Frau stirbt bei Bungee-Sprung ohne Seil – nun kommen neue Details ans Licht
Am Samstag kam es in Brasilien zu einer Tragödie. Eine Frau stürzte aus rund 40 Metern in den Tod, als sie zum Bungee-Jumping von einer Brücke sprang. Die Mitarbeitenden hatten ihr zuvor kein Seil angebracht. Jetzt kommen neue Details zum Vorfall ans Licht.
Die drei Brasilianer, von denen die Frau in den Abgrund geworfen wurde, wurden wegen Totschlags mit bedingtem Vorsatz festgenommen, schreibt die brasilianische Zeitung O Globo. Aktuell befänden sie sich in Untersuchungshaft. Richter Paulo Henrique Stahlberg Natal begründete die Entscheidung gemäss der Zeitung damit, dass sie versucht hätten, zu fliehen. Ausserdem sei er der Ansicht, dass «ihre Freilassung zu einer Wiederholung ähnlich gefährlicher Handlungen führen könnte». Die vorgesehene Strafe liegt zwischen 6 und 30 Jahren.
Zudem wurden drei weitere Mitarbeiter, die den Kundinnen und Kunden an einem Stand nebenan Sicherheitsgurte und Kindersitze anlegten, festgenommen. Sie wurden jedoch wieder freigelassen.
Zwei der Personen, die laut eigener Aussage für das Befestigen der Seile verantwortlich waren, erklärten gemäss «O Globo», sie hätten während des Vorgangs einen Blackout gehabt und vergessen, die Seile anzubringen. Sie könnten sich nicht daran erinnern, wo und wann der Fehler passiert sei und wer das Seil hätte anbringen müssen, es aber nicht getan habe.
Der Dritte, der die Beine festhielt, sagte laut «O Globo», er sei nur gerufen worden, um beim Abwurf zu helfen.
Es hätten zwei Seile angebracht werden müssen, jedoch sei keines davon befestigt worden. «Bei einem so risikoreichen Sport hätten sie das dreimal überprüfen müssen», sagte die für den Fall zuständige Polizeibeamtin, Andrea Dantas Levy, gegenüber der Zeitung.
Das Bungeejumping sei von einer eigenständigen Gruppe organisiert worden, es stecke kein offizielles Unternehmen dahinter. Der Polizeibeamtin zufolge agierten die Organisatoren unter dem Deckmantel inoffizieller Marken, deren Internetauftritte inzwischen gelöscht sind. Die Verteidigung der Verantwortlichen beruft sich laut «O Globo» hingegen auf «umfangreiche Erfahrung in der Branche» und argumentiert, dass es sich um den ersten Todesfall in ihrer Laufbahn handle.
Der Sprung sollte mit einer 360-Grad-Kamera gefilmt werden. In dem Video, das den Tod der Frau zeigt, hält sie diese in ihren Händen. Die Kamera wurde von den Ermittlern jedoch nicht gefunden.
Der Mann, der die Frau begleitet hatte, muss von der Polizei noch vernommen werden. Er wurde laut der Zeitung ins Spital eingeliefert, da ihm beim Anblick der Szene unwohl geworden ist. (hkl)
