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Zwei Freunde sterben beim Nachtessen – kein Suizid, keine Vergiftung – was dann?

Zwei Freunde sterben beim Nachtessen – kein Suizid, keine Vergiftung – was dann?

10.08.2017, 13:1210.08.2017, 16:44

Der Fall gab tagelang Rätsel auf: In Frankreich sind zwei Freunde während eines gemeinsamen Nachtessens gestorben. Erst eine Autopsie zeigt: Auslöser des Dramas war ein kleines Stück Fleisch.

Die Männer wurden in einem Garten gefunden, ihr Tisch noch gedeckt, auf den Tellern lag noch Essen, keine Anzeichen von Gewalt. «Als wenn die Zeit plötzlich stehengeblieben wäre», beschrieb der Bürgermeister des Ortes Authon-du-Perche, Patrice Leriget, die Szene in der Zeitung «Le Parisien».

Natürliche Todesursachen

Erst eine Autopsie hat geklärt, wie die beiden 69 und 38 Jahre alten Freunde ums Leben kamen: Es handelt sich um zwei verschiedene natürliche Todesursachen, wie Staatsanwalt Rémi Coutin am Donnerstag berichtete.

Das 1240-Einwohner-Dorf liegt Luftlinie rund 130 Kilometer südwestlich von Paris. Eine Nachbarin hatte die reglosen Körper vergangene Woche entdeckt. Als sie morgens aus dem Fenster schaute, sah sie einen der Männer auf dem Boden liegen, als würde er schlafen.

Später sah sie den anderen zusammengesunken auf einem Stuhl: «Da habe ich mir gesagt, dass sie am Abend doch ordentlich getrunken haben mussten», sagte die Frau dem «Parisien». Erst als sie gegen Mittag entschied, die Freunde zu wecken, bemerkte sie das Drama.

Zu Tode erschrocken

Polizei und Dorfbewohner rätselten: Eine Lebensmittelvergiftung? Gemeinsamer Suizid? Nein, wie sich jetzt zeigte.

Der Ältere hatte sich an einem Stück Fleisch verschluckt und war erstickt, wie Staatsanwalt Coutin sagte. Die seit Dienstag vorliegenden Ergebnisse der Autopsie zeigten zudem, dass der Mann stark alkoholisiert gewesen war, was wohl zu dem Unglück beitrug.

Sein Freund habe einen Herzinfarkt bekommen - wohl aufgrund des Schocks. Sein Herz sei grösser als normal und deshalb schwach gewesen, so der Staatsanwalt.

Die Behörde hatte zahlreiche Analysen angeordnet und sogar die gegessenen Bohnen in einem Labor in Paris untersuchen lassen. Nun werden die Ermittlungen eingestellt. (whr/sda/dpa)

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