International
Deutschland

Schlagersängerin Melanie Müller wegen Hitlergruss zu Busse verurteilt

Hitlergruss gezeigt: Schlagersängerin Melanie Müller zu Busse verurteilt

Melanie Müller erschien am Freitag vor dem Leipziger Amtsgericht. Dort hat der Richter nun aufgrund mehrerer Vergehen eine Entscheidung gefällt.
23.08.2024, 17:1723.08.2024, 17:17
Charlotte Koep / t-online
Ein Artikel von
t-online

Im Prozess um Hitlergruss-Vorwürfe gegen die deutsche Schlagersängerin Melanie Müller wurde am Freitagmittag das Urteil gesprochen. Überraschend erschien sie am Morgen persönlich zum Prozess am Amtsgericht Leipzig. Nach vorherigen Angaben des Richters musste sie eigentlich nicht mehr persönlich erscheinen. Laut der «Bild»-Zeitung hetzte sie sechs Minuten vor Beginn an der Seite ihres Anwalts Adrian Stahl in den Saal.

Letzter Verhandlungstag gegen die Mallorca S
Melanie Müller vor Gericht.Bild: www.imago-images.de

Dass sie auftaucht, dürfte überraschen. Schliesslich liess sie zwei vorausgegangene Termine sausen und meldete sich krank. Vergangene Woche, als eigentlich das Urteil gefällt werden sollte, liess sie sich ebenfalls nicht blicken. «Die Angeklagte fehlt unentschuldigt», stellte Richter Lucas Findeisen fest.

Rechtsanwalt forderte Freispruch

Zunächst waren die Vernehmung einer Zeugin und die Plädoyers geplant. Zu Beginn der Sitzung wurde die Frau gehört. Nach wenigen Minuten war ihr Auftritt vorbei, sie habe sich laut eigenen Angaben an nichts Konkretes erinnern können. Adrian Stahl forderte für seine Mandantin einen Freispruch. «Das war eine neutrale Bewegung, die nicht verboten ist», so der Jurist.

Staatsanwalt Thomas Schmelzer plädiert für eine Geldstrafe von 95 Tagessätzen zu je 60 Euro – wodurch Melanie Müller vorbestraft wäre. «Ein Hitlergruss ist auch strafbar, wenn man kein Nazi ist. Wir müssen auch auf die Situation schauen. Die Videos geben ein klares Bild von der Stimmung im Zelt. Zumindest die Sieg-Heil-Rufe in der zweiten Reihe direkt vor ihr muss sie gesehen oder gehört haben.» Er ist überzeugt: «Ich habe keinen Zweifel, dass das ein Hitlergruss war, den sie gezeigt hat.»

Doch die Strafe fällt laut «Bild» noch höher aus: Melanie Müller muss 160 Tagessätze à 500 Euro zahlen. Damit ist die Ballermannsängerin vorbestraft.

Das wurde ich vorgeworfen

Laut Staatsanwaltschaft soll die inzwischen 36-Jährige bei einem Konzert im September 2022 mehrmals den Hitlergruss gezeigt haben. Die Anklagebehörde wirft Müller das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vor.

Zudem geht es um Drogenbesitz, nachdem bei einer Durchsuchung von Müllers Wohnung in Leipzig 0,69 Gramm Kokaingemisch und eine Ecstasy-Tablette gefunden worden waren. Zum Prozessauftakt hatte die frühere RTL-Dschungelkönigin sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Für Müller gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Müller wurde im sächsischen Oschatz geboren. 2014 gewann sie die achte Staffel der RTL-Dschungelshow «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» und war danach noch in zahlreichen TV-Formaten zu sehen. Als Schlagersängerin tritt sie unter anderem auf Mallorca auf.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ägypten
Nach blutigen Anschlägen: Ausnahmezustand auf dem Sinai
Nach dem blutigsten Anschlag auf Sicherheitskräfte seit mehr als einem Jahr plant Ägypten «radikale» Schritte an der Grenze zum palästinensischen Gazastreifen. Das kündigte Präsident Abdel Fattah al-Sisi bei einer Fernsehansprache am Samstag an, nannte jedoch keine Details.
Zur Story