mittelalterlichen Gassen und Terrassenrebbergen. Und in Vacallo, einem kleinen Dorf auf einem Hügel über Chiasso, betreibt die Familie Montereale seit über 39 Jahren das erste Weinhotel im Tessin – mit einem Keller, der über 1000 Etiketten zählt.
Nachhaltig reisen, tiefer entdecken
Diese drei Regionen zeigen, wie viel Schweiz noch zu entdecken ist – abseits der Postkartenmotive und Selfie-Spots. Hier geht es nicht darum, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern um Orte, die ihre Geschichte noch selbst erzählen. Schon die Anreise mit dem Zug ist Teil des Erlebnisses.
Welche Schweizer Geheimtipps würden auf deine Liste? Schreib es in die Kommentare.
