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Daten

Flüchtlinge und Fluchtwege 2019: Diese Zahlen und Grafiken musst du kennen

So veränderten sich die Flüchtlingsströme nach Europa

Fast 70 Millionen Menschen flüchten weltweit vor Krieg, Hunger und Armut. Immer weniger landen in Europa, seit die «europäische Flüchtlingskrise» 2016 ihren Höhepunkt erlebte. Eine Übersicht in drei Grafiken.
20.06.2019, 11:5220.06.2019, 15:10
Reto Fehr
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Gemäss der UNO-Flüchtlingshilfe sind weltweit 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Europa landen, hat sich gegenüber den Vorjahren drastisch verkleinert. Die Internationale Organisation für Migration (IOM, siehe untenstehende Box) führt umfassende Statistiken über Flüchtlinge und publiziert diese Zahlen täglich. 2019 erreichten bis heute (Stand 16.6.) 31'771 Flüchtlinge Europa über das Meer oder den Landweg. Wir haben aus den Daten drei eindrückliche Grafiken gebastelt, die zeigen, wie sich die Flüchtlingsströme nach Europa verändert haben.

Das ist das IOM
Die Internationale Organisation für Migration (IOM) ist eine weltweite zwischenstaatliche Organisation im UN-System, welche 1951 gegründet wurde und ihren Hauptsitz in Le Grand-Saconnex bei Genf hat. Sie führt auf nationaler und zwischenstaatlicher Ebene Hilfsprogramme für Migranten durch. Mitglieder sind 169 Staaten.
Das IOM wird von einigen Seiten kritisiert, dass es mehr nach wirtschaftsorientierten als nach humanitären Prinzipien agiere.​

Flüchtlinge, die im ersten Halbjahr Europa erreichen

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge hat in den letzten Jahren markant abgenommen. Im Vergleich mit 2016 kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres (also bis Juni) deutlich weniger Flüchtlinge in Europa an. Die Daten von 2019 sind bis zum 16. Juni, da dürfte sich die Zahl bis Ende Monat noch etwas anheben (an den ersten 16 Tagen im Juni 2019 kamen rund 3'218 Flüchtlinge an). Das Niveau von 2018 wird im Normalfall nicht erreicht.

Flüchtlinge Grafik 2019
Das sind nur die Zahlen bis jeweils am 30. Juni des Jahres (2019: 16. Juni).
Weltflüchtlingstag
Heute (20. Juni 2019) ist Weltflüchtlingstag. Dieser wurde 2001 von der UNO ins Leben gerufen. Unter dem Hashtag #withRefugees werden diverse Aktionen rund um Flüchtlinge durchgeführt.

Monatlicher Vergleich seit 2015

Der Rückgang der Flüchtlinge wirkt sich natürlich auch auf die monatlichen Zahlen aus. Bis im Juni (Stand 16.6.) kamen im Vergleich mit den letzten vier Jahren immer so wenige Flüchtlinge in Europa an wie sonst nie.

*Zahlen bis 16. Juni 2019.
*Zahlen bis 16. Juni 2019.

Wo die Flüchtlinge ankommen

Griechenland und Spanien sind 2019 die Länder, welche Flüchtlinge deutlich am meisten erreichen. Italien machte die Einreise fast unmöglich, daher brachen die Zahlen total zusammen.

Deutlich mehr Ankünfte als 2018 verzeichnen dagegen auch Malta und Zypern.

image after
image before
Zahlen 2019 bis 16. Juni, 2018 ganzer Juni.

Woher die Flüchtlinge kommen

Vor einem Jahr kamen die meisten Flüchtlinge nach Griechenland aus Syrien, gefolgt vom Irak. Heute machen Afghanen den Hauptteil aus.

Spanien erreichten schon vor einem Jahr die meisten Flüchtlinge aus Marokko, Mali und Guinea. Aus den drei Ländern betreten auch 2019 die meisten Menschen erstmals Europa.

Griechenland

  1. Afghanistan: 47%
  2. Syrien und Irak: je 13%
  3. Palästinensische Gebiete: 11%
  4. Kongo (Brazzaville): 5%

Spanien

  1. Marokko: 25%
  2. Mali und Guinea: je 19%
  3. Elfenbeinküste: 13%
  4. Senegal: 12%

Dieser Artikel erschien in ähnlicher Form bereits im August 2018 und wurde für den Weltflüchtlingstag 2019 upgedatet.

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66 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nick11
20.06.2019 13:03registriert Oktober 2015
"...wurde für den Weltflüchtlingstag 2019 upgedatet"
Upgedatet - echt jetzt? Das Wort "Aktualisiert" klingt ja sonst so altmodisch...
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dorfne
20.06.2019 13:37registriert Februar 2017
Lasst diese 68 Mio nach Europa kommen. Bis in ein paar Jahren sind es dann wieder 68 Millionen. Wieder reinlassen, usw.. wohin soll das führen? Und hört auf pauschal von Flüchtlingen zu reden. Die meisten Migranten sind Armutsflüchtlinge aus Afrika. Bis 2050 wird sich dort die Bevölkerung nochmals verdopplt haben. Klopft den Amis auf die Finger. Die bereiten wieder Mal einen Aggressionskrieg im mittleren Osten vor, s. Iran. Und wir Europäer dürfen dann wieder Millionen von Kriegsflüchtlingen aufnehmen. Fluchtursachen bekämpfen? Nö. Lieber auf das totale Chaos losrasen.
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atomschlaf
20.06.2019 12:00registriert Juli 2015
Salvini wirkt.
Und straft alle Lügen, die behaupteten man könne nichts tun gegen die illegale Migration über das Mittelmeer.
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