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Samsung Galaxy Buds 4 Pro im Test: ANC-Kopfhörer mit Top-Klang

Review: Samsung Galaxy Buds 4 Pro im Test.
Die Galaxy Buds 4 Pro wollen in der Spitzenklasse mitspielen.bild: watson
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Sind Samsungs neue Kopfhörer wirklich so gut? Der Test gibt eine klare Antwort

Die Galaxy Buds 4 Pro klingen astrein und haben gegenüber den Vorgängermodellen eine bessere Geräuschunterdrückung. Doch für Nicht-Samsung-User ist nicht alles Gold, was glänzt.
14.05.2026, 19:2614.05.2026, 19:57

Schon frühere Galaxy Buds Pro klangen gut, aber bei der Bedienung oder der Geräuschunterdrückung konnten sie den absoluten Top-Modellen meist nicht das Wasser reichen. Mit den Galaxy Buds 4 Pro geht vieles in die richtige Richtung. Das beginnt damit, dass sich das neu gestaltete Ladegehäuse leicht öffnen lässt und sich die In-Ear-Kopfhörer intuitiv herausnehmen und vor allem unkompliziert hineinlegen lassen. Was eine Selbstverständlichkeit sein sollte, war bei früheren Samsung-Kopfhörern längst nicht immer so.

Das Ladecase behält den transparenten Deckel des Vorgängermodells, sieht davon abgesehen aber komplett anders aus. Mit der nun quadratischen Form ist es kompakt, aber etwas dick, was in der Hosentasche stören kann.

Review: Samsung Galaxy Buds 4 Pro im Test.
Die Kopfhörer können leichter ins Ladecase gelegt werden, da sie nicht mehr umständlich verdreht eingesetzt werden müssen.bild: watson

Guter Tragekomfort, aber …

Ich bin kein grosser Fan von In-Ear-Kopfhörern, doch beim Tragkomfort haben mich die Buds 4 Pro auch bei längerer Nutzung positiv überrascht. Wunder darf man trotzdem keine erwarten. Irgendwann spürt man sie halt doch.

Bei der Akkulaufzeit gibt Samsung wie bei den Vorgängern sechs beziehungsweise sieben Stunden an, abhängig davon, ob das Noise Cancelling (ANC) aktiviert ist. Mit dem Ladecase verlängert sich die Laufzeit auf 26 bis 30 Stunden. Im Alltag ist sie stark von der Nutzungsweise (gewählte Lautstärke und ANC-Stufe, Musik oder Telefonieren etc.) abhängig.

Nach zehn Minuten am Ladekabel waren die Kopfhörer wieder zu 37 Prozent geladen, also bereit für rund 2,5 Stunden Musikwiedergabe. Sie sind übrigens wasserfest, das Case hingegen nicht. Hat man kein USB-C-Kabel zur Hand, lädt das Case auch kabellos.

Aber: Wie Apples AirPods sind auch die Galaxy Buds kaum oder extrem schlecht reparierbar. Wer den Akku selbst wechseln möchte, sollte zu den Fairbuds greifen, die allerdings klanglich nicht mithalten.

Bedienung

Für die Bedienung benötigte ich etwas Eingewöhnung, sie gehört aber zum Besseren, was ich von In-Ears bislang gewohnt war. Die Musik wird durch das (mehrmalige) Zusammendrücken des Kopfhörerstiels gesteuert; dank einer kleinen Einbuchtung lässt sich der Druckpunkt mit etwas Übung gut ertasten. Obwohl es nur eine Sensorfläche ist, die gedrückt wird, erhält man durch ein Klickgeräusch ein direktes Feedback. Mittels Wischen über den Sensorbereich wird die Lautstärke reguliert. Leider lässt sich die Touch-Bedienung nur rudimentär anpassen.

Ergänzend kann die Sprach- und Kopfgestensteuerung aktiviert werden. Ein Anruf wird durch Nicken angenommen und durch Kopfschütteln abgelehnt. Oder man sagt: «Nächstes Lied». Das funktioniert gut, allerdings muss man exakt die vorgegebenen Sprachbefehle einhalten, sonst geht gar nix.

Und wie klingen sie?

Gegenüber meinen Galaxy Buds 2 ist der Klang um Welten besser – beim Musikhören, bei Podcasts oder beim Telefonieren. Die Klangabmischung ist gut ausbalanciert, der Bass druckvoll und präzise. Wer trotzdem mehr/weniger Bass, Mitten oder Höhen möchte, kann aus sechs Klangprofilen auswählen. Zusätzlich lässt sich der Neun-Band-Equalizer auch manuell abstimmen. Laut anderen Testberichten hat der Sound selbst gegenüber den direkten Vorgängern Buds 3 Pro (die ich nicht getestet habe) deutlich zugelegt.

Erfreulicherweise liefern die Buds 4 Pro auch eine gute Sprachqualität bei Telefonaten in lauter Umgebung. Sie filtern starken Verkehrslärm ziemlich effektiv, sodass das Gegenüber vom Lärm kaum etwas mitbekommt.

Etwas getan hat sich auch beim Active Noise Cancelling (ANC). Die aktive Geräuschunterdrückung blendet Umgebungsgeräusche im Zug oder in lauten Grossraumbüros nicht komplett, aber für mich äusserst zufriedenstellend aus. Das ANC lässt sich in fünf Stufen dosieren.

Quasi das Gegenteil von ANC (aktive Geräuschunterdrückung) ist der Umgebungsmodus, der ebenfalls zuverlässig funktioniert. In diesem Transparenzmodus werden Umgebungsgeräusche, etwa von herannahenden Autos, über die eingebauten Mikrofone ans Ohr geleitet. Prinzipiell ist es so auch gut möglich, mit den Kopfhörern im Ohr kurze Gespräche zu führen.

Im Adaptiv-Modus schliesslich passt sich die Geräuschunterdrückung automatisch dem Lärmpegel an. Wird es ruhiger, reduziert sich die ANC-Leistung, was Akku spart und das «Vakuum-Gefühl» verhindert, das manche Menschen beim Tragen von ANC-Kopfhörern als unangenehm empfinden.

Zusätzlich kann in den Einstellungen die Stimmerkennung aktiviert werden. Sie sorgt dafür, dass der Transparenzmodus anspringt und die Musik deutlich leiser wird, sobald man zu sprechen beginnt. Das funktioniert verlässlich und mit nur minimaler Verzögerung. Persönlich nehme ich die Kopfhörer trotzdem lieber heraus, wenn ich mit jemandem ein Gespräch führe, egal wie kurz es ist. In den Einstellungen lässt sich im Übrigen einstellen, ob die Musik auch beim Herausnehmen nur eines Kopfhörers pausiert werden soll.

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Der Sound gefällt, das ANC ist ebenfalls stark verbessert.bild: watson

Generell sind die Einstellungsmöglichkeiten ziemlich umfassend: Nebst den Hauptmodi Geräuschunterdrückung, Transparenz und Adaptiv lässt sich vom ANC bis zum Equalizer vieles feinjustieren.

Bei Samsung-Smartphones mit der aktuellen Software One UI 8.5 lassen sich die Kopfhörer-Einstellungen direkt über die Systemeinstellungen aufrufen, eine separate App ist nicht notwendig. So lässt sich auch prüfen, ob die Kopfhörer perfekt sitzen oder ob ein anderer Aufsatz (drei Grössen werden mitgeliefert) sinnvoll ist.

Alle Funktionen gibt's nur mit neueren Samsung-Handys

Alle anderen Android-Nutzer können für die wichtigsten Einstellungen auf Samsungs Galaxy-Wearable-App zurückgreifen. Einige Funktionen bleiben jedoch neueren Samsung-Geräten mit Galaxy AI vorbehalten – darunter die Kopfgesten-Steuerung (etwa das Annehmen eines Anrufs per Nicken) sowie der Dolmetscher-Modus beziehungsweise die Echtzeitübersetzung von Telefonaten.

Grundsätzlich lassen sich die Galaxy Buds 4 Pro mit beliebigen Android-Smartphones nutzen. Für den bestmöglichen Funktionsumfang auf einem Nicht-Samsung-Gerät benötigt man jedoch die Galaxy-Wearable-App, für deren Nutzung mittlerweile eine Anmeldung mit einem Samsung-Konto erforderlich ist.

Suboptimal sieht es für iPhone-Nutzer aus: Zwar lassen sich die Galaxy Buds 4 Pro problemlos mit einem iPhone koppeln, mangels iOS-App stehen jedoch keine Anpassungsmöglichkeiten für Klang und Touch-Steuerung zur Verfügung. Als Notlösung müsste man diese Einstellungen auf einem Android-Gerät vornehmen und die Buds erst danach mit dem iPhone verbinden. Trotzdem bleiben Funktionen wie Samsungs 360-Grad-Audio, die Live-Übersetzung sowie die Kopfgesten- und Sprachsteuerung, mit der sich die Kopfhörer freihändig bedienen lassen, kompatiblen Galaxy-Geräten vorbehalten.

Und es gibt eine weitere Einschränkung: Ähnlich wie Apple unterstützt Samsung keine herstellerübergreifende Multipoint-Verbindung. Das heisst: Die Buds 4 Pro können zwar automatisch zwischen zwei Samsung-Geräten wechseln, aber nicht gleichzeitig aktiv mit Geräten unterschiedlicher Hersteller verbunden sein. Samsung macht also immer mehr auf Apple und versucht, die Kunden an das eigene Ökosystem aus Galaxy-Geräten zu binden.

Samsung verlangt für die Galaxy Buds 4 Pro 219 Franken (UVP). Bis zum 10. Juni werden sie reduziert für 169 Franken angeboten.

Die Buds 4 Pro sind im Handel in Weiss und Schwarz verfügbar, direkt bei Samsung auch in Pink Gold.
Die Buds 4 Pro sind im Handel in Weiss und Schwarz verfügbar, direkt bei Samsung auch in Pink Gold.bild: samsung

Fazit

Die Galaxy Buds 4 Pro sind Samsungs beste In-Ear-Kopfhörer. Sie sitzen angenehm, klingen tadellos, haben gegenüber den Vorgängermodellen eine bessere Geräuschunterdrückung und die Akkulaufzeit ist ausreichend. Wer KI-Funktionen wie adaptives ANC oder die Stimmerkennung deaktiviert, verlängert die Laufzeit deutlich.

Persönlich freut mich vor allem, dass die Touch-Bedienung einfacher von der Hand geht und es sich nicht mehr wie bei früheren Modellen nach Fingerakrobatik anfühlt, wenn ich die Ohrhörer ins Ladecase zurücklege.

Die Galaxy Buds 4 Pro sind somit Samsungs gelungene Alternative zu Apples AirPods Pro 3 – mit fast identischen Vor- und Nachteilen. Wer primär Galaxy-Geräte nutzt, bekommt sehr gute Kopfhörer, die ihr volles Potenzial leider nur in Samsungs Ökosystem aus Handys, Tablets und Fernsehern entfalten. Für andere Android-User gibt es mindestens so gute Alternativen von Sony, Google oder Bose, deren Funktionsumfang nicht künstlich beschnitten wird.

Gebürstetes Metall vermittelt einen wertigen Eindruck.
Gebürstetes Metall vermittelt einen wertigen Eindruck.bild: watson

Galaxy Buds 4 Pro: Die wichtigsten Daten

  • Funktionen: Tragerkennung, Active Noise Cancelling (ANC), Transparenzmodus, adaptive Geräuschkontrolle, Stimmerkennung, Touch-, Sprach- und Kopfgestensteuerung, 360°-Audio, Übersetzungsmodus etc.
  • Akkulaufzeit: 6 Stunden mit ANC, 7 Stunden ohne ANC bzw. 26 bis 30 Stunden mit Ladegehäuse
  • Akkus (2 x 61 mAh plus 530 mAh) nicht oder nur sehr schwer austauschbar
  • Masse Ladegehäuse: 51 x 51 x 28,3 mm (USB-C-Port)
  • Kompatibel mit Android 12 oder höher, lässt sich nur eingeschränkt mit einem iPhone nutzen, da keine App für iOS verfügbar
  • Bluetooth 6.1, aber kein Bluetooth-Multipoint für beliebige Geräte (nur automatischer Wechsel zwischen Samsung-Geräten)
  • Codecs: AAC, SBC, SSC (Samsung Seamless Codec), SSC-UHQ
  • Farben: Weiss, Schwarz, direkt bei Samsung auch in Pink Gold
  • Preis: 219 Franken (UVP), im Handel ab 169 Franken.
DANKE FÜR DIE ♥
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