Digital
Auto

VW enthüllt ID.7 mit 700 km Reichweite: Das E-Auto kommt auch als Kombi

VW ID.7: Er ist die abgasfreie Alternative zum Passat. Nächstes Jahr folgt eine Kombi-Variante.
VW ID.7: Er ist die abgasfreie Alternative zum Passat. Nächstes Jahr folgt eine Kombi-Variante.bild: vw

VW enthüllt ID.7 mit 700 Kilometer Reichweite und der Elektro-Passat kommt auch als Kombi

VW hat seine erste elektrische Oberklasse-Limousine enthüllt. Im Vergleich zu den bisherigen E-Modellen haben die Deutschen beim ID.7 noch einmal nachgebessert – und der Stromer kommt auch als Kombi.
17.04.2023, 14:3717.04.2023, 19:59
Ein Artikel von
t-online

VW leistet sich ein neues Flaggschiff und krönt seine elektrische Modellpalette mit dem ID.7. Er ist knapp fünf Meter lang und in der Basisversion ab Herbst 2023 für «deutlich unter 60'000 Euro» zu haben. Je nach gewählter Akkugrösse sollen 600 oder 700 Kilometer möglich sein.

Damit wird die Oberklasse-Limousine mit dem strömungsgünstigen Fliessheck nicht nur zum günstigen Konkurrenten für Autos wie den Mercedes EQE, BMW i4 oder den Nio ET7. Mit grosser Reichweite, umfangreicher Ausstattung und einem üppigen Platzangebot könnte der ID.7 auch seinem Geschwistermodell, dem VW Passat, das Leben schwermachen – selbst wenn der bisherige Bestseller in der Mittelklasse in diesem Jahr noch einmal komplett erneuert wird.

ID.7: Das Design ist VW-typisch langweilig zurückhaltend.
ID.7: Das Design ist VW-typisch langweilig zurückhaltend.
bild: vw
Der Luftwiderstand ist mit einem Koeffizienten von 0,23 sehr gut.
Der Luftwiderstand ist mit einem Koeffizienten von 0,23 sehr gut.
bild: vw

Für den Aufstieg in die gehobene Mittelklasse hat VW seinen modularen Elektrobaukasten MEB aber nicht nur auf ein neues Format gestreckt. Sondern VW hat die meisten Bausteine in diesem Teilesatz gründlich modernisiert und so deutlich verbessert.

Mehr Leistung, mehr Reichweite

Das beginnt beim Antrieb: Der Wolfsburger E-Motor, bislang maximal 150 kW/204 PS stark, legt um fast 50 Prozent zu. Als Hecktriebler kommt der ID.7 nun allein mit einer Maschine auf 210 kW/286 PS und 545 Nm. Während für die meisten anderen MEB-Modelle bei Tempo 160 Schluss ist, darf er immerhin 180 km/h fahren.

Und es geht bei der Batterie weiter: Weil mit dem auf knappe drei Meter gestreckten Radstand der Platz zwischen den Achsen wächst, installiert VW jetzt neben dem Standard-Akku mit netto 77 kWh auch eine XL-Version mit 85 kWh.

Zusammen mit einem windschnittigen Design und einem niedrigen cW-Wert von 0,23 soll sie eine maximale Reichweite von mehr als 700 Kilometern nach WLTP ermöglichen. Mit der kleineren Akku-Variante soll die maximale Reichweite bei 600 Kilometern liegen. Und damit man trotzdem nicht länger laden muss, fliesst der Gleichstrom beim Boxenstopp nun mit bis zu 200 statt bislang 170 kW.

Der ID.7 hat einen neuen Antriebsstrang mit mehr Leistung und Effizienz.
Der ID.7 hat einen neuen Antriebsstrang mit mehr Leistung und Effizienz.bild: twitter / @jacktbernhard

Auch im Winter soll der ID.7 dank neuem Thermomanagement am Schnelllader zügiger laden: «Ein neues Thermomanagement sorgt dafür, die Batterie vor dem Ladestopp vorzukonditionieren. Diese Vorkonditionierung startet bei aktiver Zielführung auf dem Weg zu jeder Ladesäule automatisch», schreibt VW.

Gebaut für die Langstrecke

Bei der ersten Testfahrt wird der ID.7 seiner Führungsrolle in der Familie schon als Vorserienmodell gerecht: Er ist wie alle Elektroautos sehr spurtstark und angenehm leise – hat aber in beiden Disziplinen mehr zu bieten als die bisherigen ID-Modelle.

Das hohe Drehmoment drückt den Sprintwert unter sechs Sekunden, und durch den niedrigeren Luftwiderstand erzeugt der ID.7 viel weniger Windgeräusche. Ausserdem besitzt er ein adaptives Fahrwerk mit betont nachgiebigen Dämpfern im Komfortmodus und eine Lenkung ohne übertriebene Schärfe.

Das macht ihn zu einem souveränen und entspannten Langstreckenfahrzeug. Wer jedoch noch engagierter fahren will, muss auf eine mögliche Sportversion warten. Das nötige Potenzial dafür hätte der ID.7 jedenfalls.

VW bügelt Fehler aus

Was noch auffällt, und zwar schon vor dem ersten Kilometer, das ist das neue Cockpit, mit dem VW viele Fehler von ID.3 und Co. korrigieren will. Neben dem Lenkrad prangt jetzt gross wie ein Laptop-Display ein 15-Zoll-Bildschirm. Er ist genauso serienmässig wie das Head-up-Display, das situations- und positionsgenaue Hinweisgrafiken ins Sichtfeld setzt.

Der Touchscreen wurde grösser und Bedienung des Infotainment-Systems vereinfacht.

Bild

Die Software bietet nun auf dem Startbildschirm Direktzugiff auf Navigation, Assistenzsysteme und Fahrzeugdaten.

Bild
bild: vw

Und unter dem grossen Touchscreen sind die leidigen Sliderleisten für Radio und Klima mittlerweile wenigstens beleuchtet und deshalb im Dunkeln besser zu bedienen. Alles haben die Niedersachsen aber noch nicht in den Griff bekommen: Die Lenkradtasten zum Beispiel sind immer noch schwer zu treffen und geben kaum ein fühlbares Feedback.

Nicht nur bei der digitalen Ausstattung, sondern auch beim Komfort hat sich einiges getan. Vorn gibt es bequemere Sitze mit verbesserter Klima- und Massagefunktion und hinten – der Skateboard-Architektur sei Dank – fast so viel Beinfreiheit wie im Phaeton, mit dem VW es vor Jahren in der Oberklasse versucht hat.

Der Innenraum bietet Oberklasse-Ambiente …
Der Innenraum bietet Oberklasse-Ambiente …
… und viel Beinfreiheit.
… und viel Beinfreiheit. bild: vw

ID.7 kommt auch als Kombi

Und im Kofferraum ist ebenfalls mehr Platz. 532 Liter Gepäck lassen sich hier verstauen. Trotzdem nicht genug? Selbst das ist kein Grund, sich der Mobilitätswende zu verschliessen und vielleicht doch einen Passat Variant zu kaufen. Denn als erstes ID-Modell baut VW den Siebener auch als Kombi.

Mit dem ID.7 baut VW eine attraktive Alternative zu überteuerten Oberklasse-Modellen der Konkurrenz und wird mit den überfälligen Verbesserungen mittelfristig die ganze Modellfamilie mitziehen. Mit einer Ausnahme: Wenn die Niedersachsen in diesem Herbst einen neuen Passat bringen, könnte der im Vergleich zum ID.7 ziemlich alt aussehen. Denn er wird weder mehr Platz bieten, noch elektrisch fahren.

Inzwischen grosses Elektroangebot

Bei VW kommen die ID-Modelle seit 2019 Schlag auf Schlag: der Kleinwagen ID.3, der SUV ID.4 und letztes Jahr der ID.5 im Coupé-Design sowie der Elektrobus ID.Buzz. Nun folgen die Limousine ID.7 und 2024 der Elektro-Kombi. Spätestens 2026 soll auch die Serienversion des kürzlich als Studie vorgestellten Kleinwagens ID.2 für unter 25'000 Euro fertig sein, ein zusätzliches Mini-Modell für unter 20'000 Euro ist ebenfalls in der Entwicklung.

Klimaschützer fordern seit Langem, nicht nur grössere Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auszustatten – VW war dafür kritisiert worden, zunächst auf teurere E-Autos zu setzen. Der Konzern bietet mit dem ID.3 oder Cupra Born indes schon heute kompakte Elektroautos in Golf-Grösse.

Bis Ende des Jahrzehnts sollen 80 Prozent aller neu ausgelieferten VW abgasfrei fahren. Dazu sind allein bis 2026 zehn neue E-Modelle geplant.

Elektroauto

Der ID.7 im Video von Carmaniac

Und alle wichtigen Infos im Video von Nextmove.

VWs ID-Modelle

Ein E-Auto für die Massen – das bietet der «ID. 2all» von VW

1 / 14
Ein E-Auto für die Massen – das bietet der «ID. 2all» von VW
Bei den Elektroautos dominieren bislang die grossen und teuren Modelle. Doch nun hat VW einen bezahlbaren Kleinwagen vorgestellt, der bezüglich Leistung und Komfort überzeugen soll.
quelle: volkswagen ag
Auf Facebook teilenAuf X teilen

VW hat den Hippiebus digitalisiert – das bietet der ID.Buzz

1 / 24
VW hat den Hippiebus digitalisiert – das bietet der ID.Buzz
Eine Legende kehrt zurück – hält VW seine vollmundigen Versprechen?
quelle: volkswagen
Auf Facebook teilenAuf X teilen

VW ID.3: Der Golf für das Elektrozeitalter

1 / 12
VW ID.3: Der Golf für das Elektrozeitalter
Der VW ID.3 ist seit September 2020 erhältlich. Die Reichweiten variieren je nach Modell von 330 bis zu 550 Kilometern nach WLTP.
quelle: vw
Auf Facebook teilenAuf X teilen

ID.4: Der grosse Bruder des ID.3

1 / 8
Der neue ID.4 von VW
quelle: volkswagen / volkswagen
Auf Facebook teilenAuf X teilen

(t-online/oli)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2022
1 / 22
Die 20 meistverkauften E-Autos in der Schweiz 2022
Rang 20: Porsche Taycan (611 Verkäufe).
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das E-Mobil im Test
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
E-Autos: Wer das «Recht auf Laden» unterstützt und wer davon nichts wissen will
Hauseigentümer sollen verpflichtet werden, private Parkplätze mit einer Lade-Grundinstallation auszurüsten. Die Ladestation selbst müssten E-Autofahrende weiterhin selbst bezahlen. Im bürgerlichen Lager regt sich Widerstand.
Sollen Mieterinnen und Mieter künftig leichter Zugang zu Ladeinfrastruktur für E-Autos erhalten? Die Meinungen von Parteien und Verbänden gehen nach wie vor weit auseinander.
Zur Story