Burnhams Regierung legt sich mit Lokalverwaltungen an – wegen «Vertical Drinking»
Premierminister Andy Burnham ist noch keinen Monat im Amt – und schon hat seine Regierung Londoner Lokalverwaltungen den Kampf angesagt. Konkret geht es um sogenanntes «Vertical Drinking», welches der Stadtrat von Westminster gemäss seinem neusten Entwurf zur neuen Richtlinie für die Vergabe von Lizenzen unterbinden möchte. Doch was ist «Vertical Drinking»?
Der Gedanke an Bierkonsum im Handstand mit einem Trichter liegt nahe – doch «Vertical Drinking» ist viel simpler. Es umschreibt ganz einfach das Trinken im Stehen. Im Entwurf des Stadtrats wird lokalen Wirten, die eine Ausschanklizenz beantragen, empfohlen, nur noch Tischservice anzubieten. Der Ausschank an der Bartheke soll verschwinden, schreibt der «Guardian».
Konkret sieht der Richtlinienentwurf vor, dass Pubs «übermässigen Alkoholkonsum eindämmen und die Bereitstellung von mehr Sitzplätzen in Lokalen fördern sollten, in denen Alkohol ausgeschenkt wird, damit die Gäste sich hinsetzen, ihr Getränk geniessen und Speisen per Tischservice bestellen können – anstelle von offenen Barbereichen, die auf reges Vertical Drinking ausgelegt sind.» Ferner wird neu eröffnenden Bars nahegelegt, im Hinblick auf die Lärmbelastung der Quartiere keinen Alkohol nach 10 Uhr Abends mehr auszuschenken.
Ein Sprecher der Regierung von Premierminister Burnham sprach sich am Freitag klar gegen derartige Vorhaben aus: «Lebhafte Pubs voller miteinander sprechender Leute sind keine Störung der öffentlichen Ruhe, sondern Teil des britischen Lebens.» Der Premierminister fordere lokale Führungskräfte dazu auf, mit der Gastro-Industrie zusammenzuarbeiten, damit die Pubs weiter florieren können.
Weiter heisst es im «Guardian», dass die Regierung plane, den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan mit neuen Befugnissen auszustatten, die es ihm erlauben, gegen Enscheide von Lokalverwaltungen innerhalb Londons vorzugehen. Khan hatte sich öffentlich gegen die Ideen der Verwaltung von Westminster ausgesprochen.
(cpf)
