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Brasilien: Lula will vierte Amtszeit und Duell mit Bolsonaros Sohn

Lula will vierte Amtszeit – Duell mit Bolsonaros Sohn

02.08.2026, 20:2702.08.2026, 20:27
epa13127392 Brazilian President Luiz Inacio Lula da Silva participates in the signing ceremony for the Conversion Bill, which allocates funds to the credit lines of the 'Brasil Soberano' pro ...
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will weitere Antszeit.Bild: keystone

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist von seiner linken Arbeiterpartei (PT) offiziell als Kandidat für eine vierte Amtszeit nominiert worden. «Ich bin unendlich viel besser in Form als damals, als ich 57 Jahre alt war und mein erstes Amt antrat. Ich bin topfit», sagte der 80-Jährige bei dem Parteitag vor Anhängern in São Paulo.

Nach der brasilianischen Verfassung darf ein Präsident einmal direkt für eine zweite Amtszeit in Folge wiedergewählt werden. Lula ist seit 2023 erneut Präsident und hatte das Amt bereits von 2003 bis 2010 inne. Bei einem Wahlsieg würde er seine vierte Amtszeit insgesamt antreten. Erneut soll Geraldo Alckmin sein Vizepräsident werden.

Duell mit Bolsonaros Sohn Flávio

Lulas wichtigster Herausforderer ist der rechte Senator Flávio Bolsonaro. Der älteste Sohn des wegen eines versuchten Staatsstreichs zu mehr als 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro wurde vergangene Woche von dessen Liberaler Partei (PL) als Kandidat nominiert. Die Familie Bolsonaro pflegt enge politische Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump, Flávio gilt allerdings als weniger populär als sein Vater und kann bislang nicht auf die geschlossene Unterstützung des konservativen Lagers zählen.

Bei der Veranstaltung von Bolsonaros Partei trat auch Argentiniens ultraliberaler Präsident Javier Milei auf, der sowohl Lula als auch die brasilianische Justiz scharf angriff. Der Auftritt führte zu einem diplomatischen Eklat, der als einer der schwersten Streitfälle zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarländern seit Jahrzehnten gilt.

Für zusätzliche Kontroversen sorgte auch ein KI-Video mit Jair Bolsonaro, dessen Verwendung der unter Hausarrest stehende Ex-Präsident laut seiner Verteidigung nicht genehmigt hatte. Die Wahlbehörden prüfen mögliche Verstösse – eine Aberkennung der Kandidatur seines Sohnes gilt als unwahrscheinlich.

Präsidentenwahl im Oktober

Laut der jüngsten Umfrage des Forschungsinstituts Datafolha liegt der linke Staatschef derzeit in der Wählergunst vor seinem Herausforderer. Deutlich dahinter liegen andere Kandidaten kleinerer Parteien.

Die Präsidentenwahl in der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas findet am 4. Oktober statt. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, gibt es eine Stichwahl am 25. Oktober. (sda/dpa)

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