Rechtsextreme besetzen Denkmal in Deutschland – Staatsschutz ermittelt gegen Schweizer
Am Wochenende haben Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung «Identitäre Bewegung» das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald bei Detmold besetzt. Sie stiegen unbefugt auf den Balkon des Denkmals, entrollten Banner und zündeten Pyros, wie die Polizei berichtet.
Gemäss eigenen Angaben demonstrierte die Gruppe damit gegen einen geplanten Windpark nahe dem Denkmal. «Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füssen treten», heisst es in einem X-Post.
Wir besetzen das Hermannsdenkmal.
— Identitäre Bewegung (@IBDeutschland) June 21, 2026
Die Regierung will direkt vor Arminius im Teutoburger Wald einen Windradpark errichten. Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füßen treten.
Zeitgleich sind lokale Vogelarten und die Naturzone im… pic.twitter.com/m1eiD4XHr9
Laut der Polizei begann die Besetzung gegen 11 Uhr am Sonntagvormittag. Nach der Aktion flüchteten die Mitglieder der Gruppe. Nur ein junger Mann blieb. Er kletterte weiter die Statue hoch und befestigte sich mit Seilen. In einem Stream ist der Mann mit einem T-Shirt mit der Aufschrift «Remigration» zu sehen, wie er die Polizeiaktion filmt. Laut der Mitteilung blieb er dort mehrere Stunden und verhielt sich unkooperativ.
Erst gegen 17 Uhr kletterte der 21-Jährige schliesslich vom Denkmal. Es handelt sich laut der Polizei um einen Schweizer. Er wurde auf die Polizeiwache gebracht. Später wurde er wieder entlassen.
Gegen den Schweizer wird nun ermittelt. Es stehen Vorwürfe wie Hausfriedensbruch, Verdacht der Volksverhetzung und das Abbrennen von illegaler Pyrotechnik im Raum. Die Ermittlungen werden vom Staatsschutz der Polizei Bielefeld übernommen. Dies wegen «eines politischen Hintergrundes der Aktion».
Für Aussenstehende bestand keine Gefahr. Laut deutschen Medien wurde das Gelände des beliebten Ausflugsziels jedoch für Besucherinnen und Besucher geschlossen. (vro)
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