Palantir-Boss Karp baut Riesenvilla in Liechtenstein – das sorgt für Fragen im Fürstentum
Schon länger ist klar, dass sich Palantir-Chef Alex Karp in Liechtenstein niederlässt. Bereits heute verbringt der umstrittene Tech-Manager seine Zeit teilweise im Fürstentum, das an die Kantone St.Gallen und Graubünden grenzt. Nun sorgt der prominente Neuzuzüger für Aufsehen im Kleinstaat, in dem nur 40'000 Menschen leben: In der Gemeinde Schaan sind auf einem 6000 Quadratmeter grossen Gelände Bagger und andere Baumaschinen aufgefahren.
Das Liechtensteiner Grundbuchamt bestätigte gegenüber der SonntagsZeitung, dass Alex Karp Eigentümer des Grundstücks ist, auf dem sich die hermetisch abgeriegelte Baustelle befindet. Karp ist demzufolge in der Gemeinde Gamprin-Bendern gemeldet, diese liegt zehn Minuten von dem Grundstück in Schaan entfernt.
Karp zog vor einigen Jahren zuerst in Betracht, in die Schweiz zu ziehen, ehe er sich dann doch für Liechtenstein entschied. Mutmasslich wegen der Lex Koller, die verlangt, dass ausländische Landkäufer ihren Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegen. In Liechtenstein schien es für Karp dann weniger Hürden zu geben.
Der schwerreiche und umstrittene Zuzüger ist aber nicht allen Einwohnerinnen und Einwohnern geheuer. Doch laut der Zeitung ist kaum jemand bereit, öffentlich über das Thema zu sprechen. Die Abgeordnete Sandra Fausch von der Freien Liste Liechtenstein allerdings sagt:
Dass Karp sich in Liechtenstein niederlassen kann, wirft mehrere Fragen auf. Liechtenstein geht sehr restriktiv mit Niederlassungsbewilligungen für Ausländer, auch Schweizer, um. Politikerin Fausch hat deshalb eine Anfrage an die Liechtensteiner Regierung, wo der Fürst grossen Einfluss geniesst, gestellt. Sie wollte wissen, zu welchen Konditionen Karp in Liechtenstein lebt und wie das Land zu einer Zusammenarbeit mit dessen Firma Palantir steht. Eine solche verneint die Regierung zum jetzigen Zeitpunkt.
Karps Firma Palantir ist umstritten, weil das Unternehmen Überwachungstechnologien und Software für Armeen verkauft. Im Kontext des KI-Zeitalters gibt es Befürchtungen, dass Regierungen Palantirs Technologie zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger missbrauchen könnten. Dazu kommt, dass Karp, und insbesondere sein Palantir-Mitgründer Peter Thiel, schon mehrfach Ansichten äusserten, die einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung klar widersprechen. (con)
