International
Asien

Das Wunder von Laos – doch das Höhlendrama ist nicht vorbei

This image made from the video provided by Benz Norrased Palasing Seascout Diving shows rescuers speaking to the villagers who were trapped and found in a flooded cave in Xaisomboun province, Laos, We ...
Bisher konnten fünf der sieben vermissten Goldsucher aus der Höhle gerettet werden.Bild: keystone

Das Wunder von Laos – doch das Höhlendrama ist nicht vorbei

31.05.2026, 20:3431.05.2026, 20:34

Das spektakuläre Happy End für fünf in einer Höhle in Laos eingeschlossene Goldsucher wird von der Ungewissheit über das Schicksal zweier Vermisster überschattet. Die Suche nach ihnen sei wieder aufgenommen worden – doch sie führe die Retter nun in noch schwerer zugängliche Teile des Höhlensystems, sagte der an der Rettungsmission beteiligte australische Höhlentaucher Josh Richards der Deutschen Presse-Agentur. Für die Taucher beginnt damit der womöglich gefährlichste Teil der Mission erst jetzt.

Die Überlebenden werden derweil in einem Krankenhaus behandelt. Sie hätten Verletzungen erlitten, seien aber auf dem Weg der Besserung, bestätigte Richards. Nachdem ein Mann am Freitagabend von Experten aus der Höhle gebracht worden war, hatten sich die vier anderen am Samstag wie durch ein Wunder aus eigener Kraft in Sicherheit gebracht.

Gefangen tief im Berg

Die Männer waren vor mehr als zehn Tagen in einer abgelegenen Höhle der nördlichen Provinz Xaisomboun auf der Suche nach Gold von plötzlich einsetzendem Monsunregen überrascht worden. Wassermassen fluteten das Höhlensystem, zudem gab es einen Erdrutsch. Sieben Männer galten daraufhin als vermisst.

Die Rettungsmission entwickelte sich schnell zu einem internationalen Grosseinsatz mit Spezialisten aus zahlreichen Ländern. Am Mittwoch entdeckten internationale Höhlentaucher schliesslich fünf von ihnen lebend in einer Kammer Hunderte Meter vom Eingang entfernt – hungrig und geschwächt, aber ansonsten unverletzt. Zwei weitere Goldsucher bleiben bis heute verschwunden.

Rettung aus eigener Kraft

Das Drama hatte am Samstag eine gänzlich unerwartete Wendung genommen. Nachdem ein erster Goldsucher am Freitagabend von Spezialisten in einer aufwendigen Aktion aus der Höhle geborgen worden war, schafften es die vier übrigen Männer einen Tag später völlig überraschend selbst ins Freie. Noch wenige Stunden zuvor hatten Experten weitere Bergungsversuche wegen der extremen Risiken für kaum möglich gehalten.

Offenbar war der Wasserstand in der Höhle durch ständiges Abpumpen der Einsatzkräfte so weit gesunken, dass die Goldsucher spontan die Flucht aus ihrem klaustrophobischen Gefängnis wagten. Da sie keine Taucherfahrung hatten, wäre eine Bergung durch tiefes Wasser schwierig gewesen. Details dazu, wie sie es allein durch die extrem engen Tunnel geschafft haben, sind bisher nicht bekannt. Viele Gänge konnten nur kriechend passiert werden.

Suche wieder aufgenommen

Dann aber setzte am Samstag erneut Regen ein. Dennoch gehe die Suche nach den zwei Vermissten weiter, sagte Richards. Die Rettungsteams wollten versuchen, über die Kammer hinaus vorzudringen, in der die fünf Überlebenden entdeckt worden waren.

«Wir haben eine Karte von den überlebenden Männern bekommen, wonach es noch eine Passage dahinter gibt», erklärte er. Dieser Abschnitt, durch den getaucht werden müsse, scheine aber noch enger und unangenehmer zu sein. Die Aktion sei sehr gefährlich. Dahinter liege ein Hohlraum – der einzige Ort, an dem die Vermissten noch sein könnten. «Ich selbst werde hineingehen, wenn es nötig ist», betonte er.

«Mehr Angst als bei Rettung in Thailand»

Selbst für erfahrene Experten stellt die Höhle in Laos eine aussergewöhnliche Herausforderung dar. Der bekannte finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, einer der Köpfe der Mission, verglich sie mit der Tham-Luang-Höhle in Thailand, in der 2018 eine Jugend-Fussballmannschaft mit ihrem Trainer zwei Wochen eingeschlossen war. Er war damals ebenfalls massgeblich an der Rettung beteiligt. «Ich hatte mehr Angst als in Thailand», sagte Paasi dem US-Sender CNN.

Die Tunnel seien derart eng, dass selbst erfahrene Höhlentaucher an ihre Grenzen gekommen seien. Wer unter Platzangst leide, hätte die Passagen kaum ertragen, erklärte Paasi. Teilweise hätten die Retter ausatmen müssen, um sich Zentimeter für Zentimeter durch die Engstellen zu schieben.

Gefahren der Goldsuche

Der Fall wirft zugleich ein Schlaglicht auf die oft übersehene Schattenwirtschaft im ländlichen Laos, einem der ärmsten Länder Südostasiens. Nach Angaben von Angehörigen waren die Männer auf der Suche nach Gold in die Höhle gegangen, um ihre Familien zu unterstützen. In Teilen des Landes hat die informelle Goldsuche in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Menschenrechtsorganisationen und Entwicklungsgruppen warnen seit Jahren vor den Gefahren. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Höhlen-Drama in Thailand
1 / 40
Höhlen-Drama in Thailand
Das sind die zwölf Jungen, die aus der Höhle in Thailand gerettet werden konnten. Sie sind nun im Krankenhaus. (Bild: Twitter)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Fünf Goldsucher in Laos-Höhle nach einer Woche gerettet – Suche geht weiter
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Jamie Lee Curtis trauert um ihre Schwester
Schauspielerin Jamie Lee Curtis hat mit einer emotionalen Nachricht den Tod ihrer Schwester Kelly Curtis bekanntgegeben. «Sie war meine erste Freundin und meine lebenslange Vertraute. Atemberaubend schön und eine talentierte Schauspielerin», schrieb die 67-Jährige auf der Plattform Instagram. Das Management der Schauspielerin bestätigte dpa den Tod der Schwester.
Zur Story