«Friedrich Merz ist der falsche Mann in diesem Amt»: Das sagt die internationale Presse
Deutschland
«Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ)
So heisst es in der FAZ. Man müsse der Koalition im Bundestag bei aller berechtigten Kritik dankbar sein, «die Deutschen jeden Tag daran zu erinnern, was demokratische Politik eigentlich ist: nicht die Zerstörung, nicht die reine Lehre, sondern das Mögliche».
«Der Spiegel»
Im Spiegel heisst es:
Für die CDU stelle der Abend eine «brutale Niederlage» dar. Angesichts des Absturzes sei offen, ob sich Sven Schulze halten könne. Der Spiegel geht aber noch weiter:
«Die Zeit»
Die sozialliberale Wochenzeitung weist daraufhin, dass der Moment, in dem die AfD so stark werden würde, dass man sie kaum noch von der Macht fernhalten könne, sich seit Jahren angebahnt habe. Vielleicht gelinge es auch dieses Mal noch, ein «paar Tage, ein paar Wochen, ein paar Monate».
Diese Wahlnacht habe das Potential, den Blick der Welt auf Deutschland zu verändern, das Verhältnis zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland ins Wanken zu bringen, den Kanzler zu stürzen.
«Süddeutsche Zeitung» (SZ)
Die SZ schreibt:
Viele ihrer Wähler hätten sich lange nicht zu erkennen gegeben. «Das war im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt nicht mehr der Fall.» Das Ergebnis werde auch die Diskussionen über die sogenannte Brandmauer und ein AfD-Verbotsverfahren beeinflussen.
«Neue Osnabrücker Zeitung»
«Sachsen-Anhalt könnte zur Warnung werden», heisst es in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Zwar habe in anderen europäischen Ländern eine erstarkende Rechte zu deren Mässigung geführt, doch auch, dass eine AfD im Rausch ihrer Stärke über die Stränge schlage, sei denkbar.
«Münchner Merkur»
Der Münchner Merkur geht auf das internationale Signal ein. «Insgesamt fast 60 Prozent für russlandnahe Parteien, das ist mit dem Begriff ‹historisch› noch zurückhaltend beschrieben», heisst es. Im Kreml hätten nach dem AfD-Wahlsieg die Korken geknallt.
Schweiz
«Tages-Anzeiger»
Auch in der Schweiz sorgen die Wahlen in Sachsen-Anhalt für Schlagzeilen. «Das Wahlergebnis schwächt die Bundesregierung in Berlin», heisst es im Tages-Anzeiger. Die AfD stelle den deutschen Kanzler mit einem Erdrutschsieg «vor sein bisher grösstes Problem».
NZZ
So titelt die NZZ am Wahlabend. Als eindeutige Siegerin sei die AfD nicht mehr politisch zu isolieren. «Im Gegenteil: Sie bestimmt so oder so inzwischen mit, unter welchen Bedingungen in dem ostdeutschen Bundesland überhaupt Mehrheiten entstehen können.»
Frankreich
«Le Monde»
Die AfD erzielt einen historischen Durchbruch in Sachsen-Anhalt, schreibt die französische Zeitung Le Monde. Auch in Frankreich sieht man die Partei des deutschen Bundeskanzlers am Ende:
Italien
«La Repubblica»
Die liberale römische Zeitung spricht von einer «schwarzen Welle», die Sachsen-Anhalt überrollt habe. Sie zitiert den italienischen Aussenminister Antonio Tajani, der von einem «himmeltraurigen Abend» spricht und darauf hofft, das Ergebnis in Sachsen-Anhalt bleibe eine regionale Ausnahme.
«Corriere della Sera»
Die Mailänder Zeitung spricht von einem historischen Abend, der Angst mache. Sie analysiert, dass die AfD noch besser abgeschnitten habe als erwartet und das damit eingetreten sei, wovor sich viele in Deutschland fürchteten: eine Regierung unter Führung der AfD ist möglich. Das Zünglein an der Waage spiele nun das Bündnis Sahra Wagenknecht.
Grossbritannien
BBC
«Seit dem Zweiten Weltkrieg hat keine rechtsextreme Partei in Deutschland die Kontrolle über ein Bundesland erlangt», heisst es in Grossbritannien von der BBC. Die AfD habe mit dem Resultat ihre etablierten Konkurrenten weit hinter sich gelassen.
«The Economist»
Jubel sei durch das Alte Theater in Magdeburg gebrandet, dem Ort, wo sich die AfD am Wahltag versammelt hatte, beschreibt «The Economist» den Moment der ersten Hochrechnung:
USA
CNN
In den USA ist man noch skeptisch. «Deutschlands rechtsextreme AfD wird voraussichtlich in einem ostdeutschen Bundesland gewinnen, doch es ist unklar, ob sie dort regieren kann», schreibt CNN im Titel.
«New York Times»
Das US-Leitmedium zitiert einen Experten für Internationale Angelegenheiten, der sagt, dass das Resultat in Sachsen-Anhalt symptomatisch dafür sei, «dass es den etablierten Parteien nicht merh gelingt, stabile Koalitionen zu bilden.» Zudem streicht die New York Times die hohe Wahlbeteiligung heraus und, damit verbunden, die Tatsache, dass die AfD bei vielen Erstwählenden gepunktet hat.
(hkl/her)
