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71 Kängurus grausam getötet – Australier gebüsst

epaselect epa05997328 A fourteen-week-old red kangaroo (Macropus rufus) peeps from its mother's pouch in their enclosure in Nyiregyhaza Zoo in Nyiregyhaza, Hungary, 29 May 2017. EPA/Attila Balazs ...
Ein Joey (Baby-Känguru) erstickte im Beutel der Mutter (Symbolbild).Bild: EPA/MTI

71 Kängurus grausam getötet – Australier gebüsst

20.08.2024, 14:3820.08.2024, 14:41
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In Australien muss ein Mann nach dem Tod von 71 Kängurus auf seinem Grundstück 80'000 Australische Dollar (46'300 Franken) Strafe zahlen.

Ein Gericht in Shepparton nördlich von Melbourne hatte den 65-Jährigen schuldig gesprochen, für den Schmerz, das Leiden und den Tod der Östlichen Grauen Riesenkängurus verantwortlich zu sein, wie örtliche Medien unter Berufung auf die Justiz berichteten. Unter den toten Kängurus seien auch zwei Jungtiere gewesen.

Demnach besass der Verurteilte zwar eine Genehmigung zur Wildtierkontrolle – jedoch gab er zu, weitere Schützen angeheuert zu haben, die bei der Tötung der Tiere unmenschliche Methoden angewendet hätten.

Lizenz zum Töten

Als Reaktion auf die mancherorts sehr hohe Känguru-Population vergeben die Behörden Lizenzen, die es erlauben, Kängurus zu keulen. Derartige Genehmigungen unterliegen aber strengen Auflagen – jegliche Art von Tierquälerei ist strengstens untersagt.

Tierschutzbeamte hatten 2021 auf dem Grundstück im Norden des Bundesstaates Victoria mehrere Haufen übereinandergestapelter toter Kängurus entdeckt. Tierärzte stellten später fest, dass viele der Tiere nicht – wie vom Gesetz vorgeschrieben – durch Schüsse sofort getötet wurden. Stattdessen seien sie qualvoll verendet.

Baby erstickte im Beutel

Zudem sei eines der beiden Joeys, wie Baby-Kängurus in Australien genannt werden, nach dem Tod seiner Mutter an Hunger, Dehydrierung und Unterkühlung gestorben. Das andere erstickte offenbar im Beutel seiner toten Mutter.

Grausamkeit gegenüber einheimischen Wildtieren sei immer illegal und inakzeptabel, teilte die zuständige Naturschutzbehörde mit. Deren Chefin Kate Gavens betonte, ihr Büro nehme Tierquälerei sehr ernst. «Inhaber von Genehmigungen der »Authority to Control Wildlife« sind dafür verantwortlich, dass die Anforderungen an den Tierschutz eingehalten werden», sagte sie.

Es gibt vier Haupt-Arten der ikonischen Beuteltiere: Das Rote Riesenkänguru, das Östliche Graue Riesenkänguru, das Westliche Graue Riesenkänguru und das Antilopenkänguru. Östliche Graue Riesenkängurus – wissenschaftlich genannt Macropus giganteus – leben im Osten und Südosten von Down Under sowie auf der Insel Tasmanien. (sda/dpa)

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6 Kommentare
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Lordkanzler-von-Kensington
20.08.2024 17:08registriert September 2020
Ich kann diese Art von Empathielosigkeit und gezielter Grausamkeit gegenüber Tieren nicht nachvollziehen und/oder tolerieren.
Mit Menschen, die "eine Art Gefallen" an solchen Handlungen haben, stimmt etwas pathologisch nicht.
Nicht umsonst ist ein Merkmal von Psycho- & Soziopathie, Quälerei von Tieren, oft schon in früher Kindheit.

Gut, dass es geahndet wird! Es sollte immer konsequent verfolgt und bestraft werden.
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