Digital
Deutschland

Russische Elitehacker greifen deutsche Parteien an – aus Gründen

Russische Elitehacker greifen deutsche Parteien an – aus Gründen

Die Hackergruppe «Cozy Bear» mit Verbindungen zum russischen Auslandsgeheimdienst hat es offenbar auf die deutsche Politik abgesehen. Sie verschickten eine Schadsoftware per Mail.
23.03.2024, 20:1123.03.2024, 20:11
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Mehrere Parteien in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge Ziel einer grossangelegten russischen Cyberattacke geworden. Laut einer am Freitag dem «Spiegel» vorliegenden Analyse der US-Sicherheitsfirma Mandiant versuchte die vom Kreml gesteuerte Hacker-Gruppierung «Cozy Bear», mehrere deutsche Parteien mit Schadsoftware anzugreifen.

Deutsche Sicherheitsbehörden hätten wegen des Vorfalls bereits ein sogenanntes «Sensibilisierungsschreiben» an die Bundestagsverwaltung verschickt, berichtete das Magazin. Nach Angaben internationaler Geheimdienste gehört «Cozy Bear» zum russischen Auslandsgeheimdienst SWR.

Bundesamt für Verfassungsschutz: Es sollen Daten gestohlen werden

Im Visier der Angreifer waren nach «Spiegel»-Informationen unter anderem offenbar Mitglieder der CDU, die Warnungen gingen aber auch an weitere im Bundestag vertretene Parteien. Im Vorfeld hatte das zum Internetkonzern Google gehörende Unternehmen Mandiant demnach die CDU und die deutschen Behörden über den von ihr erkannten Phishing-Versuch informiert.

Berügerische E-Mail aus Russland, gerichtet an die CDU.
Ausschnitt der gefälschten E-Mail.Screenshot: spiegel.de

Die Mails, die an einige Politiker herausgingen, luden laut einem Bericht des ZDF zu einem vermeintlichen Abendessen der CDU am 1. März ein. Allerdings war als Veranstalter ein «regionales repräsentatives Amt der Partei» genannt, das es so nicht gibt. Hinter einem Link sollten sich alle «erforderlichen Informationen für die Veranstaltung» befinden – tatsächlich steckte allerdings die Schadsoftware dahinter.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärten in ihrem Schreiben an die Bundestagsverwaltung, die Kampagne ziele offenbar «auf die Etablierung von langfristigen Zugängen zu den Netzwerken der Ziele». Es gehe darum, Daten zu stehlen. Insbesondere angesichts der bevorstehenden Europawahl sei «von einem erhöhten Aufklärungsinteresse fremder Mächte auszugehen, welches sich auch und gerade in Cyberangriffen gegen den politischen Raum niederschlagen kann».

Quellen

(t-online/dsc)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Wie der russische Militärgeheimdienst GRU hackt und tötet
1 / 25
Wie der russische Militärgeheimdienst GRU hackt und tötet
Zum Repertoire des russischen Militärgeheimdienstes GRU gehören gezielte Tötungen, verdeckte Militäreinsätze, Hackerangriffe und die Manipulation von Wahlen. In dieser Bildstrecke lernst du seine Einheiten und Operationen kennen.
quelle: shutterstock
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Ich stelle mein Handy nie auf lautlos» – Oksana erzählt von ihrem Leben seit der Flucht
Das könnte dich auch noch interessieren:
ChatGPT-Daten können in den USA landen – Sunrise lanciert eine Schweizer Lösung
Die KI-Anwendung für hiesige Unternehmen sei «vollständig unter Schweizer Kontrolle», verspricht die Telekom-Firma. Möglich macht das ein Schweizer Start-up.
An künstlicher Intelligenz (KI) kommt keiner vorbei. Firmen erhoffen sich von ihrem Einsatz Effizienz- und Tempogewinne. Doch wenn sie ein kommerzielles Modell eines grossen US-amerikanischen Anbieters wie ChatGPT nutzen, riskieren sie, dass US-Behörden Zugriff auf die Daten erhalten. Denn diese Anbieter unterstehen dem sogenannten Cloud Act. Dieser sichert US-Behörden Zugriff auf die Daten, selbst, wenn Unternehmen kostenpflichtige Versionen nutzen und die Server in der Schweiz stehen. Bei fast allen kommerziellen Lösungen aus dem Ausland stehen Firmen vor einem ähnlichen Dilemma.
Zur Story