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Brasilien

So will Brasilien das Amazonas-Gebiet schützen

So will Brasilien das Amazonas-Gebiet schützen

10.02.2021, 09:2010.02.2021, 09:20
The sun shines through clouds of smoke in an area consumed by fires near Labrea, Amazonas state, Brazil, Friday, Aug. 7, 2020. According to the National Institute for Space Research, fires in the Braz ...
Bild: keystone

Nach heftiger Kritik an ihrer Umwelt- und Klimapolitik hat die brasilianische Regierung das Programm «Adoptiere einen Park» zur Bewahrung von Naturschutzgebieten in Amazonien vorgestellt.

Einzelpersonen oder Firmen können für 50 Reais oder 10 Euro pro Hektar im Jahr die Patenschaft für einen Nationalpark im Amazonas-Gebiet übernehmen, wie aus einer Mitteilung der Regierung am Dienstag (Ortszeit) hervorgeht. Die Grösse der Parks variiert demnach zwischen 2574 und 3'865'172 Hektar. Es ist nur möglich, einen ganzen Nationalpark zu «adoptieren».

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Video: srf/Roberto Krone

Als erstes erklärte das französische Unternehmen Carrefour die Absicht, die Patenschaft für das 75'000 Hektar grosse Naturreservat «Reserva Extrativista do Lago do Cuniã» im nördlichen Bundesstaat Rondônia zu übernehmen. Carrefour versucht seit dem gewaltsamen Tod eines Schwarzen in einem Supermarkt in Rio de Janeiro im November, sein Image in Brasilien zu verbessern. «Greenpeace Brasil» kritisierte das Programm als Versuch, die Realität zu verbergen.

Die Regierung schiebe die Verantwortung für die Finanzierung eines Teils des Umweltschutzes des Landes den Unternehmen zu. Vize-Präsident Hamilton Mourão, Vorsitzender des Amazonien-Rates, hatte beim Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt, Brasilien würde nach der Pandemie keine Mittel mehr für Ausgaben in Amazonien haben.

Greenpeace verwies auf den Amazonien-Fonds, der zu einem kleinen Teil auch von Deutschland finanziert wird und seit Unstimmigkeiten über die Verwendung gelähmt ist. (aeg/sda/dpa)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mãozinha
10.02.2021 09:40registriert April 2020
Und die Gelder wandern dann direkt in die Taschen von Bolsonaro und seiner anderen Lakaien?
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MarGo
10.02.2021 09:34registriert Juni 2015
Das Greenwashing-Projekt 2021...
Firmen, die es nötig haben ihr Image aufzupolieren, stehen Pate für ein paar Hektar Regenwald, den sie nie sehen - geschweige denn kontrollieren - werden und die Abholzung kann ohne murren weitergehen... Den letzteres ist das einzige, was Brasilien mit dem Regenwald machen will!
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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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