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Falt-Handys: Wie Apple mit dem iPhone Duo seine Rivalen überflügeln will

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Ein solcher Medien-Auflauf in Cupertino kann nur etwas bedeuten: Apple rührt mal wieder mächtig die Werbetrommel. Bild: keystone

Wie Apple ausgerechnet mit einem Falt-iPhone seine grössten Rivalen überflügeln will

Vor fast 20 Jahren revolutionierte Apple mit dem iPhone die Tech-Welt. Jetzt versuchen es die Kalifornier bei ihrem wichtigsten Produkt mit einer radikalen Design-Änderung. Wird sich das iPhone Duo durchsetzen?
10.09.2026, 13:4710.09.2026, 16:13

Sieben Jahre nach Vorreitern wie Samsung steigt Apple ins Geschäft mit aufklappbaren Smartphones ein. Ein Versprechen beim neuen Modell mit dem Namen iPhone Duo ist, es besser zu machen als die Konkurrenz.

Wirtschaftlich entging Apple durch die Falt-Abstinenz in den vergangenen Jahren nicht viel. Gerade einmal 2,2 Prozent der verkauften Smartphones sind nach Berechnungen von Marktforschern Klapp-Modelle. Und dies, obwohl Samsung und chinesische Hersteller wie Huawei schon seit Jahren versuchen, die Foldable-Kategorie im Markt zu etablieren.

Der neue Apple-Chef John Ternus kann seine Amtszeit damit gleich als Innovator beginnen. Als langjähriger Gerätechef des Konzerns dürfte er federführend für die Entwicklung des Duo gewesen sein – und nun wird der Erfolg oder Flop des Geräts auch mit seinem Namen verbunden werden.

Hier erfährst du, was der amerikanische Tech-Konzern anders macht, um die Rivalen aus Asien zu überflügeln.

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Die verrückte Geschichte der Falt-Handys

Faltbare Smartphones haben sich von belächelten Prototypen zu leistungsfähigen, aber teuren Geräten entwickelt. Hier sind 20 Fakten zur Geschichte, dem aktuellen Markt und Apples spätem Vorstoss in die Welt der Foldables.

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Was macht Apple anders?

Apple iPhone Duo, präsentiert am 9. September 2026. Screenshot: YouTube
Das iPhone Duo im Hands-on. Für Linkshänder scheint es weniger geeignet, da sich das Bedienelement «Dock» auf der rechten Display-Seite befindet.Screenshot: YouTube

Apple versichert, die richtige Formel gefunden zu haben, um faltbare Smartphones im grösseren Stil zu verkaufen: Ein breiteres Format als bei vielen Konkurrenz-Geräten, keine nervige Falte in der Mitte des aufgeklappten Innen-Displays und eine Software-Optik, die auf den nahtlosen Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen abgestimmt sei.

Das Falt-iPhone hat ungefähr die Abmessungen eines Reisepasses – jeweils auf- und zusammengeklappt mit Displays innen und aussen. Es weicht damit deutlich von ersten Anläufen der Rivalen ab, die zunächst vor allem auf eine schmalere und höhere Form setzten, die sich zu einem quadratischen Display aufklappen lässt. Mit 254 Gramm ist das iPhone Duo definitiv kein Leichtgewicht, wobei der Unterschied zum iPhone 18 Pro Max (249 Gramm) verschwindend klein ist.

Der kanadische Tech-YouTuber Dave Lee hat das iPhone Duo ausprobiert und erklärt wichtige Punkte:

Konkurrenten hätten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie «zwei aneinander geklebte Smartphones» anfühlten, begründete John Ternus etwas spöttisch Apples Entscheidung für das Format. Mit den Reisepass-Abmessungen könne man besser von der grösseren Fläche des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der äussere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro.

Doch das alles hat seinen Preis – auch weil die Kosten für Speicherchips gerade wegen des Ausbaus von Rechenzentren im KI-Boom explosiv in die Höhe gehen. Mit einem Preis ab 1999 Franken (ohne Schutzhülle) wird das Duo beim Marktstart im Oktober das bisher teuerste iPhone-Modell sein. Und für die Spitzen-Ausführung mit zwei Terabyte Speicher muss man sogar 3199 Franken hinblättern.

Für wen ist so ein Gerät etwas?

«Zunächst einmal für alle, die das Geld dafür haben», sagt IDC-Branchenanalyst Francisco Jeronimo. Es gebe aber Apple-Fans, die bereit seien, jeden Preis für etwas zu zahlen, was sich abhebe. Damit werde das iPhone Duo definitiv als Statussymbol dienen. Dann gebe es aber auch Leute, die ein iPhone und ein iPad-Tablet nutzten – «und jetzt die Chance haben, beides in einem Gerät zu bekommen».

Der Haken ...

Zugleich bringt die Geräteform Abschläge mit sich. Aufgeklappt ist das Duo das bisher dünnste iPhone. Das bedeutet weniger Platz für Technik als etwa bei einem iPhone Pro, das eine hochgerüstete Kamera in sich trägt. Beim Duo ist der Zoom auf 2x beschränkt, während die Kamera des neuen iPhone 18 Pro sogar eine veränderbare physische Blende bekommt.

Branchenanalyst Bob O'Donnell von Technalysis Research glaubt allerdings nicht, dass das viele Interessenten abschrecken wird. Für einige iPhone-Nutzer sei die Kamera wichtiger, für andere die Displaygrösse – und hier werde die Trennlinie zwischen Käufern von Pro und Duo liegen, argumentiert er. Auch O'Donnell sieht eher den Preis als Bremsfaktor: «Es ist eine Menge Geld für eine Menge Laute.»

Werden Falt-Handys nun massentauglich?

epa13226790 Apple CEO John Ternus (C) and Vice President of Industrial Design, Molly Anderson (C-R) pose for photos during Apple's special event at the Steve Jobs Theater in Apple Park in Cuperti ...
Hier sehen wir Apple-Chef John Ternus mit Molly Anderson, verantwortlich für Industriedesign.Bild: keystone

Es ist nach Einschätzung von Beobachtern fraglich, dass Apple die Falt-Smartphones aus der Nische herausholen wird. Nach Stückzahlen werde die Kategorie gemessen am gesamten Smartphone-Markt weiterhin «ein Tropfen im Ozean» bleiben, sagt Branchenkenner Francisco Jeronimo.

Die teureren Geräte könnten aber zum Jahr 2030 einen Umsatzanteil von zehn Prozent erreichen. Damit wäre es ein lukratives Milliarden-Geschäft.

Die amerikanische Marktforschungsfirma IDC geht davon aus, dass Apple trotz des späten Einstiegs binnen zwölf Monaten die Führung in dem Marktsegment übernehmen wird.

Auch der Analyst O'Donnell sagt, das iPhone Duo habe mit seinem Zusammenspiel von Technik und Software die Gerätekategorie «neu definiert».

Aber was ist mit KI?

Bei der ersten Apple-Produkteshow unter der Regie von John Ternus trat auch die Strategie des Unternehmens für die Ära Künstlicher Intelligenz klarer hervor. Apple will mit dem iPhone und anderen verknüpften Geräten ein persönliches Zentrum für KI bieten. Es ist die Antwort auf Versuche etwa des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, eigene Geräte als Tor zur Künstlichen Intelligenz zu etablieren. Apple betont dabei den Datenschutz und hebt die Verarbeitung von Informationen auf den Geräten statt in der Cloud hervor.

Ein erster Blick darauf in Aktion sind neue Funktionen für die frischen Computer-Uhren Watch Series 12 und Ultra 4. Sie können auf Wunsch Unterhaltungen im Laufe des Tages zusammenfassen – sowie in den vergangenen 15 Sekunden Gesagtes als Text wiederholen. Apple versichert, dass dafür überhaupt keine Aufzeichnungen angefertigt würden und der Konzern nicht auf irgendwelche Informationen zugreifen könne.

Und wo bleibt das neue Standard-iPhone?

Zusammen mit dem Duo stellte Apple auch die nächste Generation des iPhone Pro vor. Vom günstigeren Standard-Modell, das bisher stets gleichzeitig vorgestellt wurde, war diesmal aber nicht die Rede. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll es erst im Frühjahr 2027 folgen.

Die Kamera des iPhone 18 Pro soll unter anderem bessere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen machen. Dafür soll unter anderem eine verstellbare Blende wie bei klassischen Fotoapparaten sorgen.

In Zeiten von KI-Fakes wird mit der Funktion Apple Reference Image ein unverändertes Originalbild des Bildsensors gespeichert, das nicht verändert werden kann. Damit kann immer ein Referenzbild ohne Veränderungen überprüft werden.

Mit einem Preis ab 1199 Franken ist das iPhone 18 Pro um die 100 Franken teurer als das Vorgängermodell. Apple erhöhte im Sommer die Preise auf breiter Front unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherkosten. Damals liess man die iPhone-Preise aber unverändert.

Und jetzt du!

Was hältst du vom faltbaren iPhone Duo?
An dieser Umfrage haben insgesamt 997 Personen teilgenommen

Sind faltbare Smartphones das nächste grosse Ding? Was spricht aus deiner Sicht dafür und dagegen?

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Quellen

  • Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA/DPA

(dsc)

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chalbsbratwurst
10.09.2026 14:51registriert Juli 2020
"Damit werde das iPhone Duo definitiv als Statussymbol dienen."

Arbeitet an eurem Selbstvertrauen, dann braucht ihr keine Statussymbole. Ist günstiger und nützt euch langfristig viel mehr 😉
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Mulumbi
10.09.2026 14:59registriert April 2024
Ich hatte ehrlich gesagt noch nie das Bedürfnis, mein Handy zu falten. Weiss echt nicht, ob es da so vielen anders geht, aber die Industrie ist gut darin Bedürfnisse zu schaffen.
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