Schlafende Ehefrau angezündet: Lebenslange Haft
Er soll seine schlafende Ehefrau mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet haben – das Opfer hatte keine Chance. In Deutschland ist ein 51 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden.
Das Landgericht Braunschweig (Niedersachsen) stellte am Freitag zudem die besondere Schwere der Schuld fest, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte.
Für den verurteilten Mann aus Syrien ist damit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Nach Überzeugung der Kammer übergoss der Angeklagte im Mai 2025 seine schlafende Frau mit einem mutmasslichen Gemisch aus Benzin und flüssigem Grillanzünder und zündete sie an.
90 bis 100 Prozent der Körperoberfläche verbrannt
Die 40-jährige Frau habe sofort in Flammen gestanden und sei durch das Schlafzimmerfenster etwa vier Meter tief auf eine Rasenfläche gestürzt. Die Syrerin wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie an ihren schweren Brandverletzungen starb. Etwa 90 bis 100 Prozent der Körperoberfläche waren verbrannt. Ein eindeutiges Motiv habe sich aber in der Verhandlung nicht klären lassen, sagte die Gerichtssprecherin.
Mit dem Schuldspruch stellte das Gericht auch die Mordmerkmale der Heimtücke, Grausamkeit und gemeingefährlichen Mittel fest. Das Strafmass entspricht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung hatte auf Unklarheiten und Widersprüche zwischen Zeugenaussagen hingewiesen und einen Freispruch im Zweifel für den Angeklagten beantragt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Revision dagegen ist möglich. (sda/dpa)
