Spahn zu seiner Leihmutterschaft: «Habe lange mit mir gerungen»
Jens Spahn ist derzeit im Fokus der deutschen Presse – wegen seines erst kürzlich von einer Leihmutter geborenen Kindes. Das Brisante dabei: Der CDU-Politiker hat sich in der Vergangenheit mehrfach gegen die Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen.
Im Podcast des deutschen Journalisten Paul Ronzheimer hat sich Spahn nun zum Debakel geäussert. Es sei kein einfacher Schritt gewesen, so Spahn: «Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen. Aber eben über dieses Ringen und sich mit dem Thema beschäftigen, haben wir uns für diesen Weg entschieden.»
Sphan war im Podcast darum bemüht, klarzustellen, dass in Deutschland ausschliesslich die Vermittlung einer Leihmutterschaft und die ärztliche Behandlung sowie das Einsetzen einer Eizelle und die ganze ärztliche Begleitung des Prozesses verboten seien:
Darum habe man dann den Blick auf die USA gerichtet. Er und sein Ehemann hätten sich aber über die Jahre mit verschiedenen Leihmüttern in den USA unterhalten, um sich ein Bild der Leihmuttersituation dort zeichnen zu können. Schliesslich hätte es ihn überzeugt, dass sich bei den dortigen Agenturen die Leihmutter die Eltern aussucht, nicht andersherum.
Er stelle sich der politischen Diskussion, die seine Vaterschaft ausgelöst habe. «Ich muss nur die Balance schaffen», sagte Spahn. «Es ist und bleibt was sehr Privates. Ich möchte meine Familie schützen.»
Ronzheimer spricht schliesslich den Elefanten im Raum an: ob es denn keine Doppelmoral sei, dass Spahn als mächtiger Spitzenpolitiker mit Vorbildfunktion ins Ausland gehe, um ein Verbot zu umgehen und sich somit nicht an etwas halte, das er im Prinzip selber mitbeschlossen habe.
Spahn meint dazu, er kenne es als Christ, dass «das eine die reine Lehre ist und das andere das echte Leben. Und dass das manchmal kein Schwarz und Weiss hat und keine einfachen Entscheidungen». Erneut merkte er an, dass er nichts Verbotenes getan habe. Auf eine frühere Aussage, in welcher er die Idee eines «gemieteten Mutterbauchs» stark kritisierte, angesprochen, weist Spahn erneut auf seine innere Zerrissenheit und den in der Zwischenzeit entstandenen Kinderwunsch hin.
Ronzheimer hakt weiter nach: Beim letzten CDU-Parteitag hätten die Abgeordneten über einen Antrag abgestimmt, welcher die altruistische Leihmutterschaft in Deutschland verbieten sollte. Er fragt Spahn, wie dieser abgestimmt hat. Dieser gibt keine klare Antwort, lässt jedoch durchblicken, dass er nicht gegen das Verbot gestimmt hat. Und warum?
Sollte ein Antrag auf Legalisierung von einer anderen Partei im Bundestag eingebracht werden, würde er jedoch nicht dafür stimmen, so Spahn. Er könne ja keine Fraktionsdisziplin von der CDU verlangen, aber selber dann gegen Mehrheitsbeschlüsse der Fraktion stimmen.
(cpf, ergänzt mit Material der sda)
