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«Sputnik V» mit 91,6 Prozent Wirksamkeit fast so sicher wie der Biontech-Impfstoff

Nach internationaler Kritik an fehlenden belastbaren Studien haben russische Forschende weitere Details zum Impfstoff «Sputnik V» veröffentlicht.
02.02.2021, 16:28

Nach Kritik an fehlenden belastbaren Studien haben russische Forschende weitere Details zu dem Corona-Impfstoff «Sputnik V» veröffentlicht: Demnach hat das Vakzin eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Die Ergebnisse wurden am Dienstag im medizinischen Fachblatt «The Lancet» publiziert. Russland strebt eine Registrierung in der EU an. In mehr als 15 Ländern wird der Impfstoff mittlerweile im Kampf gegen Corona eingesetzt.

Fast gleiche Wirksamkeit wie Pfizer

Die Wissenschaftler sprachen von «Zwischen-Analysen» der wichtigen Testphase III unter rund 20'000 Freiwilligen. Die Ergebnisse decken sich mit früheren Angaben. Eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent bedeutet, dass in der geimpften Gruppe 91,6 Prozent weniger Erkrankungen auftraten als in der Kontrollgruppe. Damit hätte «Sputnik V» nahezu die gleiche Wirksamkeit wie die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer und eine höhere als das Mittel von Astrazeneca.

Eine Ladung des russischen Impfstoffs kommt per Lufttransport in Bolivien an, 28. Januar 2021.
Eine Ladung des russischen Impfstoffs kommt per Lufttransport in Bolivien an, 28. Januar 2021.
Bild: keystone

Es habe bei Sputnik V nur in wenigen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben, die die Forschenden aber nicht auf das Vakzin zurückgeführt hätten, hiess es. Die meisten Freiwilligen hätten von «milden» Nebenwirkungen wie grippeähnlichen Symptomen und Schmerzen am Arm berichtet. Während der Studie habe es zudem vier Todesfälle gegeben, die den Wissenschaftlern zufolge aber nicht im Zusammenhang mit der Impfung gestanden hätten. Ein Freiwilliger habe einen Schlaganfall erlitten.

Auch über 60-Jährige getestet

Den russischen Forschern zufolge wurde Sputnik V auch an mehr als 2000 Menschen über 60 Jahren getestet. In dieser Gruppe sei das Vakzin «ähnlich wirksam und gut verträglich gewesen», hiess es in der Studie. Sie sei aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt sollte der Corona-Impfstoff an 40'000 Freiwilligen getestet werden. Die Freigabe in Russland erfolgte vor gut einem halben Jahr.

Damals gab es international Kritik, weil die Erlaubnis für eine breite Anwendung in der Bevölkerung vorlag, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht begonnen hatten. Erste Details zu dem Wirkstoff hatten die Forscher Anfang September in «The Lancet» veröffentlicht. Mehrere internationale Wissenschaftler kritisierten diese Studie.

Die Forscherin Polly Roy von der London School of Hygiene & Tropical Medicine sagte, es habe Kritik an «Sputnik V» wegen dessen schneller Entwicklung und mangelnder Transparenz gegeben. Das nun vorliegende Ergebnis sei hingegen eindeutig. Das wissenschaftliche Prinzip der Impfung sei aufgezeigt worden, sagte sie «The Lancet».

Denis Logunow vom Gamaleja-Forschungszentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau, das den Wirkstoff entwickelt hat, sagte: «Um die Covid-19-Pandemie zu stoppen, muss es verschiedene Impfstoffe geben, die auf unterschiedlichen Wirkmechanismen basieren.» Sputnik V trage zur Diversifizierung der Impfstoffe bei. (sda/dpa)

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