International
Deutschland

Denkmal in Deutschland besetzt: Staatsschutz ermittelt gegen Schweizer

Rechtsextreme besetzen Denkmal in Deutschland – Staatsschutz ermittelt gegen Schweizer

Mitglieder der Identitären Bewegung haben am Wochenende in Deutschland ein Denkmal besetzt, weil in der Nähe ein Windpark geplant ist. Ein Schweizer verhielt sich besonders renitent, weshalb er von der Polizei abgeführt wurde.
22.06.2026, 09:4822.06.2026, 09:48

Am Wochenende haben Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung «Identitäre Bewegung» das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald bei Detmold besetzt. Sie stiegen unbefugt auf den Balkon des Denkmals, entrollten Banner und zündeten Pyros, wie die Polizei berichtet.

PRODUKTION - 07.08.2025, Nordrhein-Westfalen, Detmold: Blick auf das Hermannsdenkmal, Deutschlands gr��te Statue, in den H�hen des Teutoburger Waldes. Mehr als eine halbe Millionen Menschen besuchen d ...
Das Hermannsdenkmal ist Deutschlands grösste Statue und befindet sich im Teutoburger Wald.Bild: DPA

Gemäss eigenen Angaben demonstrierte die Gruppe damit gegen einen geplanten Windpark nahe dem Denkmal. «Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füssen treten», heisst es in einem X-Post.

Laut der Polizei begann die Besetzung gegen 11 Uhr am Sonntagvormittag. Nach der Aktion flüchteten die Mitglieder der Gruppe. Nur ein junger Mann blieb. Er kletterte weiter die Statue hoch und befestigte sich mit Seilen. In einem Stream ist der Mann mit einem T-Shirt mit der Aufschrift «Remigration» zu sehen, wie er die Polizeiaktion filmt. Laut der Mitteilung blieb er dort mehrere Stunden und verhielt sich unkooperativ.

Erst gegen 17 Uhr kletterte der 21-Jährige schliesslich vom Denkmal. Es handelt sich laut der Polizei um einen Schweizer. Er wurde auf die Polizeiwache gebracht. Später wurde er wieder entlassen.

Gegen den Schweizer wird nun ermittelt. Es stehen Vorwürfe wie Hausfriedensbruch, Verdacht der Volksverhetzung und das Abbrennen von illegaler Pyrotechnik im Raum. Die Ermittlungen werden vom Staatsschutz der Polizei Bielefeld übernommen. Dies wegen «eines politischen Hintergrundes der Aktion».

Für Aussenstehende bestand keine Gefahr. Laut deutschen Medien wurde das Gelände des beliebten Ausflugsziels jedoch für Besucherinnen und Besucher geschlossen. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Rechtsextremer Terror in Deutschland – die schlimmsten Taten
1 / 13
Rechtsextremer Terror in Deutschland – die schlimmsten Taten
Rechtsextremer Terror und Mordanschläge haben in Deutschland Tradition. In dieser Bildstrecke geht es um die schlimmsten Taten der vergangenen Jahrzehnte – bis heute.
quelle: ap
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Rechtsextreme in Chemnitz bedrohen Journalisten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
92 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Mocking Bert
22.06.2026 10:19registriert Februar 2022
Angst dass ein Windpark in der Nähe das Denkmal entweiht, gleichzeitig auf dem Denkmal rumklettern, Pyros anzünden und gleichzeitig von Naturschutz faseln.

Genau mein Humor... 🤦‍♀️
22713
Melden
Zum Kommentar
avatar
Markus86
22.06.2026 10:07registriert Oktober 2014
Würde ein AKW oder ein Gaskraftwerk das Denkmal auch entweihen? Weiss man da mehr?
15213
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ein Honigdachs (1)
22.06.2026 10:20registriert Juli 2020
Da haben die Spezialisten von rechts die entweihung wieder selbst übernommen.
14013
Melden
Zum Kommentar
92
Russlands liberaler Partei Jabloko droht der Ausschluss von der Wahl
Das Oberste Gericht Russlands in Moskau will heute über einen möglichen Ausschluss der liberalen Oppositionspartei Jabloko von der Parlamentswahl im September verhandeln.
Vor dem Gebäude in Moskau versammelten sich am Morgen Hunderte Menschen, die Schlange standen, um in den Gerichtssaal zu kommen. Ausgelegt ist der Saal nun für 150 Personen, teilte die Partei mit, die auch ein Video von dem Andrang veröffentlichte.
Zur Story