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Verdacht auf Landesverrat und Spionage: Ex-BND-Chef festgenommen

06.02.2018,Berlin,Deutschland,GER,Europäischer Polizeikongress, Ex-BND Chef August Hanning *** 06 02 2018 Berlin Germany GER European Police Congress former BND Chief August Hanning
War bis 2005 Chef des Bundesnachrichtendienstes: August Hanning. (Archivbild, 2018)Bild: imago stock&people

Verdacht auf Landesverrat und Spionage: Ex-BND-Chef festgenommen

Hamburger Ermittler stossen im Fall um die geplante Kinderentführung auf geheime BND-Unterlagen. Nun wurde Ex-Geheimdienstchef August Hanning wegen Spionageverdachts festgenommen.
06.10.2026, 10:5406.10.2026, 10:54
Ein Artikel von
t-online

Eine Durchsuchung im Zusammenhang mit dem Hamburger Block-Verfahren hat Ermittler offenbar auf einen mutmasslichen Spionagefall im Umfeld des Bundesnachrichtendienstes (BND) gebracht. Am Dienstagmorgen ist der frühere BND-Präsident August Hanning festgenommen worden. Das berichten die «Süddeutsche Zeitung» und «Bild» übereinstimmend.

Beamte des Bundeskriminalamts und der Bundesanwaltschaft nahmen den 80-Jährigen demnach in seinem Haus in Nordwalde bei Münster fest. Im Raum stehen unter anderem der Verdacht der landesverräterischen Ausspähung, des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit.

Hanning bestreitet Verwicklung in Block-Affäre

Der entscheidende Hinweis soll aus Hamburg gekommen sein. Dort ermittelt die Justiz im Fall der Steakhaus-Erbin Christina Block. Im September 2025 hatte das Hamburger Landeskriminalamt Hannings Haus durchsucht. Damals ging es um den Verdacht, eine mit Hanning verbundene Sicherheitsfirma könne an dem Versuch beteiligt gewesen sein, Blocks in Dänemark lebende Kinder nach Hamburg zu bringen. Hanning bestritt eine Verwicklung.

Bei der Auswertung der damals beschlagnahmten Gegenstände stiessen die Ermittler laut SZ, NDR und WDR auf einen elektronischen Datenträger mit zahlreichen geheimen BND-Dokumenten. Insgesamt sollen etwa 2'000 Unterlagen an Hanning gelangt sein – einige davon offenbar noch aus dem Frühjahr 2022. Hanning hatte den BND bereits 2005 verlassen.

Die Dokumente soll ihm ein früherer Mitarbeiter aus dem BND über Jahre gegen Geld überlassen haben. Nach Informationen der «Bild» soll Hanning beabsichtigt haben, die Informationen im Rahmen seiner Beratungstätigkeit weiterzugeben. Unter dem Material sollen sich laut SZ, NDR und WDR sensible Lageeinschätzungen, Informationen ausländischer Partnerdienste sowie Unterlagen zum iranischen Atomprogramm und zum russischen Militär befunden haben.

Enger Mitarbeiter ebenfalls festgenommen

Auch Hannings früherer Büroleiter wurde am Dienstag in Bad Tölz festgenommen. Ihm wird laut den Berichten Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen. Er soll noch bis zum Frühjahr 2026 beim BND gearbeitet haben.

Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen demnach im Mai. Für beide Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Eine offizielle Stellungnahme der Bundesanwaltschaft lag den berichtenden Medien zunächst nicht vor.

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