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ID. 2all: Die wichtigsten Fakten zum neuen Tesla-Killer von VW

ID. 2all von VW – Blick ins Cockpit.
VW hat bei der Präsentation seines massentauglichen E-Autos verboten, das Innere zu filmen. Noch gibt es das vielversprechende Fahrzeug nur als Prototyp.Screenshot: YouTube
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VW kündigt einen Tesla-Killer an – und macht es wie Elon Musk ...

«Geräumig wie ein Golf, preiswert wie ein Polo», verspricht der deutsche Automobilkonzern zu seinem neuen Elektro-Kleinwagen «ID. 2all». Hier sind die wichtigsten Fragen und (kritischen) Antworten.
16.03.2023, 12:4416.03.2023, 13:18
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Der Volkswagen-Konzern hat am Mittwoch einen luxuriösen, aber bezahlbaren Elektro-Kleinwagen vorgestellt. Die Reaktionen der Fachwelt auf den «ID. 2all» zeigen, dass VW damit goldrichtig liegen könnte. Doch beim genauen Hinschauen entpuppt sich die Präsentation als Marketing-Stunt.

Was hat VW vorgestellt?

Einen neuen Elektro-Kleinwagen namens «ID. 2all», dessen Preis-Leistungs-Verhältnis die grössten Konkurrenten in Europa, den USA und Asien das Fürchten lehren soll. In der folgenden Bildstrecke erfährst du alles Wissenswerte.

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Ein E-Auto für die Massen – das bietet der «ID. 2all» von VW
Bei den Elektroautos dominieren bislang die grossen und teuren Modelle. Doch nun hat VW einen bezahlbaren Kleinwagen vorgestellt, der bezüglich Leistung und Komfort überzeugen soll.
quelle: volkswagen ag
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«Der ID. 2all ist eine Hommage an den Käfer, Golf und Polo.»
VW-Chefdesigner Andreas Mindt

Warum ist das wichtig?

Ein deutscher Elektroauto-Influencer und YouTuber bringt es auf den Punkt:

«Elektromobilität ist momentan nicht erschwinglich.»
Christopher Karatsonyi, Car Maniac

Die Serienversion des ID. 2all ist gemäss der Konzernführung nur eines von zehn neuen Elektroautos, die VW bis 2026 auf den Markt bringen will. Ausserdem arbeiten die Deutschen auch an einem Modell für unter 20'000 Euro.

Das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» kommentiert:

«VWs Versprechen vom günstigen, aber guten Elektroauto ist nicht neu. Aber dass es jetzt in Zeiten teurer Rohstoffe, fehlender Chips, gestörter Lieferketten und weltpolitischer Umbrüche erneuert wird, das darf als Signal gelten.»
quelle: spiegel.de

Warum «Tesla-Killer»?

Der hiesige E-Auto-Markt ist fest in der Hand von Volkswagen und Tesla. Obwohl die Amerikaner mit dem Model 3 und dem Model Y die Rangliste der meistverkauften Modelle anführen, setzt der VW-Konzern in Europa mehr Elektroautos ab. Nun stelle man sich vor, die Deutschen lancierten ein günstiges Modell, das sowohl Luxus als auch Reichweite bietet.

Wo ist der Haken?

Die Führungsriege des VW-Konzerns eifert dem Ankündigungsweltmeister Elon Musk nach: Es wird ein neues E-Auto vorgestellt, das sehr viele Leute haben wollen, doch auf den Markt bringt man es frühestens in zwei Jahren. 🙈

Warum tut VW das?

Ein Autojournalist bei der «Zeit» kommentiert:

«Volkswagen hat keine Wahl: Das bezahlbare Elektroauto muss her – sonst verkaufen es andere.»

Mit der Ankündigung des ID. 2all ändere der grösste deutsche Automobilkonzern seinen Kurs – hin zu mehr bezahlbaren Elektroautos in hoher Stückzahl.

Die Corona-Pandemie, die Lieferengpässe und der Ukraine-Krieg hätten paradoxerweise nahezu bei allen Autoherstellern zu hohen Profiten geführt. Doch weil es zu wenig Mikrochips gab, seien Basisvarianten mit wenig Ausstattung und kleiner Motorisierung aus dem Programm genommen worden. Dies wolle VW in den kommenden Jahren ändern.

«Das ist eine gute Nachricht für die Kundinnen und Kunden im Klein- und Kompaktwagensegment. Sie bekommen ein besseres Angebot und die Konkurrenz durch Elektroautos unter anderem aus China wird bis 2025 grösser werden.»
quelle: zeit.de

Wie spricht man «ID. 2all» aus?

Auf Englisch, «ID to all», obwohl das eher Denglisch ist.

VW-Markenchef Thomas Schäfer sagte es jedenfalls so bei der Präsentation. Gemeint ist wohl nicht «zu allen», sondern «für alle», doch irgendwie schafften es die Marketing-Profis, das Chaos zu perfekt zu machen: In deutschsprachigen Berichten ist auch die Rede davon, dass «Idee für alle» gemeint sei.

Einigen wir uns auf: «Neuer Elektro-Kleinwagen von VW, der leider noch lange nicht verfügbar sein wird».

Wie gross ist der Kleine?

Mit 4,05 Meter sei der ID. 2all so lang wie ein VW Polo (mit Verbrenner-Motor), konstatiert heise.de. In der gleichen Klasse gebe es bereits europäische Elektroautos auf dem Markt, etwa den Renault Zoe, Opel Corsa-e und Peugeot e-208. Diese gehören zu den 25 meistverkauften E-Autos in Europa.

Anders als die anderen Fahrzeuge von Volkswagen hat der ID. 2all keinen Heck-, sondern Frontantrieb. Dies ermöglicht ein grosses Kofferraumvolumen: Volkswagen gibt 490 Liter an, deutlich mehr als die 381 Liter des längeren Golf 8.

Weiter prognostiziert heise.de:

«Zwar dürfte das Raumangebot auf den Sitzen insgesamt nicht ganz dem Golf entsprechen, aber der Radstand von 2,6 Meter ist in diesem Segment grosszügig. Wer nicht gerade ständig vier Erwachsene transportiert, wird vermutlich gut mit dem Platzangebot leben können.»

Warum so günstig?

VW setzt jedenfalls nicht auf eine (günstigere) Wunderbatterie, wie sie in letzter Zeit vermehrt durch die Medien geistert.

Dazu erklärt spiegel.de:

«Der Trick liegt in herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Batterien und einer Weiterentwicklung des konzerneigenen Elektrobaukastens MEB. Die Plattform ‹MEB Entry› ermöglicht jetzt auch Frontantrieb, wie er in der Klein- und Kompaktwagenklasse üblich ist. Das spart Platz und Geld, macht das Auto sicherer, nur um den Preis des weniger schwungvollen Fahrgefühls.»

Und jetzt du!

Was hältst du von der VW-Ankündigung? Überzeugen dich die Spezifikationen des ID. 2all? Was sind die Nachteile?

Schreib uns via Kommentarfunktion.

Quellen

Der Bericht von Car Maniac:

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135 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chnaller
16.03.2023 13:21registriert Januar 2021
Schade dauert das noch bis 2025. Ich hab vom SUV-Wahn langsam die Schnauze voll.
19116
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dä Füüfer, s Weggli und s Usegeld
16.03.2023 13:23registriert September 2017
Langsam gehts in die richtige Richtung
1546
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Doppellottotreffer
16.03.2023 13:33registriert September 2021
Oh je, schon wieder ein Tesla-Killer!
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