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Das legendäre watson-«Freitagsbier» wurde auch in die digitale Sphäre verschoben. bild: screenshot

Warum ich Videokonferenzen so richtig besch*** finde

Offen gesagt: Ich finde die digitale Form von Team-Meetings schlimm. Zeit, die Kritik laut auszusprechen. In der Hoffnung, dass es besser wird.



Eines möchte ich zu Beginn klarstellen: Ich bin grosser Fan der Digitalisierung. Schon als Jugendlicher habe ich bemerkt, dass man sich mit ein bisschen Programmierkenntnissen vieles im Alltag vereinfachen kann.

Den Digitalisierungsschub der letzten Jahre erlebe ich als Segen für die Menschheit. Die Steuererklärung online ausfüllen? Grossartig. Briefmarken per SMS generieren? Super. Tausende Covid-Kreditgesuche digital abwickeln? So muss es sein.

Was mir aber zunehmend ein riesiges Ärgernis bereitet, sind die Videokonferenzen. Ich hasse sie. Sie stellen zwar die Perfektion der digitalen sozialen Kontakte dar: Man hört und sieht sich. Man kann schnell den Bildschirm-Inhalt mit Kolleginnen und Kollegen teilen. Sogar digitale Corona-Partys sind möglich!

Für die tägliche, konzentrierte Planungsarbeit eignen sich Videokonferenzen aber nicht. Der offensichtlichste Grund: Die Technik liefert nicht das, was sie sollte. Es ruckelt und «Hört ihr mich?» wird zur Anstandsfrage. Holt eine Kollegin zum wichtigen und interessanten Monolog aus, droht Gefahr, dass ihre Worte sekundenlang unterbrochen werden und wir sie erst nach vollendetem Referat um Wiederholung bitten können.

Bei der Redaktionssitzung haben wir vieles probiert: WhatsApp, Zoom, Google Meet und Jitsi. Die digitale Vereinfachung des Team-Gesprächs konnte kein Anbieter liefern, so wie man es vom Analog-Telefon kennt.

Als wären die technischen Probleme nicht genug, scheitern Videokonferenzen auch am Zwischenmenschlichen. Eigentlich sollte es allen klar sein, dass der Anstand die Nutzung von Headset und Mikrofon gebietet. Verzichtet man darauf, hört das ganze Team die Laptop-Lüftung, das Tastatur-Tippen, versehentliche YouTube-Clips im Hintergrund und den Eingang eines jeden (!) E-Mails.

Andere «zwischenmenschliche Probleme» werden durch Videokonferenzen verstärkt: Unterbricht man eine Kollegin, so wechseln manche Apps gar die Ansicht und zeigen den Unterbrecher in gross oder machen die Unterbrochene gefühlt leiser. Ablenkungen am Handy kann man durchs Herumsurfen am Bildschirm kaschieren. Selbiges gilt für Störungen von «aussen»: Statt SMS-Töne hört nun das ganze Team den Mitbewohner oder die Nachbarin.

Das Internet bietet bislang wenig Hilfe. Es kursieren ein Video-Call-Knigge und Home-Office-Tipps (deutlich sprechen! Keine Jogginghose!). Kreative haben sogar «Hintergrund-Vorhänge» entwickelt, um ein aufgeräumtes Zimmer vorzutäuschen. Und die NZZ stellt süffisant fest: Das Bücherregal hinter dem Videobild wird zum neuen Statussymbol des Mannes.

Solche Tipps und Analysen helfen sozio-psychologisch nur wenig, wenn die Technik nicht klappt. Videokonferenzen enden aus diesen Gründen für mich oft mit einem Gefühl eines «matschigen Gehirns». Die Luft ist draussen, weil zu viel Energie für Konzentration aufgebracht werden musste.

Ich glaube nicht, dass ich der Einzige mit diesem Problem bin. Wenn das noch länger so weitergehen soll, dann braucht es eine kritische Bewegung, die dagegen demonstriert. Sonst bleiben Videokonferenzen besch … (Verbindung unterbrochen).

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