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Tim Cook bei einem Auftritt in Frankreich. Nun setzt er sich für «Dreamer» ein. bild: apple (via twitter)

Apple-Chef kämpft für Mitarbeiter, denen die Abschiebung droht



Im Streit über die Aufhebung des Abschiebestopps für Einwanderer im sogenannten «Dreamer»-Programm hat sich Apple-Chef Tim Cook gegen die amerikanische Regierung gestellt. In einem Schreiben an das Oberste Gericht erklärte Cook am Mittwoch, die als Kinder illegal in die USA gebrachten Menschen gehörten zu seinen «motiviertesten und selbstlosesten Kollegen», die Kreativität förderten und Innovationen vorantrieben.

Von der formell «Deferred Action for Childhood Arrivals» (Daca) genannten Regelung profitierten 443 Apple-Mitarbeiter aus über 25 Ländern. Die Zahl solcher Mitarbeiter hat zugenommen. 2017 waren es noch 250 gewesen.

Von Obama lanciert

Mehr als 100 US-Konzerne, darunter Google, IBM und Microsoft, haben sich gegen den Versuch von Präsident Donald Trump gestellt, das Programm zu beenden.

Die landläufig unter dem Schlagwort «Dreamer» («Träumer») bekannte Regelung wurde 2012 von Trumps Vorgänger Barack Obama eingeführt. Sie schützt etwa 700'000 Einwanderer – die meisten inzwischen junge hispanische Erwachsene – vor einer Abschiebung.

Sie erhalten im Rahmen des Programms eine Arbeitserlaubnis, jedoch keine gesonderte Aussicht auf die amerikanische Staatsbürgerschaft. Trump hatte 2017 angekündigt, Daca zu beenden. Vor einem Bundesgericht erlitt er jedoch eine Niederlage.

FILE- In this Aug. 15, 2017, file photo, a woman holds up a signs in support of the Obama administration program known as Deferred Action for Childhood Arrivals, or DACA, during an immigration reform rally at the White House in Washington. After months of delays, President Donald Trump is expected to decide soon on the fate of so called “dreamers” who were brought into the country illegally as children as he faces a looming court deadline and is digging in on appeals to his base. (AP Photo/Jacquelyn Martin, File)

Frühere Protestaktion vor dem Weissen Haus in Washington D.C. archivBild: AP

Apple schreibt im Brief ans Gericht:

«Unser Land hat einen Deal mit einer sehr gefährdeten Bevölkerung abgeschlossen, die an einer guten Zukunft interessiert ist, und wir sollten diesen Deal beibehalten. (...) Apples Investition in Dreamers hat sich enorm ausgezahlt. Dreamers treiben die Kreativität an, erweitern das Wissen und helfen, Innovationen voranzutreiben. Sie inspirieren uns alle. Sie machen Apple besser. Sie machen unser Land besser.»

Und weiter:

«Die Vereinigten Staaten sind am besten, wenn alle Menschen frei sind, ihre Träume zu verwirklichen. Unser Land hat beispiellosen Erfolg gehabt, indem es Menschen aus der ganzen Welt willkommen geheissen hat, die ein besseres Leben für sich und ihre Familien, unabhängig von ihrem Hintergrund, gestalten wollen.»

Das Oberste Gericht der USA soll sich nun ab dem 12. November mit dem Fall beschäftigen. Eine Entscheidung würde damit bis Ende Juni vorliegen, wenige Monate vor der US-Wahl Anfang November 2020.

Apples Schreiben ans Gericht, Amicus Brief genannt, findest du hier in voller Länge (als PDF-Dokument).

(dsc/sda/reu)

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