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Warum sich die Apple Watch lohnt – und wer darauf verzichten kann

Noch mehr Geld ausgeben für ein weiteres Apple-Gadget, das am Abend an die Steckdose muss? Hier kommt unser Kaufratgeber und nebenbei verraten wir, wie die schlaue Uhr gesteuert wird.



Für wen lohnt sich die Apple Watch? 

Das ist natürlich die grosse Preisfrage, die sich derzeit Millionen Technikinteressierte rund um den Globus stellen. Ein Smartphone scheint heute für die allermeisten (jüngeren) Leute unverzichtbar zu sein, und viele nutzen auch regelmässig einen Laptop oder Desktop-Rechner. Die Apple Watch ist hingegen ein zusätzliches Gerät, vergleichbar mit dem iPad. Das Zubehör fürs Handgelenk erleichtert einem das Leben, man kommt selbstverständlich aber auch gut ohne aus. Es geht demnach um ein Abwägen der verschiedenen Vorteile, die die schlaue Uhr bietet. Sei dies allein, oder in Kombination mit dem iPhone.

Der amerikanische Apple-Kenner Rene Ritchie vom Techblog iMore.com hat die zentralen Fragen und Antworten in einem brillanten Beitrag zusammengefasst.  

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Für wen kommt die Apple Watch infrage? 

Die Apple Watch funktioniert hauptsächlich im (kabellosen) Zusammenspiel mit einem iPhone 5, iPhone 5C, iPhone 5S, iPhone 6 oder iPhone 6 Plus. Wer kein solches Apple-Handy besitzt oder nicht gewillt ist, ein solches zu erwerben, kann getrost auf die Uhr verzichten. 

Für alle anderen kommen wir nun zu den wichtigsten Funktionen. 

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Scrollen und Zoomen: Dazu dreht man die «digitale Krone», die sich auf der rechten Seite des Gehäuses befindet. bild: apple

Die Uhrzeit anzeigen. WTF? 

Was traditionelle Armbanduhrenträger belächeln, ist für die Generation Smartphone Alltag: Man zückt das Handy, um die Zeit und das Datum abzulesen. Demgegenüber zeigt die Smartwatch durch einfaches Umdrehen des Handgelenks die gewünschte Information an. Und das Risiko zusätzlicher Ablenkung ist im Vergleich zum Smartphone massiv kleiner. Wer kennt das nicht: Man will nur kurz die Uhrzeit checken, und dann bleibt man bei den News, den Kurznachrichten oder einer anderen App hängen. 

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Von der Zifferblatt-Anzeige zur zuletzt verwendeten App wechseln: Zweimal die digitale Krone drücken. bild: apple

Die Uhrzeit SCHÖN anzeigen

Nun ja, das Micky-Mouse-Zifferblatt ist definitiv nicht mein Favorit. Aber es gibt genügend Alternativen, von futuristisch bis edel. Bei den traditionellen Armbanduhren werden die anzeigbaren Zusatzinformationen unter der französischen Bezeichnung «Complications» zusammengefasst. Sie basieren auf komplexen mechanischen Uhrwerken. Im Gegensatz dazu stammen die Zusatzinformationen auf dem Apple-Watch-Zifferblatt von der Software. Börsenkurse, Stoppuhr, Wetterinformationen oder Mondphasen: Alles lässt sich nach eigenem Wunsch auf dem gestochen scharfen Display einblenden. Ein Branchen-Experte soll gegenüber 9to5Mac erklärt haben, dass es sich um den besten Smartwatch-Bildschirm handle, den er bislang gesehen habe. 

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Zurück zum Startbildschirm: Wie mit dem Home-Button beim iPhone genügt ein einfacher Klick auf die digitale Krone. bild: apple

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Benachrichtigungen sind das halbe Leben 

Interaktive Benachrichtigungen kennen iPhone-Nutzer von iOS 8. Sie tauchen auf dem Bildschirm auf und können nach Wunsch von einem Vibrieren begleitet werden. Im Gegensatz dazu spürt man die Benachrichtigungen bei der Apple Watch diskret am Handgelenk – so kann man etwa eingehende Anrufe unbemerkt ablehnen. Man kann sich beispielsweise neue Facebook-Beiträge anzeigen lassen oder von der Uhr durch die Stadt lotsen lassen. Erst wenn man die Uhr zu sich dreht, wird die Beleuchtung aktiviert und man kann aktiv auf die angezeigte Benachrichtigung reagieren oder falls sinnvoll zum grösseren iPhone-Display wechseln. 

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Siri aufrufen: Die digitale Krone gedrückt halten. bild: apple

Gesundheit und Fitness 

Das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus erfassen die absolvierten Schritte und Treppenstufen über den eingebauten M7-Prozessor und speichern die Daten in der mit iOS 8 eingeführten Health-App. Dank der Apple Watch kann man beim Spazieren, Joggen oder Rennen getrost auf das Mobilgerät verzichten und ohne zusätzlichen Ballast die interessanten Daten erfassen. 

Die Apple Watch verfügt über mehrere Gigabyte (GB) internen Speicher. Es lassen sich also auch Songs abspielen, wenn die Uhr nicht mit dem iPhone verbunden ist. Die Musik kann auf Bluetooth-Kopfhörer übertragen werden. 

Wenn man ein iPhone 5S hat, erweitert die Apple Watch den ins iPhone integrierten Schrittzähler, weil sie auch vertikale Bewegungen (Treppensteigen) erfasst und zur statistischen Auswertung (via Bluetooth-Verbindung) an die Health-App übermittelt.  

Eine Stunde früher als gewohnt

Die von Apple im Internet übertragene Keynote findet in San Francisco statt und beginnt wegen der US-Sommerzeitumstellung eine Stunde früher als gewohnt, bereits um 18 Uhr (MEZ). Europäische Journalisten sind nach Berlin eingeladen. watson ist vor Ort und berichtet mit Live-Ticker. Im Anschluss an die maximal 90-minütige Show ist mit ersten aussagekräftigen Hardware- und Software-Tests zu rechnen. Wir gehen davon aus, dass Apple die verschiedenen Modelle zum Ausprobieren anbietet. 

Beim iPhone 5 und dem iPhone 5C fehlt der Co-Prozessor M7, der Bewegungen des Nutzers respektive Geräts erkennt und auswertet. Wenn man sie mit der Apple Watch kombiniert, kann man trotzdem die absolvierten Schritte und Treppenstufen in der Health-App erfassen. 

Darüber hinaus ermöglicht die Apple Watch dank Herzfrequenzmesser (Puls-Sensoren) ein auf die Leistungsfähigkeit abgestimmtes Training. Die Activity-App (Aktivität) ermuntert zu mehr (und gesunder) Bewegung im Tagesverlauf. Hinzu kommen eine Workout-App für schweisstreibendes Krafttraining und die Fitness-App, die den persönlichen Fitnesszustand statistisch auswertet. 

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Apple Pay starten: Zwei mal auf den Knopf unterhalb der digitalen Krone drücken. bild: apple

Apple Pay

In den USA kann bereits mit dem iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus bezahlt werden. Die europäischen Länder (und hoffentlich allen voran die Schweiz) sollen noch 2015 folgen. Dies hat Tim Cook zumindest für Deutschland in Aussicht gestellt. 

Die Apple Watch verfügt wie die neusten iPhones über einen eigenen NFC-Chip mit integriertem Sicherheitselement. Wer ein iPhone 5 oder iPhone 5S besitzt, kann mithilfe der Uhr bargeldlos einkaufen.  

Sehr interessant: Man muss nicht zwingend das iPhone dabei haben, um einen Einkauf mit Apple Pay zu tätigen. Die Uhr genügt. Voraussetzung ist, dass der Hautkontakt mit den Puls-Sensoren am Handgelenk nicht unterbrochen wird, während die Uhr nicht mit dem iPhone über Bluetooth gekoppelt ist. 

Apple-Pay-Transaktionen werden auf Verkäuferseite über Bezahlterminals abgewickelt, die mit der NFC-Technologie (Near Field Communication) ausgestattet sind. Die von Apple entwickelte Methode garantiert, dass keine heiklen Kundendaten (Kreditkarten-Nummern etc.) in falsche Hände gelangen. Der rechtmässige Nutzer identifiziert sich über den ins iPhone integrierten Fingerabdruck-Scanner (TouchID) und autorisiert den Bezahlvorgang innert weniger Sekunden, ohne das eigene Gerät zu entsperren.

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Mit «Freunden» verbinden: Einmal auf den Knopf drücken. bild: apple

In Verbindung bleiben 

Wie das iPhone hat auch die Apple Watch die Sprachassistentin Siri an Bord. Bei der Auswertung in den Apple-Rechenzentren wird auf künstliche Intelligenz zurückgegriffen, um die in natürlicher Sprache erteilten Anweisungen richtig umzusetzen.  

Um die digitale Assistentin zu starten, gilt es den Arm zu heben und zur Uhr gewendet «Hey Siri» zu sagen. Dann kann man die gewünschte Anweisung erteilen, vorausgesetzt, die Uhr ist über Bluetooth mit dem iPhone gekoppelt. 

Anrufe können direkt über das in die Uhr integrierte Mikrofon beantwortet werden. Falls mit einem längeren Gespräch zu rechnen ist, kann aber auch auf das iPhone weitergeleitet werden. Gerade wenn man sich in der Öffentlichkeit befindet, dürfte dies die Regel sein. Oder halten nun tatsächlich die schon länger aus Science-Fiction-Filmen bekannten Szenen Einzug?

Und dann sind da noch neue Kommunikationsmöglichkeiten von Handgelenk zu Handgelenk. Unter der Bezeichnung Digital Touch Features bietet die Uhr drei Möglichkeiten: 

Fernsteuerung

Die Apple Watch soll sich auch drahtlos mit Apple TV verbinden lassen und so als Fernsteuerung fungieren für die Set-Top-Box. Dann soll man mit der Uhr den Auslöser der iPhone-Kamera aus der Ferne betätigen können. Und schliesslich soll man mit der Uhr auch verschiedenste Haustechnik ansteuern können, wie etwa die Beleuchtung oder die Heizung. Vorausgesetzt sind dabei ans Internet angeschlossene Geräte von Drittherstellern, die kompatibel sind mit dem von Apple lancierten HomeKit-Standard. 

Wer keine Apple Watch kaufen sollte 

Wer ein iPhone 4 oder 4S besitzt, oder auch ein neueres Apple-Handy und absolut zufrieden ist mit den verfügbaren Features, kann getrost abwarten. Die Technik-Skeptiker werden daran erinnern, dass es bei der Lancierung von völlig neuen Geräten häufig zu Kinderkrankheiten kommt. Allfällige Hardware-Probleme dürften bei der zweiten Generation kein Thema mehr sein. 

Noch nicht befriedigend beantwortet sind die Fragen um die Akkuleistung. Dem Vernehmen nach hält die Uhr problemlos einen Tag durch und die Batterie kann innert zwei Stunden komplett aufgeladen werden. Reicht das? 

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Auf dem Touchscreen kann man mit Wischbewegungen sowie durch Drücken navigieren. Wenn man das Display gedrückt hält, wird Force Touch aufgerufen, quasi ein Kontextmenü. bild: apple

Wer eine Apple Watch kaufen sollte 

Für hartgesottene Apple-Fans dürfte der Fall klar sein, für Gesundheits- und Fitnessinteressierte iPhone-Besitzer eigentlich auch. Daneben bietet die Uhr dank NFC-Chip (Apple Pay) für die Besitzer eines älteren iPhones (ab iPhone 5) neue Möglichkeiten, ohne dass man gleich auch noch ein neues Smartphone anschaffen muss. 

Nicht zuletzt spielt der Preis eine gewichtige Rolle. Es muss ja nicht die Luxusvariante mit Spezialarmband und Gehäuse aus 18 Karat Gold sein. Zumindest mit dem Einsteigermodell aus Aluminium (in der günstigsten Variante laut Vorankündigung ab 349 Dollar erhältlich) bleibt das erste Apple-Wearable für Normalbürger erschwinglich.

Wer den Beitrag bis hier hin gelesen hat und sich noch nicht sicher ist, ob die Apple Watch eine sinnvolle Anschaffung ist, kann sich auf die Darbietungen in den Apple Stores freuen. Apple wird seine eigenen Läden umrüsten und einen neuen Service aufziehen, um die Besucher hautnah von den Vorzügen des bislang persönlichsten Produkts zu überzeugen.

Weitere (geheime) Steuerbefehle verrät der Techblog iMore.com in diesem lesenswerten Beitrag.

Alles Wissenswerte zur Apple-Uhr

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nick Name 09.03.2015 20:25
    Highlight Highlight Kommt doch mal auf den Boden, schmeisst euer teures Technik-Schickmick-Brabbeldabbel-Zeugs eine Zeitlang zum Fenster raus und investiert in gutes und naturgemässes Essen. Oder kann schmeckt die Apple Watch womöglich auch im Schlafrock mit Vanillesauce? DAS wär mal n Ding!
  • flyingdutch18 09.03.2015 20:00
    Highlight Highlight Ich habe die Keynote gesehen und würde mir keine Apple Watch kaufen. Sie lenkt nur ab vom Wesentlichen, dem iPhone
  • just sayin' 09.03.2015 18:15
    Highlight Highlight kaufberatung noch vor dem verkaufsstart und mit den minimalen infos, die bereits öffentlich sind?

    kristallkugel?
  • Alnothur 09.03.2015 18:13
    Highlight Highlight Sprich, sie kann nichts, was andere Smartwatches nicht auch können - trotzdem werden sich Millionen die goldene Kloschüssel in ihren goldenen Apple-Käfig holen.

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