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Oktoberfest in München: Experte sieht «Katalysator-Effekt» für Viren

Oktoberfest in München: Experte sieht «Katalysator-Effekt» für Krankheiten

Das Oktoberfest in München lockt Millionen Besucher an. Doch ein renommierter Mediziner warnt: Die Wiesn könnte zum Sprungbrett für eine neue Krankheitswelle werden.
26.09.2024, 03:53
Philip Buchen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Auf der Wiesn brummt das Geschäft, die Festzelte sind prall gefüllt – und das wird wohl auch Auswirkungen auf den Krankenstand an der Isar haben. Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie am LMU-Klinikum München, warnt gegenüber dem «Merkur» vor einem möglichen Anstieg der Infektionszahlen durch das grösste Volksfest der Welt.

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Grosser Andrang am Oktoberfest in München. Bild: keystone

«Über viele Menschen in oft überfüllten Zelten bei wenig Luftzirkulation und feucht-fröhlichen Gesängen freut sich das Virus», erklärt Wendtner. Bereits jetzt zeigt sich ein Anstieg der Infektionszahlen. Die 7-Tage-Inzidenz in München stieg von 8 in der Woche vor Beginn des Oktoberfests auf 13,2 am Mittwoch. Der Münchner Experte erwartet bis zum Ende der Wiesn eine Verdreifachung Inzidenzen auf «30 und mehr».

Der Experte befürchtet, dass das grösste Volksfest der Welt damit einen «Katalysator-Effekt» für den Beginn der Herbstwelle ausmachen könne. Zwar führe die aktuelle Situation noch nicht zu wesentlichen Belastungen des Krankenhaussystems durch schwerkranke Patienten, jedoch sei mit Ausfällen durch erkrankte Mitarbeiter zu rechnen.

Für Münchner, die eine Infektion vermeiden möchten, hat Wendtner einen Rat:

«Zum Schluss kann jeder eine Maske tragen, der unsicher ist, oder auch einer lästigen grippalen Symptomatik bis hin zu Post-Covid-Problemen weitestgehend aus dem Weg gehen möchte.»

Stiko rät einigen Personengruppen zur Impfung

In Deutschland dominiert derzeit die Corona-Variante KP.3.1.1., eine sogenannte Suplinie der sogenannten FLiRT-Varianten. Grössere Sorgen macht diese Virus-Variante Experten derzeit nicht. Aktuell gebe es keine Hinweise darauf, dass diese Varianten schwerere Infektionen oder andere Symptome als andere zirkulierende Virusvarianten verursachten, hiess es zuletzt vom Robert-Koch-Institut.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt besonders gefährdeten Personengruppen eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst. Damit solle ein bestmöglicher Schutz während der erwartbaren Infektionssaison erreicht werden. Zu den Gruppen gehören unter anderem Menschen ab 60 Jahren und solche ab 6 Monaten mit einer Grunderkrankung, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergehen.

Verwendete Quellen:

  • merkur.de: "Katalysator-Effekt" durch Oktoberfest: Was Experte für den Herbst prognostiziert
  • corona-in-zahlen.de: COVID-19 7-Tage-Inzidenz für München (Kreisfreie Stadt)
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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lumpensammlerin
26.09.2024 04:14registriert Mai 2019
Ist das nicht an jedem grösseren Fest in der Herbstzeit so?
Man ist wieder drinnen, durch die Kälte im aufkommenden Herbst etwas angeschlagen und durch den Alkohol ist das Immunsystem sicher auch nicht auf der Höhe.

Im öV und in der Schule geht die Husterei ja auch wieder los...
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ELMatador
26.09.2024 04:46registriert Februar 2020
Ah nein 😱

Braucht es hierfür wirklich einen Experten? Ich dachte es sei einfach Gesunder Menschenverstand, dass grosse Menschenansammlungen, insbesondere im Herbst und Winter für Viren und Bakterien ein Festschmaus darstellen.
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