Selbstgebastelte Flugkörper an deutschem Umspannwerk gefunden
«Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln», teilte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit. «Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.» Entschärfer sind nach Angaben der Polizei noch immer am Umspannwerk.
Die Zahl der gefundenen Sprengvorrichtungen war noch unklar. Auf die Frage, ob es sich um einen mutmasslichen Anschlag handelt, sagte eine Polizeisprecherin: «Das müssen die Ermittlungen zeigen.»
Im Umspannwerk in Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks Jänschwalde wird der Strom aus dem Kraftwerk ins Netz eingespeist. Die allgemeine Stromversorgung war nach Angaben des Netzbetreibers zu keiner Zeit beeinträchtigt.
Mehrere Anschläge im Grossraum Berlin
Im Januar hatten mutmasslich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten «Vulkangruppen», die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.
Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen grossen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt. (hkl/sda/dpa)
