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Periodenblut als Protest: Frau läuft Marathon ohne Tampon

Kiran Gandhi (M.): «Menschen werden wegen ihrer Periode beschämt.»
Kiran Gandhi (M.): «Menschen werden wegen ihrer Periode beschämt.»Bild: Kiran Gandhi

Periodenblut als Protest: Frau läuft Marathon ohne Tampon

Kiran Gandhi merkt kurz vor dem Start zum London-Marathon, dass sie ausgerechnet an diesem Tag ihre Periode hat. Sie beschliesst, ihre Monatsblutung öffentlich zu zeigen – als Protest gegen das Tabu. 
11.08.2015, 12:2811.08.2015, 12:28

Kiran Gandhi ist Musikerin. Die 26-jährige Britin hat schon als Drummerin für Thievery Corporation und M.I.A. gespielt. Doch Schlagzeilen hat sie als Marathonläuferin gemacht – aber nicht etwa, weil sie den populären London Marathon gewonnen hätte. 

Der Grund für ihre plötzliche Medienpräsenz liegt ganz woanders: Gandhi lief den gesamten Marathon ohne Tampon oder Binde, obwohl sie gerade ihre Monatsblutung hatte. Im Ziel posierte sie mit ihrem blutbefleckten Dress. Sie tat es mit Absicht – um Aufmerksamkeit auf ein Tabuthema zu lenken. 

Wollte ein Zeichen setzen: Gandhi am London-Marathon.
Wollte ein Zeichen setzen: Gandhi am London-Marathon.Bild: Kiran Gandhi
«Ich rannte mit dem Blut, das meine Beine hinunterlief, für Schwestern, die keinen Zugang zu Tampons haben, und für Schwestern, die ihre Periode trotz Krämpfen und Schmerzen verstecken und so tun, als ob sie nicht existierte.»
Gandhi

Wie ein Lauffeuer

Das ist ihr gelungen: Nachdem sie ihre Aktion und die Bilder dazu Ende April unter dem Titel «Sisterhood, blood and boobs at the London Marathon 2015» auf ihrem Blog teilte, verbreitet sich die Story jetzt nach einer Latenzzeit wie ein Lauffeuer in den Medien. Und löst gemischte Reaktionen aus.

Da ist einerseits viel Lob: 

Aber es hagelt auch Kritik. Die am häufigsten verwendete Vokabel: «disgusting» («ekelhaft»). 

Gandhi rechtfertigt auf ihrem Blog den Tamponverzicht: Sie habe nicht einen Marathon mit einem Tampon laufen wollen, denn das habe sie noch nie gemacht. Es wäre auch viel zu unbequem gewesen, sich über die ganzen 42 Kilometer hinweg Sorgen über den Tampon zu machen.  

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Monatsblutung als Fanal

So beschloss Gandhi also, ihre Monatsblutung als Fanal einzusetzen: «Ich rannte mit dem Blut, das meine Beine hinunterlief, für Schwestern, die keinen Zugang zu Tampons haben, und für Schwestern, die ihre Periode trotz Krämpfen und Schmerzen verstecken und so tun, als ob sie nicht existierte.» 

«Ich nehme das nicht persönlich, das ist halt ihre Meinung.» 
Gandhi über ihre Kritiker

Sie habe nicht so viele Reaktionen erwartet, sagte Gandhi nun im Gespräch mit BuzzFeed News. Sie sei begeistert darüber, dass es eine weltweite Diskussion über Perioden und Frauen-Körper gebe. Und zu den kritischen Stimmen, die ihre Aktion als ekelhaft bezeichnen, sagte sie: «Ich nehme das nicht persönlich, das ist halt ihre Meinung.» 

Sie wiederum sieht sich in ihrer Meinung gerade dadurch bestätigt, dass Menschen sich angeekelt fühlen – nur weil man ihnen zeige, dass die Periode existiert. «Menschen werden wegen ihrer Periode beschämt. Wir bekommen nicht nur unsere Periode, sondern müssen dann auch erstmal dafür sorgen, dass andere sich damit gut fühlen – bevor wir uns um uns selbst kümmern können», fügte sie an. (dhr)

War Kiran Gandhis Aktion gerechtfertigt?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1813 Personen teilgenommen
Gandhi spricht 2014 am «Gender & Work Symposium».YouTube/Harvard Business School
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