Warum dieses Smartphone selbst die grössten Falt-Handy-Skeptiker überzeugen könnte
In Kürze
- Das Galaxy Z Fold 8 ist ein kompaktes Smartphone, das sich wie ein Buch zu einem kleinen Tablet öffnen lässt. Es ist breiter, aber viel kürzer als bisherige Fold-Modelle.
- Die neue Form bringt mehrere Vorteile: Aufgeklappt erhält man ein Mini-Tablet im praktischen 4:3-Format. Zugeklappt passt es gut in die Hosentasche, da es kurz und dünn ist.
- Offiziell kostet das Fold 8 über 1700 Franken. Im Online-Handel ist es teils mehr als 400 Franken günstiger.
Eigentlich gibt's nichts Öderes als noch einen Smartphone-Test. Aber dann kommt Samsung mit diesem neuen Falt-Smartphone um die Ecke, das so vieles besser als frühere Modelle macht: endlich eine praktische Form. Endlich klein und handlich. Dazu spürbar dünner und leichter und ja, Samsung hat nicht gelogen: Aufgeklappt zu einem kleinen Tablet ist der Bildschirmknick visuell und haptisch kaum noch wahrnehmbar.
Fotos kommen auf dem Hauptdisplay schön zur Geltung
Ich nutzte das Galaxy Z Fold 8 gut einen Monat im Alltag und das sind meine Eindrücke (am besten holst du noch einen Kaffee, es könnte etwas länger dauern).
Was die neue Form im Alltag ändert
Sieht etwas merkwürdig aus, oder?
Das Fold 8 ist deutlich kürzer als andere Smartphones und bisherige Fold-Modelle. Mit einer Breite von 8,2 cm ist es auch rund 1 cm breiter als viele herkömmliche Smartphones. Ich hatte erwartet, dass mich das stören würde. Hat es kaum.
Im Test hat sich diese Form als ausgesprochen alltagstauglich erwiesen. Denn anders als bei den ersten Fold-Modellen blickt man nicht auf ein seltsam schmales, in die Länge gezogenes Display. Auf dem 5,5 Zoll grossen Fold-8-Display lassen sich Apps wie auf einem klassischen Smartphone nutzen, weitgehend einhändig.
Welche Form darf's sein? Galaxy Fold 8 und Fold 7 (rechts)
Der zweite Vorteil offenbart sich, sobald man es zu einem kleinen Tablet aufklappt: Mit der neuen Form erhält das geöffnete Fold 8 ein praktisches 4:3-Format (frühere Fold-Modelle waren geöffnet fast quadratisch). Dieses Seitenverhältnis erweist sich als ideal für das Browsen im Web, das Verfassen von E-Mails oder das Betrachten von Fotos. Gewöhnliche Smartphone-Aufnahmen füllen den Bildschirm im Hoch- und Querformat perfekt aus. Ferienfotos wirken so weit besser als auf einem normalen Smartphone-Display.
Bei Videos verbleiben schwarze Ränder, diese fallen jedoch schmaler als bei früheren Fold-Generationen aus.
Fold 8 und Fold 7 aufgeklappt
bild: watson
E-Books oder Webseiten kommen auf dem 7,6 Zoll grossen Hauptdisplay (Diagonale: 19,32 cm) um Welten besser zur Geltung als auf gewöhnlichen Smartphones oder älteren Fold-Modellen. Dies auch, weil anders als beim Vorgängermodell Fold 7 das faltbare Hauptdisplay besser entspiegelt ist und im Sonnenlicht gut ablesbar bleibt.
So macht ein Falt-Smartphone Spass!

Sehr erfreulich: Beim Betrachten von Fotos, Videos etc. ist der Falz unsichtbar. Nur wenn man das Display ausschaltet oder seitlich darauf spienzelt, lässt er sich noch erkennen. Ganz verschwunden ist er nicht, aber gegenüber dem Fold 7 drastisch reduziert.
Ebenfalls wichtig: Das dünne Foldable lässt sich geschmeidig auf- und zuklappen – und da ich ein anderes Falt-Handy von Samsung seit mehreren Jahren im Einsatz habe, zweifle ich nicht daran, dass auch das Fold 8 viele Jahre überdauern kann.
Ein Falt-Handy für die Hosentasche
bild: watson
Im Alltag sind für mich die kompakte Form und das geringe Gewicht klare Pluspunkte gegenüber früheren Fold-Modellen und generell grossen Smartphones. Gewiss, auch die technischen Daten (siehe Ende des Artikels) lassen sich sehen, aber Handys mit schnellen Prozessoren, scharfen Displays und guten Kameras gibt es wie AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt, viel zu viele. Zu diesem charmanten Falt-Smartphone greift man eher wegen der neuen, alltagstauglichen Form.
Das Fold 8 liegt bequem in der Hand, fühlt sich wie ein herkömmliches Handy an und passt in fast jede Hosentasche, da es kurz und schmal ist.
Schon jetzt deutlich günstiger
Die schöne Geschichte bekommt beim Preisschild ihren ersten Knick. 1729 Franken möchte Samsung für das Galaxy Z Fold 8. Ein teurer Spass. Sogar ein verdammt teurer Spass, wenn man bedenkt, dass man für das Sümmchen auch ein Galaxy S26 Ultra plus ein Galaxy-Tablet plus die Kopfhörer Galaxy Buds 4 Pro erstehen könnte.
Zugegeben: Diese Rechnung unterschlägt, dass das Fold 8 ein sehr gutes Smartphone und verblüffend leichtes Tablet in einem ist – und genau dies macht den Reiz aus. Und sie unterschlägt, dass das Foldable bei vielen Händlern bereits mehrere Hundert Franken günstiger ist – aktuell ab 1209 Franken.
Der direkte Rivale, Apples iPhone Duo, kostet notabene 2000 bis 3200 Franken, ist also auch kein Schnäppchen.
bild: @Cartidise
Lohnt sich das?
Foldables sind nie günstig: Ob sich die Investition lohnt, hängt vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Wer häufig auf dem Handy liest, Filme oder Serien unterwegs auf einem grösseren Display konsumieren möchte (ohne ein weiteres Gerät mitzuschleppen) oder aus anderen Gründen den grösseren Bildschirm ausreizt, bekommt mit dem Fold 8 tatsächlich einen Mehrwert.
Wer hingegen vorwiegend telefoniert, Nachrichten tippt oder durch soziale Netzwerke scrollt, ist mit einem klassischen Smartphone besser bedient.
Wo das Galaxy Z Fold 8 glänzt
Die Form ist ein Volltreffer
Im Alltag glänzt das Fold 8 immer dann, wenn ein etwas grösseres Display gefragt ist. Hochkant gehalten erinnert das kleine Tablet beispielsweise an einen E-Book-Reader.
Das Fold 8 ist etwas kleiner als ein iPad mini, dünner und fast 100 Gramm leichter. Es ist auch 50 Gramm leichter als das ähnlich grosse, aber dickere iPhone Duo. Da die drei Geräte das gleiche 4:3-Seitenverhältnis verwenden, eignen sie sich für ähnliche Dinge: Ob E-Books, E-Paper, Online-Shopping oder Gaming – ganz unterschiedliche Nutzungsverhalten profitieren von etwas mehr Bildschirmfläche.
Nicht optimal ist das Seitenverhältnis für Filme und Serien. Immerhin fallen die schwarzen Balken verglichen mit früheren Fold-Modellen schmaler aus und das Bild ist sichtlich grösser als bei gewöhnlichen Smartphones.
Persönlich lese ich längere Texte gerne auf dem 7,6 Zoll grossen Bildschirm. Er ist qualitativ hochwertig und zum ersten Mal fühlt sich für mich ein Fold-Modell wie ein kompaktes, klassisches Tablet an. Dazu trägt bei, dass der Falz auch nach fünf Wochen kaum sicht- und spürbar ist. Aber ob dies in fünf Jahren weiterhin so bleibt? Ich bezweifle es.
Starke Software und 7 Jahre Updates
Zu hoffen wäre es natürlich, schliesslich wird das Fold 8 für mindestens sieben Jahre mit Android- und Sicherheits-Updates versorgt.
Auf dem Smartphone läuft Samsungs Betriebssystem One UI 9 basierend auf Android 17 in einer für Foldables optimierten Version. Das fängt bei der Taskbar am unteren Bildschirmrand an, über die man Apps schnell öffnen kann und endet bei verschiedenen Splitscreen-Modi, um zwei oder drei Apps in beliebigen Grössen anzuzeigen. Persönlich brauche ich diese Multitasking-Funktionen nicht, aber sie sind da und funktionieren einwandfrei.
Populäre Apps wie YouTube, Gmail oder WhatsApp von grossen Anbietern nutzen den zusätzlichen Raum des Hauptdisplays gut aus, während viele kleine Apps weiterhin nicht für Falt-Geräte optimiert sind.
Neutrale Punkte
Gute Kamera mit (kl)einer Schwäche
Samsung spendiert seinem jüngsten Foldable eine ausgewogene Kamera. Der Automatikmodus liefert bei Tageslicht natürlich wirkende Fotos ohne übertriebenes Nachschärfen oder dergleichen. Auch der Zoom (gut im Bereich 2x- bis 4x-Zoomstufe) und die Qualität bei Nacht dürften für 90 Prozent der User völlig ausreichend sein, kommen allerdings nicht ganz an klassische Flaggschiff-Modelle wie das Galaxy S26 Ultra heran. Einen besseren Zoom erhält man auch im noch teureren Fold 8 Ultra oder im Fold 7 aus dem letzten Jahr. Samsung hat den besseren Zoom also einfach weggespart.
Gemessen am sehr hohen Preis ist dies unverständlich. Dennoch sei betont, dass auch diese Kamera in den allermeisten Situationen, sei es Porträt, Selfie oder Landschaftsaufnahme, überzeugende Ergebnisse liefert.
Einige Beispielbilder zeigt die folgende Slideshow.
Das kann die Kamera: Beispielfotos mit dem Galaxy Z Fold 8
Ein paar Worte zum Akku
Erstmals setzt Samsung auf Silizium-Kohlenstoff-Akkus, um eine höhere Energiedichte und bessere Laufzeiten bei schlankem Design zu erreichen. Das Resultat sind rund 10 Prozent mehr Kapazität (4800 mAh) als beim grösseren Fold 7. Auch dank guter Software-Optimierung und effizientem Prozessor bietet das neue Fold eine nochmals etwas längere Akkulaufzeit, die einen problemlos durch den Tag (und darüber hinaus) bringt.
Der nun etwas grössere Akku lädt mit bis zu 45 Watt deutlich schneller als frühere Fold-Geräte. Eine Vollladung dauert rund 70 Minuten. Kabelloses Laden wird ebenfalls unterstützt. Samsung verzichtet aber erneut auf integrierte Magnete in der Rückseite (ähnlich wie Apples Magsafe), etwa für magnetische Ladestationen. Für magnetisches Zubehör ist man zwingend auf entsprechende Hüllen angewiesen. Das ist sicher keine Glanzleistung.
Was auch nicht glänzt, ist die Rückseite. Sie ist matt und erfreulicherweise sind Fingerabdrücke so gut wie nicht zu erkennen.
Oh, hab ich erwähnt, dass es wasserfest ist?

Nun, ein bisschen wasserfest. Ein kleines Bad im Süsswasser ist OK, aber mit Salzwasser verträgt sich das Foldable nicht.
Was mir nicht gefällt
Bei allem Lob müssen wir auch über die Probleme reden.
Der Preis 😲
Samsungs unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1729 Franken für 256 GB Speicher und 12 GB Arbeitsspeicher. Mit der Maximalausstattung von 1 TB Speicher und 16 GB RAM werden 2179 Franken fällig. Egal wie gut das Teil ist, bei dieser Ansage sind 99 Prozent der Menschen raus. Mehrere Online-Händler bieten das Fold 8 daher bereits deutlich reduziert an (ab gut 1200 Franken) und die Preise dürften in den nächsten Monaten oder spätestens mit dem Fold 9 weiter purzeln.
Schlussendlich wird kaum jemand den horrenden Vollpreis zahlen, da das Falt-Smartphone mit Aktionen, Rabatten und Eintauschangeboten für das bisherige Smartphone vergünstigt wird.
Das Gewackel
Samsung hat es wieder getan: Der hohe Kamera-Buckel sorgt unweigerlich dafür, dass das Gerät nicht flach aufliegt und auf dem Tisch liegend bei der kleinsten Berührung extrem wackelt. Und mit extrem meine ich extrem. Immerhin, eine Schutzhülle hilft.
Keine S-Pen-Unterstützung
Wie schon beim Vorgänger verzichtet Samsung beim Fold 8 zugunsten der dünnen Bauweise komplett auf den S-Pen, also die Stifteingabe. Wer mit einem digitalen Stift Notizen machen möchte, muss auf einen Drittanbieter zurückgreifen. Anders als beim Galaxy S26 Ultra lässt sich ein solcher Stift natürlich nicht im Gerät verstauen.
Schlecht reparierbar
Wie alle Foldables bleibt auch das Fold 8 ein Reparatur-Albtraum. Eine Schutzhülle ist daher eigentlich Pflicht.
Das Fazit
bild: samsung
Das Galaxy Z Fold 8 ist unter Samsungs Foldables die goldene Mitte. Es findet bei Form und Grösse die Balance, die bei Kundinnen und Kunden am besten ankommen dürfte. Es fühlt sich geschlossen wie ein normales, handliches Smartphone an. Und es fühlt sich geöffnet wie ein normales, handliches Tablet an. Das hat schon was.
Die Zeiten, als Falt-Smartphones klobig waren und User bei Display, Kamera und Akku zu grosse Kompromisse eingehen mussten, sind passé. Geblieben sind die gesalzenen Preise. Für die allermeisten Menschen werden daher normale Smartphones weiterhin die logische Wahl bleiben.
Wer hingegen das grössere Hauptdisplay ausreizt, bekommt eindeutig einen grösseren Mehrwert als bei früheren Falt-Modellen. Ich würde das Fold 8 deshalb auch privat nutzen.
Diese Form ist gekommen, um zu bleiben
Wer nicht nur dieses Fazit, sondern den gesamten Testbericht gelesen hat, versteht vermutlich, warum sich meine anfänglich leichte Skepsis (ist es nicht zu breit?) in den vergangenen Wochen verflüchtigt hat. Das geänderte Seitenverhältnis ist ungewohnt, aber für ein Foldable eine gute Wahl. Es erinnert an das Format eines Reisepasses und passt in fast jede Hosentasche.
Huawei, Xiaomi, Apple und wie sie alle heissen, bauen Falt-Smartphones in diesem Format – und das ist kein Zufall. Alle versuchen sie mit immer besseren Foldables das Premium-Segment preislich nach oben zu erweitern, denn hier sind die Margen am grössten, hier können Gewinne eingefahren werden.
Umgekehrt lässt sich mit sehr günstigen Handys immer weniger Geld verdienen. Drastisch gestiegene Preise für internen Speicher und Arbeitsspeicher machen sie wirtschaftlich kaum noch tragbar. Dazu kommen strengere gesetzliche Vorgaben für Ersatzteile und Updates, die ebenfalls Kosten verursachen. Im Premium-Segment, sprich bei Falt-Smartphones, kann diese Teuerung einfacher auf die Konsumenten überwälzt werden.
Kurz gesagt: Falt-Smartphones sind noch längst kein Massenmarkt, aber eine höchst lukrative Nische. Denn im Endeffekt geht es darum, kaufkräftige Kundinnen und Kunden langfristig an das eigene Marken-Ökosystem zu binden. Diese loyalen Kunden sind weit «wertvoller» als jene, die stets das günstigste Handy suchen und nach zwei Jahren zum nächsten Hersteller abspringen.
Samsung und Co. sehen in den Foldables einen zentralen Zukunftsmarkt. Mit dieser Form könnte es klappen. Ob die Kunden mitspielen, wird sich weisen.
Die wichtigsten technischen Daten
- Frontdisplay: 5,5 Zoll AMOLED, 1972 x 1248, 120 Hz
- Hauptdisplay: 7,6 Zoll AMOLED, 2448 x 1848, 120 Hz
- Prozessor: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
- Speicher: 256, 512 GB oder 1 TB
- RAM: 12 GB (16 GB mit 1 TB Speicher)
- Kamera: 50 MP + 50 MP Ultraweitwinkel + 10 MP Front (jeweils innen und aussen)
- Akku: 4800 mAh, Laden mit 45 Watt, drahtloses Laden mit bis zu 20 Watt
- Grösse geschlossen: 123.9 x 81.9 x 9.7 mm
- Grösse geöffnet: 123.9 x 161.4 x 4.5 mm
- Gewicht: 201 Gramm
- Wasserfestigkeit: IP48 (1,5 Meter für 30 Minuten)
- Betriebssystem: Android 17 mit One UI 9, 7 Jahre Updates
- Preisempfehlung: 1729 Franken (256 GB), 1879 Franken (512 GB), 2179 Franken (1 TB); im Online-Handel ab gut 1200 Franken
Alle Spezifikationen im Detail findest du hier.
