Deutscher Experte erklärt, wie gegen Russland zurückgeschlagen werden muss
Der renommierte Sicherheitsexperte Peter Neumann hat bei «Lanz» eine klare Forderung gestellt: Deutschland müsse auf den mutmasslich russischen Anschlagsversuch auf ein ukrainisches Flugzeug in Leipzig mit Gegenmassnahmen reagieren. «Wir müssen uns überlegen: Wie vergelten wir?», sagte der 51-Jährige in der ZDF-Talkshow.
Auf Nachfrage von Gastgeber Markus Lanz, dem das Erstaunen ob der Forderung anzumerken war, konkretisierte Neumann seinen Vorschlag:
Diese könne von symbolischen Massnahmen wie der Ausweisung des russischen Botschafters bis hin zu verdeckten Operationen gegen Cybernetzwerke in Russland reichen. Wichtig sei dabei die richtige Balance, so der Sicherheitsexperte, der am renommierten Londoner King's College forscht.
Auch dürfe man Machthaber Wladimir Putin nicht unterschätzen. Gar keine Reaktion «signalisiert Schwäche», so Neumann. Eine zu starke Reaktion könnte jedoch eine direkte Auseinandersetzung mit Russland provozieren.
Neumann plädierte für eine koordinierte «4V-Strategie», bestehend aus Verhindern, Vorbereiten, Verfolgen und Vergelten. Unter «Vergeltung» verstehe er «die Wiederherstellung von Abschreckung» durch gezielte Gegenmassnahmen wie verdeckte Cyberoperationen, härtere wirtschaftliche Sanktionen oder das Ausweisen russischer Diplomaten.
Neumann war 2014 als Berater der USA bei den Vereinten Nationen tätig und fungierte 2017 als Sonderbeauftragter für die Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Sein Werk «Die neuen Dschihadisten» wurde zum Bestseller. Weitere bekannte Bücher sind «The New World Disorder» oder «Bluster: Donald Trump's War on Terror».
Adler: «Sie wollen Deutschland in die Knie zwingen»
Das grundlegende Ziel des autoritären Kremlherrschers Putin sei dabei klar, sagte die Deutschlandfunk-Journalistin Sabine Adler (62) ans TV-Publikum gerichtet:
Die Journalistin warnte zudem vor russischer Einflussnahme auf die deutschen Landtagswahlen im Osten. Moskau versuche gezielt, Politiker an die Macht zu bringen, die die Ukraine-Unterstützung aufweichen würden. Besonders alarmierend: Aus dem Kreml gibt es laut Adler konkrete Konzepte, wie sich die AfD gegenüber Russland verhalten soll.
Darüber hinaus verwies sie auf eine riesige Drohnenfabrik im russischen Tatarstan, in der unter fragwürdigen Umständen Zehntausende Drohnen produziert werden. Der Kreml lasse dort nachweislich unter anderem Frauen aus afrikanischen Ländern und aus Lateinamerika arbeiten. Diese seien mit der falschen Versprechung, sie könnten dort studieren, in die russische Föderation gelockt worden.
Quellen
- zdf.de: Sendung "Markus Lanz" vom 18. August (das Thema Drohnenanschlag folgt ab 56:31)
- bild.de: Experte spricht von Vergeltung gegen Russland
(dsc/t-online)

