International
Brasilien

Botschafter zurückgerufen: Mileis Beschimpfungen gegen Lula haben Folgen

Botschafter zurückgerufen: Mileis Beschimpfungen gegen Lula haben Folgen

Argentiniens Präsident Javier Milei hat bei der Nominierung Flávio Bolsonaros zum Präsidentschaftskandidaten Brasiliens Staatschef Lula als «Dieb» und einen Richter als «glatzköpfigen Müll» bezeichnet. Der Eklat hat nun Folgen.
26.07.2026, 20:3326.07.2026, 20:33
epa13134305 Argentine President Javier Milei speaks during the opening ceremony of the Palermo Rural Exhibition, the country's leading livestock and agricultural fair, at the Palermo fairgrounds  ...
Hat den Präsidenten und einen Richter beleidigt: Der argentinische Präsident Javier Milei.Bild: keystone

Nach dem umstrittenen Auftritt des argentinischen Präsidenten Javier Milei bei der Nominierung des rechtsgerichteten brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat Brasilien seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurückgerufen. Dies berichteten unter anderem CNN Brasil unter Berufung auf das brasilianische Aussenministerium sowie argentinische Medien.

Beim Parteitag der Liberalen Partei (PL) von Bolsonaro hatte Milei am Vortag in Brasilien den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva scharf kritisiert. Milei bezeichnete Lula etwa als «Dieb» und «Häftling». Zudem rief er dazu auf, dem «sozialistischen Abschaum» in Lateinamerika den Rücken zu kehren.

Milei über Richter: «Glatzköpfiger Müll»

Lula will sich im Oktober als Kandidat der Arbeiterpartei PT zur Wiederwahl stellen. Sein Hauptherausforderer Flávio Bolsonaro ist der Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser steht aus gesundheitlichen Gründen unter Hausarrest.

Milei, einer der prominentesten Vertreter der politischen Rechte in Lateinamerika, wollte während seiner Reise nach Brasilien Jair Bolsonaro besuchen. Dies untersagte ihm allerdings Richter Alexandre de Moraes. In seiner Rede kritisierte Milei die brasilianische Justiz und bezeichnete den Richter als «glatzköpfigen Müll».

Die Regierung in Brasília wertete Mileis Aussagen den Berichten zufolge als «Affront» und ergriff daraufhin Massnahmen. In der Diplomatie ist die zeitweilige Rückberufung des eigenen Botschafters zu Konsultationen ein Zeichen des Protests oder des Missfallens gegenüber dem Empfangsstaat. (dpa) (schweizheute.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
1
Ärzte ohne Grenzen fordert günstigeren HIV-Schutz
Ärzte ohne Grenzen fordert einen drastisch niedrigeren Preis für das Medikament Lenacapavir zur Vorbeugung einer HIV-Infektion.
«Niemand sollte von der HIV-Prävention ausgeschlossen werden, nur weil ein Medikament künstlich teuer gehalten wird», sagte Melissa Scharwey, Expertin für globale Gesundheit bei Ärzte ohne Grenzen, zum Auftakt der Welt-Aids-Konferenz in Rio de Janeiro. Die Organisation verlangt einen Preis von etwa 40 US-Dollar pro Person und Jahr sowie eine breite Produktion günstigerer Nachahmermedikamente (Generika).
Zur Story