bedeckt, wenig Regen
DE | FR
48
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Digital
Analyse

iOS 14: Was Apple von Android kopiert – und besser gemacht hat

Apples iOS und Googles Android nähern sich immer mehr an. Davon profitieren alle.
Apples iOS und Googles Android nähern sich immer mehr an. Davon profitieren alle.bild: watson
Analyse

5 neue Funktionen fürs iPhone, die Android-User neidisch machen

21.09.2020, 15:5622.09.2020, 13:55
«Gute Künstler kopieren, grossartige Künstler stehlen.»
Pablo Picasso (zitiert von Steve Jobs)

Apple hat bei Google abgeschaut, das ist klar. Das neue mobile Betriebssystem iOS 14 bringt einiges, das Android-User demonstrativ gähnen lässt. Wenn man genauer hinguckt, zeigt sich allerdings das für die beiden Smartphone-Rivalen typische Muster: Google prescht mit neuen Handy-Funktionen vor, Apple verfeinert und perfektioniert sie. Und bei gewissen Features überholen die Äpfel das grüne Männchen, wie selbst Android-freundliche Techblogs einräumen.

Wer sucht, findet

Ui ui ui! Apple hat die bessere Suchfunktion als die grösste und mächtigste Suchmaschine der Welt?

iOS 14 habe Android gerade mit einer universellen Suchleiste überholt, konstatierte der Techblog Android Police im Juni. Tatsächlich ist die universale iPhone-Suchfunktion, die man durch kurzes nach unten Wischen mit dem Finger startet, ziemlich mächtig und verdammt praktisch:

  • Sie startet Apps
  • findet Kontakte und Dateien
  • durchsucht persönliche Notizen
  • öffnet Websites
  • gibt schnelle Antworten auf Wetterfragen und anderes.

Und nein, der Google Assistent zähle nicht, meint Android Police; das sei nur eine ungeschickte Art und Weise, etwas zu tun, das mit kurzem Tippen zu erledigen wäre.

Knackigere Widgets

Als Erster eine neue Funktion anzubieten, bedeutet nicht, es auch wirklich gut zu machen. Das zeigt sich bei den sogenannten Widgets – also den kleinen «Helferlein», die als interaktive Elemente auf dem Smartphone-Screen angezeigt werden und als Mini-Anwendungen funktionieren.

Das Fachmagazin «Macwelt» kommentiert:

«Android hat schon so lange Widgets auf dem Startbildschirm, wie das iPhone einen Lightning-Port hat, aber nur sehr wenige von ihnen sind es wert, ausserhalb der Google-Suchleiste und der grundlegenden Wetterbedingungen verwendet zu werden. Widgets von Drittanbietern sind, um es milde auszudrücken, meistens Müll, und Google hat nichts getan, um die Plattform voranzubringen, abgesehen von einigen wenigen Widgets, die standardmässig installiert sind.»
quelle: macwelt.de

Ganz anders löse dies Apple nun (endlich) mit iOS 14. Die Widgets haben ein einheitliches Design, sind auf den Home-Screen abgestimmt und erfüllen ihre eigentliche Hauptaufgabe: «Sie bieten Informationen auf einen Blick, sodass die Notwendigkeit, Apps zu starten, reduziert wird.»

Habe ich schon erwähnt, dass sich die Widgets auf dem Home-Screen stapeln lassen? Und dann gibt's auch noch einen Smart-Stapel, der sich automatisch anpasst.

Wobei anzumerken ist, dass auch bei iPhone-Widgets Luft nach oben ist. Die Auswahl ist noch sehr überschaubar und die Umsetzung muss sich weiter verbessern.

Bild-im-Bild (PiP)

Google war um Welten früher mit der Funktion, die auf Englisch «Picture in Picture», kurz PiP, genannt wird. Apple habe die minimierten Videofenster gerade erst in iOS 14 implementiert, biete aber von Anfang an zwei zusätzliche Funktionen an, hält Android Police fest: So können iPhone-User mit Pinch-to-zoom die Grösse des schwebenden Fensters einfach ändern, und durch Zur-Seite-Wischen kann man das Fenster ausblenden und mit einem Fingerdruck wieder zurückholen.

Mehr Datenschutz, weniger Tracking

Mit iOS 14 baut Apple für die iPhone-User den Schutz der persönlichen Daten, die wegen des Mobilgeräts anfallen, weiter aus: Dies betrifft speziell die genaue Ortung des iPhones über GPS und Co. wobei das Tracking über Apps erfolgt.

Neu kann man für jede App festlegen, ob sie eine genaue Ortung durchführen darf und welche App sich mit weniger präzisen Ortsangaben begnügen muss. Die technische Umsetzung sei clever gemacht, konstatiert MacTechNews:

«Apps, welchen die präzise Ortung untersagt wurde, erhalten nun nur noch einen Standort mit einem dynamisch gewählten Radius. Dieser Standort wird erst aktualisiert, wenn der Nutzer diesen Radius verlassen hat – somit kann die App nicht davon ausgehen, dass sich der Nutzer im Zentrum des Gebietes aufhält.»

«App Clips»

Mit App Clips kopiert Apple im Wesentlichen Instant Apps, eine Funktion, die schon seit Jahren auf Android vorhanden ist. Bei iOS 14 sei das Ganze aber von Anfang an nützlicher, räumt Android Police ein. Für iPhone-User sei eine Zahlungsmöglichkeit und Anmeldefunktion (Sign in with Apple) in den Clip integriert. Und für die Dienste-Anbieter gebe es eine einfache Möglichkeit, den Nutzerinnen und Nutzern ihren Clip zu präsentieren (NFC-Tags oder QR-Codes).

Fazit

Mit jeder neuen iOS-Generation ziehen mehr und mehr ehemals exklusive Android-Funktionen auf dem iPhone ein:

  • Widgets auf dem Homescreen
  • App-Drawer
  • Bild-im-Bild-Modus
  • Ändern von Standard-Apps
  • Tastaturen von Drittanbietern
  • Zugriff aufs Dateisystem
  • Universelles Teilen-Menü

Bislang konnte sich Google sicher sein, dass man zwar bei Updates weit hinter der iPhone-Konkurrenz liege, aber wenigstens funktionstechnisch überlegen sei, kommentierte giga.de. Dieser Vorsprung sei mit iOS 14 komplett dahin.

«Für Android 12 muss sich Google also wieder richtig ins Zeug legen – und davon profitieren Android-Nutzer. Danke, Apple!»

Und jetzt du!

Ist Apples iOS 14 das bessere Android? Was ist deine liebste Funktion, die auf jedes Smartphone gehört? Wo ist Android dem iPhone immer noch voraus? Schreib uns deine Meinung via Kommentarfunktion, aber bitte schön gesittet! 😉

Quellen

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wie Apple Geschichte schrieb

1 / 25
Wie Apple Geschichte schrieb
quelle: ap/ap / marcio jose sanchez
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

SwissCovid-App noch nicht installiert? Wir helfen dir

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

48 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Madison Pierce
21.09.2020 16:09registriert September 2015
Android sehe ich gegenüber iPhones in zwei Punkten im Vorteil:

1.) Offenheit: Wenn ich eine (Geschäfts-)App entwickle, kann ich sie einfach verteilen, ohne vom guten Willen eines "Freischalters" abhängig zu sein. (Bei Apple ginge es für interne Anwendungen auch, aber man muss alle Geräte registrieren, was es für Temporärmitarbeiter umständlich macht.)

2.) Gerätevielfalt: Für iOS gibt es nur iPhone und iPad. Für Android habe ich schon Geräte mit Barcode-Scanner und Ohrmarken-Leser ausgeliefert. Das ist toll, denn auch darauf laufen normale Apps.
15648
Melden
Zum Kommentar
avatar
Arran
21.09.2020 19:01registriert Mai 2018
Meine Analyse, da ich sowohl ein Android (privat) und ein iPhone 11 habe, Apple schränkt den User ein.
So muss ich trotz FaceID noch streichen, um auf den Homescreen zu gelangen. Akkuanzeige in Prozent, nur mit wischen. Magnetische Icons, sehr anstrengend. Standardapps wie bsp. Google Maps für Adressen, nö machen wir nicht. PDFs von Android per Bluetooth auf Apple senden, ach neee. USB C, ist ja nirgends verbaut, darum nope.
Wer nur iOS gewöhnt ist, klar ist alles super, man muss sich einfach im Apple Universum befinden und es sich auch leisten können.
13731
Melden
Zum Kommentar
avatar
Madison Pierce
21.09.2020 16:05registriert September 2015
Da kann ich ja gespannt sein. Hatte seit zehn Jahren nur Android-Geräte, davon seit dem S3 nur solche von Samsung. Jetzt ist das S7 langsam hinüber und ich habe mir ein gebrauchtes iPhone XS bestellt. Einfach, um mir mal eine aktuelle Meinung bilden zu können. Wenn es nichts für mich ist, kaufe ich nächstes Jahr das Xiaomi mit der Kamera hinter dem Display.

*räusper* Könnte der Autor vielleicht auch mal machen... :)
12622
Melden
Zum Kommentar
48
Sirenentest könnte ukrainische Flüchtlinge retraumatisieren – das musst du wissen
Menschen, die wegen des russischen Angriffskrieges in die Schweiz geflüchtet sind, sollten unbedingt vorher über den landesweiten Probealarm informiert werden. So geht's.

Was in der Schweiz zu Übungszwecken stattfindet, ist in der Ukraine traurige Realität: Heulende Sirenen, die die Bevölkerung auf unmittelbar drohende Gefahr hinweisen.

Zur Story