Deutsche Bahn verbietet Alkohol an allen 5400 Bahnhöfen
Die Deutsche Bahn verbietet ab dem 15. Oktober an allen rund 5400 Bahnhöfen in Deutschland den Konsum von Alkohol. Bier, Wein oder Spirituosen dürfen damit grundsätzlich weder in Bahnhofshallen noch auf Bahnsteigen getrunken werden.
Die Bahn macht dabei von ihrem Hausrecht Gebrauch. Wer sich nicht an das Verbot hält, muss mit einem Platzverweis rechnen. Bei wiederholten Verstössen kann ein Hausverbot ausgesprochen werden.
Kontrolliert werden soll die Regelung durch Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn und die Bundespolizei.
Alkohol kaufen bleibt erlaubt
Ganz alkoholfrei werden die Bahnhöfe allerdings nicht. In Restaurants, Bars und anderen gastronomischen Betrieben darf weiterhin Alkohol ausgeschenkt und konsumiert werden.
Auch der Kauf von Bier oder Wein in Geschäften im Bahnhof bleibt möglich. Wer Alkohol verschlossen im Gepäck mitführt, verstösst ebenfalls nicht gegen das Verbot.
Je nach Eigentumsverhältnissen kann die Regelung auch Bahnhofsvorplätze umfassen.
Bahn erhofft sich weniger Gewalt
Die Deutsche Bahn begründet die Massnahme mit Sicherheitsproblemen. Nach Angaben von Bahnchefin Evelyn Palla zeigen die Erfahrungen an Bahnhöfen mit bereits bestehenden Verboten einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum, Gewalt und Verschmutzung.
In Hamburg gilt ein solches Verbot beispielsweise bereits seit 2024. Dort seien Konflikte und Auseinandersetzungen zurückgegangen, gleichzeitig habe sich das Sicherheitsgefühl der Reisenden verbessert.
Die Zahl der Gewalttaten in Zügen und an Bahnhöfen war zuletzt gestiegen. Anfang des Jahres hatte zudem der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter eine Debatte über die Sicherheit von Bahnangestellten ausgelöst.
Im Zug darf weiter getrunken werden
Für Reisende wichtig: In den Fernzügen der Deutschen Bahn gilt kein generelles Alkoholverbot. In Bordrestaurants und -bistros verkauft der Konzern weiterhin selbst alkoholische Getränke. Auch mitgebrachter Alkohol darf grundsätzlich konsumiert werden, solange andere Passagiere nicht gestört werden.
Im Regionalverkehr unterscheiden sich die Regeln je nach Verkehrsverbund. In einigen Regionen, darunter Hamburg, Köln, München und Nürnberg, gilt bereits ein Alkoholverbot in Regionalzügen.
Ob das neue Verbot an sämtlichen Bahnhöfen konsequent durchgesetzt werden kann, ist umstritten. Polizeigewerkschaften hatten bereits im Vorfeld auf fehlendes Personal für flächendeckende Kontrollen hingewiesen. (mke)
- Züge sollen pünktlicher werden: Weniger Stopps und mehr Zeit zwischen Zürich und Stuttgart
- Trotz maroder Gleise und Verspätungen: Deutsche Bahn macht erstmals seit 7 Jahren Gewinn
- Deutsche Bahn will Alkohol an allen Bahnhöfen verbieten
- Heidi im Hitzesommer: Eine Reise aus den Bergen nach Frankfurt (41,2 Grad)
- Deutsche Bahn verschiebt Start von Stuttgart 21 auf Ende 2031
