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Der Kampf ums Handgelenk ist durch Apple neu lanciert worden.<br data-editable="remove">
Der Kampf ums Handgelenk ist durch Apple neu lanciert worden.
Bild: watson

10 Mythen zur Apple Watch. Zum Beispiel: «Sie verkauft sich schlecht»

Zu teuer, schwacher Akku und unpraktisch: Kritische Stimmen behaupten, Apples erste Smartwatch sei kein Hit. Alles falsch, meint der US-Analyst Horace Dediu. Wir haben seinen Feststellungen auf den Zahn gefühlt.
15.12.2015, 09:2416.12.2015, 10:03

Horace Dediu hat eine Liste mit den 10 grössten Mythen rund um die Apple Watch zusammengestellt.

Der Amerikaner gilt als profunder Apple-Kenner und hat sich mit faktenorientierten Marktanalysen einen Namen gemacht. Häufig positioniert er sich anders als herkömmliche Marktforscher.

Horace Dediu.<br data-editable="remove">
Horace Dediu.
bild: asymco

Nachfolgend gebe ich seine persönlichen Einschätzungen zur Apple Watch wieder, ergänzt durch meine eigenen Eindrücke.

Disclaimer: Apple stellt mir eine Apple Watch als langfristige Leihgabe zur Verfügung, zusätzlich habe ich das «Sport»-Modell gekauft.

Die Apple Watch ist kein Verkaufshit

Noch nennt Apple keine Verkaufszahlen zur Apple Watch, die am 24. April 2015 lanciert wurde. In seinen Quartalsberichten «versteckt» der US-Konzern die Uhr in einer Rubrik, zu der auch Apple TV, der iPod, die Beats-Kopfhörer und alles andere Zubehör gehören.

Genau in diesem Geschäftsbereich konnte Apple den Umsatz allein im letzten Quartal (bis Ende September) um 61 Prozent steigern, wenn man mit dem Vorjahreszeitraum (ohne Watch) vergleicht.

Dediu geht davon aus, dass bis April 2016 insgesamt 21 Millionen Exemplare über den Ladentisch gehen. Damit wäre die Watch erfolgreicher als das iPhone und iPad im ersten Jahr.

Als Durchschnittspreis nimmt Dediu 400 Dollar an. Sprich: Die meisten Käufer erwerben ein günstigstes «Sport»-Modell. Dies sei angesichts eines Einstiegspreises von 349 Dollar realistisch, schreibt ZDNet. Daraus ergäbe sich ein Jahresumsatz von 8.4 Milliarden Dollar.

Die in Zürich beheimatete Marktforschungsfirma Smartwatch Group hat errechnet, dass im Jahr 2014 weltweit 6,8 Millionen Smartwatches verkauft wurden. Zum durchschnittlichen Preis von 189 Dollar.

Das meint der watson-Redaktor
Sollte die Apple Watch in ihrem ersten Jahr mehr als 20 Millionen Mal verkauft werden, wäre dies ein beachtliches Resultat. Mehr nicht. Viel wichtiger ist, was das «Wearable» bei jedem Käufer bewirkt. Und da scheint Apple vieles richtig zu machen: Die Kundenzufriedenheit ist – wie bei anderen Produkten wie dem Macbook – sehr hoch.

Die Apple Watch richtet sich an Uhrenliebhaber

Nicht in erster Linie. Oder wie Dediu treffend schreibt:

«The Apple watch was launched with three ‹tentpole› applications: a Watch, a Communication product, a Fitness product. This means that it is more than any one of these things and perhaps not the best at any of these things. The value of the design is in the tradeoffs it makes. Watch lovers are seeking watches. Let them obtain watches. The Apple Watch is not only a timekeeper. It does not just tell time, it saves time.»
quelle: 9to5mac
Das meint der watson-Redaktor
Mehr als zehn Jahre trug ich keine Uhr mehr am Handgelenk. Heute, nach einem halben Jahr mit der Apple Watch, will ich kaum mehr glauben, wie häufig ich früher das Handy hervorholte, nur um die Uhrzeit oder die Mails zu checken. Ganz abgesehen von den vielen Ablenkungen, wenn das Mobilgerät läutete, summte oder vibrierte.

Mit der Apple-Uhr ist der (unbewusste) Griff zum iPhone deutlich seltener geworden. Oder er erfolgt zumindest deutlich bewusster. Und häufig genügt mir ein kurzer Blick aufs Handgelenk, um zu erkennen, dass es nichts ist, worauf ich durch das Hervorholen des Handys reagieren müsste. Das ist gerade im Winter von Vorteil.

Die Apple Watch ist für Fitnessfanatiker

Ja, die Apple-Uhr sei ein Fitness-Produkt mit vielen Features und Sensoren, schreibt Dediu. Doch es sei nicht nur ein Fitness-Produkt. Fitness-Fanatiker wünschten sich vielleicht eine massgeschneiderte Lösung für ihre Bedürfnisse. Die Apple Watch sei genau so sehr ein perfektes Fitness-Produkt, wie der Computer ein perfekter Taschenrechner sei.

Das meint der watson-Redaktor
Nach einer schwierigen Rückenoperation (mit gutem Ausgang) schätze ich es umso mehr, dass mich die Apple Watch nach längerem Sitzen daran erinnert, der Gesundheit zuliebe aufzustehen und für mindestens eine Minute herumzulaufen. Und es ist tatsächlich motivierend, die bunten Ringe jeden Tag zu komplettieren.

Die Apple Watch ist für «Techies» (Technik-Fans)

Dediu schreibt, wenn die Apple Watch weder eine perfekte Uhr noch ein perfekter Fitness-Tracker sei, dann müsse sie doch immerhin «nerdigen Early Adopters» gefallen, die mit dem Gadget ihre Freunde beeindrucken wollten, oder?

Auf die rhetorische Frage gibt er folgende Antwort: Die Apple-Uhr sei leider «kein sehr gutes Gadget». Die Möglichkeiten, mit ihr zu interagieren, seien begrenzt und sie biete keinen unglaublichen Funktionsumfang. Es gebe aber auch noch viele Alternativen, das Leben komplizierter zu machen.

Das meint der watson-Redaktor
Die erste Generation der Apple Watch ist wie das allererste iPhone ein Produkt, bei dem vieles noch entwicklungsfähig ist und Features fehlen. Von daher darf man auf die zweite Generation gespannt sein, die laut 9to5Mac im März vorgestellt werden könnte.

Die Apple Watch ist ein Luxusprodukt

Es gebe ein Modell aus purem Gold, das aber äusserst selten zu sehen sei, schreibt Dediu. Die von ihm ausgewerteten Daten zeigten hingegen, dass die grosse Mehrheit der Kunden das Basismodell kaufe. Dadurch platziere sich die Apple Watch deutlich ausserhalb des Luxussegements. «Wir sollten aber bedenken, dass nicht der Preis an sich bestimmt, was Luxus ist.»

Was wahren Luxus ausmache, hänge vom Käufer ab. «Beim Autofahren nicht immer das Smartphone aus der Hosentasche hervorholen zu müssen, dürfte für viele Leute auch eine Form von Luxus darstellen.»

Das meint der watson-Redaktor
Das günstigste Modell genügt vollends. Es bietet den gleichen Funktionsumfang wie die teureren Modelle.

Die Apple Watch ist modisch

Dediu im Original-Wortlaut:

«Technology and fashion are contrary opposites. One requires function, the other treats function as failure. Just like price does not make luxury, fashion does not determine style.  All the Watch can do is not mess up your personal style. If it tried to be fashionable it would have a shelf life of three months.»
quelle: 9to5mac
Das meint der watson-Redaktor
Wer in Sachen persönlichem Stil die Abwechslung liebt, kann aus zahlreichen Armbändern, Farben und Materialen auswählen. Als Modemuffel sage ich nur: ein (1) Armband genügt mir. Und zwar das praktischste aus Kunststoff. Weil angenehm leicht und robust.

Die Apple Watch tritt gegen die Schweizer Uhrenindustrie an

Dediu meint, die Apple Watch konkurrenziere nicht herkömmliche Armbanduhren. Sie trete vielmehr gegen nackte Handgelenke an. Wenn jemand schon eine Uhr am Arm trage, dann bleibe die Apple Watch wohl aussen vor.

Das meint der watson-Redaktor
Die Apple Watch tritt sehr wohl auch gegen herkömmliche Armbanduhren an. Und der Kampf ums Handgelenk der Kunden ist noch nicht entschieden. Mit jeder neuen Watch-Generation, die mehr praktische Anwendungen bringen wird, dürfte sich das Kräfteverhältnis zugunsten Apples verschieben. Es sei denn, den Schweizer Uhrenfirmen gelingt es, durch die Kooperation mit Google (Android Wear) auf der Software-Seite Paroli zu bieten. TAG Heuer macht dies bei vergleichsweise günstigen Luxusuhren vor.

Die Apple Watch hat einen schwachen Akku

Er habe noch keinen Tag erlebt, an dem der Akku seiner Apple Watch unter 50 Prozent gesunken sei. Weil sich auch der Mensch einmal pro Tag aufladen müsse, entspreche die Uhr den biologischen Bedürfnissen. «Wenn du nicht sehr weit entfernt von einer elektrischen Stromquelle schläfst, dann hat die Apple Watch genug Akku-Leben.»

Das meint der watson-Redaktor
Der iPhone-Akku nervt mich tatsächlich häufiger.

Die Apple Watch ist zerbrechlich und nicht wasserdicht

«Schlage sie nicht mit dem Hammer!», rät Dediu. «Und mach dir keine Sorgen, sie mit unter die Dusche zu nehmen.» Wer hingegen in den Kampf ziehe, solle sich nach etwas anderem umschauen. Das einzige berechtigte Anliegen sei, dass man die Apple Watch nicht mit gewöhnlichen Handschuhen bedienen könne.

Das meint der watson-Redaktor
Süss- und Salzwasser waren bislang kein Problem für die Apple-Uhr. Das Display des «Sport»-Modell weist keine sichtbaren Kratzer auf, obwohl ich mich zuerst wieder daran gewöhnen musste, einen kleinen viereckigen «Klotz» am Handgelenk zu tragen.

Mit der Apple Watch kann man nichts tun

Mit einem nackten Handgelenk könne man noch viel weniger tun, meint Dediu. Die Apple Watch erfülle für ihn verschiedene Zwecke, und das fast rund um die Uhr.

Das meint der watson-Redaktor
Neben den gesundheitsfördernden Fitness-Funktionen und den Benachrichtigungen schätze ich zwei Anwendungen: Dank der App MacID muss ich beim Laptop kein Passwort mehr eingeben. Und kleinere Einkäufe bezahle ich mit der Coop-App, ohne mühsam das Handy oder Portemonnaie hervorkramen zu müssen.

Was hältst du von der Apple Watch und anderen Smartwatches?

Alles Wissenswerte zur Apple Watch

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Alles Wissenswerte zur Apple Watch
quelle: x02798 / stephen lam
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