Tierschutz-Diskussionen neu entfacht: Viraler Hund in China gestohlen und gegessen
Border Collie Chotou war in China eine Internet-Bekanntheit. Mehr als 1,5 Millionen Follower hatte das Tier auf Douyin, dem chinesischen Pendant zu TikTok, wie der Independent schreibt. Sein Besitzer, der Reiseblogger Guo, postete auf der Plattform Videos, die das Leben Chotous dokumentierten. Dabei wurde der Hund etwa beim Spielen oder auf Reisen gefilmt. Nun ist Chotou tot – und sein Besitzer versucht nun, international auf den Fall aufmerksam zu machen.
Wie chinesische Medien berichten, verschwand Chutou am 11. Mai. An diesem Tag weilte Guo im Ausland, sein Vater hütete den Hund. Auf Videoaufnahmen soll zu sehen sein, wie der Hund von zwei Fremden auf einem Elektroroller abtransportiert wird.
Kurz darauf kehrte Guo zurück, um nach seinem Hund zu suchen. Nach eigenen Angaben soll er es geschafft haben, einen Mann zu finden, der hinter der Entführung stecken soll. Diesem habe er 10'000 Yuan (knapp 1200 Franken) geboten, um Chotou zurückzuerhalten.
Gemäss «The Post» war es aber schon zu spät. So soll Guo gesagt worden sein, der Hund sei für 180 Yuan (etwa 21 Franken) an ein Restaurant verkauft worden. Dort habe man ihn bereits geschlachtet und verspeist. Auch eine Entschuldigung habe er nicht erhalten, sagt Guo. «Der Hund ist tot, also mach nicht so ein Theater», soll ihm der beschuldigte Mann gesagt haben.
Der Fall von Chotou hat in China nun neue Debatten über Tierrechte entfacht, wie der «Independent» berichtet. Der Umgang mit Hunden ist in China äusserst umstritten. Gemäss einer nationalen Umfrage aus dem Jahr 2016 sprach sich ein Grossteil der Bevölkerung gegen den Hundefleisch-Handel aus. In einigen Städten ist der Konsum von Hundefleisch bereits verboten. Dennoch werden noch immer rund 10 Millionen Hunde jährlich für den Handel mit Hundefleisch getötet. In China gibt es keinerlei nationale Gesetze für Rechte von Haustieren.
Chotous Besitzer Guo will nun trotzdem versuchen, rechtlich gegen die Entführer vorzugehen. Gemäss eigenen Angaben hat er den Fall bei den Behörden gemeldet. Die Agentur HK01 berichtet, die Polizei im Kreis Ningling der Provinz Henan habe die Ermittlungen aufgenommen. (dab)
