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Sachsen-Anhalt: CDU Sachsen-Anhalt will Vorstand neu wählen

epa13219569 German Chancellor and Chairman of the Christian Democratic Union (CDU) Friedrich Merz addresses a news conference after a CDU party board meeting in Berlin, Germany, 07 September 2026, the ...
Friedrich Merz äussert sich nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt selbstkritisch, ein Rücktritt ist aber kein Thema.Bild: keystone
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CDU Sachsen-Anhalt will Vorstand neu wählen +++ Friedrich Merz: Rücktritt kein Thema

06.09.2026, 14:5007.09.2026, 21:06
  • Am Sonntag haben im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt Landtagswahlen stattgefunden.
  • Die AfD fuhr einen historischen Sieg ein. Sie konnte ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln und holte 43,8 Prozent.
  • Für die CDU mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze setzte es eine herbe Niederlage ab. Sie holte lediglich 17,2 Prozent.
  • Ob der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund neuer Ministerpräsident wird, ist noch unklar. Jetzt stehen die Koalitionsverhandlungen an.
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20:31
CDU Sachsen-Anhalt will in die Opposition gehen ‒ und Vorstand neu wählen
Die CDU Sachsen-Anhalt wolle Konsequenzen aus dem Sieg der AfD ziehen, teilte der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Sven Schulze nach einer Sitzung des Vorstands in Magdeburg mit. Die Mitglieder des Landesvorstands haben am Montagabend ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Die Parteiführung soll auf einem Sonderparteitag im November oder Dezember neu gewählt werden, wie deutsche Medien berichten.



Bereits unmittelbar nach dem Triumph der AfD am Sonntag wurde innerhalb der CDU ein personeller Neuanfang gefordert. Welche Folgen diese Entscheidung für Schulze hat, ist noch offen. Eines sei für die CDU klar, sagte Schulze am Montag: «Wir haben keinen Regierungsauftrag mehr, wir sind Opposition.» Auf Nachfrage von Journalisten, ob er für den Landesvorsitz erneut kandidieren wolle, sagte Schulze, das sei nicht sein Plan. Ambitionen hegt dafür der Bundestagsabgeordnete Sepp Müller.



Er wolle als Landesvorsitzender kandidieren, gab der 37-Jährige noch am Montagabend bekannt. Müller ist seit 2021 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. (leh/sda)
19:39
EU-Aussenbeauftragte besorgt über mögliche Folgen des AfD-Erfolgs
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas hat sich bei einem Besuch in Litauen besorgt über die möglichen Folgen des AfD-Erfolgs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gezeigt. «Wir haben die Anschläge in Leipzig und die Sabotageakte miterlebt, und die Bedrohung nimmt in Europa deutlich zu. Gleichzeitig gewinnen jene Parteien an Einfluss, die diese Bedrohung ignorieren und behaupten, wir sollten nichts unternehmen, da es uns nichts angehe», antwortete Kallas auf einer Pressekonferenz in Vilnius die Frage, was der Wahlsieg der AfD für die Europäische Union bedeutete.



«Ich befürchte daher, dass wir eines Tages feststellen könnten, dass wir nicht genug getan haben, um die Bedrohungen abzuwehren und uns zu verteidigen», sagte Kallas nach einem Treffen mit dem litauischen Regierungschef Mindaugas Sinkevicius weiter. Sie fügte hinzu, dass es letztendlich aber am deutschen Volk liege, als demokratischer Staat seine Entscheidungen zu treffen. Sinkevicius bezeichnete das Ergebnis der Abstimmung in Sachsen-Anhalt als «besorgniserregend». (sda/dpa)
15:33
Klingbeil: SPD steht hinter Merz
Nach dem AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt und der anhaltenden Kritik an Friedrich Merz sowie teils Rücktrittsforderungen, hat die SPD ihrer Co-Regierungspartei den Rücken gestärkt. Man habe in der SPD nicht über die Person Friedrich Merz diskutiert, so Parteichef und Merz-Stellvertreter Lars Klingbeil. SPD und Union hätten einen gemeinsamen Auftrag, Verantwortung für Deutschland zu übernehmen. (con/sda)


Lars Klingbeil ist Stellvertreter von Friedrich Merz und deutscher Finanzminister.
Die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz im Video
14:15
Über den Aufstieg russlandfreundlicher Parteien
Er werde «keinen Millimeter» von der Position abweichen, dass sich Deutschland gegen Russland verteidigen müsse. Die Gefahr für die deutsche Gesellschaft durch Russland sei real. «Wenn wir die Unterstützung für die Ukraine einstellen, wird es morgen nicht besser», so Merz. Er werde diese Position in der Zukunft noch deutlicher vertreten. Das sei zentral für das Überleben der westlichen und deutschen Werteordnung. Russland wolle den Zerfall dieser. «Ich werde alles, was in meiner Macht steht, tun, um das zu verhindern», betont Merz zum Schluss. Danach wird die Medienkonferenz beendet. (con)
14:11
Merz über Sorgen von Minderheiten nach AfD-Sieg
«Wenn dort (in Sachsen-Anhalt) nun Grenzen überschritten werden, werden wir als Bundesregierung alles Nötige dagegen tun.» Merz betont erneut, dass das Grundgesetz in Deutschland nicht verhandelbar sei und durchgesetzt werde. (con)
14:09
Merz: Keine Gedanken über Bundestagswahl 2029
Wann sei der Punkt erreicht, an dem er selbst seine Position überdenke, sollte seine Popularität noch weiter sinken, so eine nächste Frage. Merz antwortet, er stelle sich aktuell viele Fragen, solche zur nächsten Bundestagswahl gehörten aber nicht dazu. Auf einen möglichen sofortigen Rücktritt geht er auch hier nicht ein. Er laufe nicht von der Verantwortung davon, so Merz. (con)
14:06
Merz über mögliche Überläufer zur AfD und den Reformkurs der Regierung
Man müsse darüber reden, so Merz, wie man den eingeschlagenen Kurs noch umsetzen könne. Man sei bei den Sozialversicherungen und bei der Wettbewerbsfähigkeit in der Industrie nicht dort, wo man sein wolle. Das seien Fragen, die die Regierung beschäftigten. Es gelte vor allem, in neuen Wettbewerbsfeldern besser zu werden. Deutschland könne das, das habe das Land schon mehrfach bewiesen. Zur Frage bezüglich CDU-Überläufern zur AfD äussert sich Merz nicht. Allerdings spricht Schulze dies an: Es werde keine Überläufer zur AfD geben. Das BSW werde dafür sorgen, dass die AfD in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsident stellen werde. (con)
14:00
Wie steht es um ihre Glaubwürdigkeit?
Die Glaubwürdigkeit sei seit Beginn seiner Amtszeit ein Thema. Man habe gewisse Ziele bezüglich Verteidigungsfähigkeit seither erreicht, andere, in der Sozialpolitik beispielsweise, hingegen nicht. Das sei nicht zufriedenstellend und müsse sich ändern. Merz sagt aber auch: «Wir sind für vier Jahre gewählt und wir haben noch Zeit, die Themen umzusetzen». (con)
13:57
Was macht die Wahl mit ihnen persönlich?
Merz hat zuvor erwähnt, dass ihn das Wahlergebnis «persönlich» treffe. Welche Fragen er sich nun selbst stelle, fragt ein Journalist. Dieser antwortet, ihn beschäftige vor allem wie es so weit kommen konnte, weshalb Wählende in Deutschland so abstimmen würden wie am Sonntag. Er brauche aber noch mehr Zeit, um gewisse Fragen, die sich nun stellten, genau zu beantworten. (con)
13:54
Fürchten Sie krachende Niederlagen?
In den nächsten Wochen stehen in weiteren Bundesländern Wahlen an. Ob Merz weitere deutliche Niederlagen fürchte, so eine nächste Frage. Er antwortet ausweichend. Gewisse Reformen, beispielsweise bezüglich Sozialversicherungen, müsse man diskutieren und womöglich überdenken. Aber: «Wir lassen uns von dem gestrigen Wahlergebnis nicht von der Richtigkeit unserer Reformen abbringen.» (con)
13:51
Merz über niedrige Popularität
Auch Merz äussert sich zu der Frage: Es sei offensichtlich, dass die Zustimmungswerte zur Politik seiner Regierung niedrig seien. Er verweist darauf, dass man Fehler aus zwei Jahrzehnten in der Regierungspolitik beheben müsse. Das gehe nicht so schnell, wie er es auch selbst gerne hätte. Man müsse nun wieder «mehr tun, um die Menschen zu erreichen». Dieser Verantwortung und Aufgabe wolle er sich stellen und gerecht werden. (con)
13:49
Die Fragerunde beginnt
Sven Schulze wird gefragt, welchen Anteil die niedrige Popularität von Friedrich Merz für das Ergebnis habe. Schulze erklärt, es sei normal, dass «landespolitische Themen» andere überlagern. Er will aber die Wahlniederlage nicht an einer Person festmachen. (con)
13:47
Sven Schulze will Konsequenzen ziehen
Auch Sven Schulze, geschlagener CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, spricht von einer schweren Niederlage. Er sei zutiefst getroffen. Er kündigt an, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Wie diese genau aussehen, ist noch nicht klar, Schulze will am Montagabend mit seinem Parteivorstand sprechen. (con)
13:44
Merz spricht über seine Position
Der Bundeskanzler spricht auch über seine Position als Kanzler. Er sei sich bewusst, dass er ein Dauerthema während des Wahlkampfs war. Er versichert erneut: «Wir brauchen grundlegende Reformen in Deutschland.» Sein Wille, den Reformkurs umzusetzen, sei ungebrochen. Man müsse diesen den Leuten besser vermitteln, das betreffe auch ihn selbst. Die Lebenssituation der Menschen in Deutschland sei schwierig, viele hätten Angst, umso mehr seit dem Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt gestern. Über einen möglichen Rücktritt, wie das teilweise gefordert wird, spricht Merz nicht. (con)
13:40
Merz: Institutionen in Deutschland sind «wehrhaft»
Merz versichert im Hinblick auf eine mögliche Destabilisierung der Demokratie im Land, dass das Grundgesetz in Deutschland durchgesetzt werde und dass die Institutionen «wehrhaft» seien. (con)
13:38
Merz spricht von schwerster Wahlniederlage seit Jahrzehnten
Man könne nicht zur Tagesordnung übergehen, nach diesem Wahlresultat. Das sei die schwerste Wahlniederlage der CDU seit Jahrzehnten. Auch treffe ihn das Ergebnis persönlich. Es sei schockierend, dass 60 Prozent der Wählerinnen und Wähler eine Partei wählten, die das demokratische System Deutschlands infrage stelle.
13:36
Merz: Wir sind zutiefst schockiert
Jetzt äussert sich Merz: Man sei zutiefst schockiert über das Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Dieses werde Deutschland verändern.


13:31
Friedrich Merz hält Medienkonferenz ab
Um circa 13.30 Uhr will der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz Stellung nehmen zur herben Niederlage seiner Partei, der CDU, in Sachsen-Anhalt. watson berichtet live. (con)
13:14
Chrupalla will «Sonderwirtschaftszone» im Osten
AfD-Co-Präsident Tino Chrupalla hat nach dem deutlichen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt eine Sonderwirtschaftszone für Ostdeutschland ins Spiel gebracht. Die AfD will demzufolge, nachdem sie weitere Bundesländer im Osten des Landes gewonnen hat, einen von der deutschen Bundesrepublik losgelösten Wirtschaftsraum schaffen. (con)
12:02
Söder: «AfD hat Auftrag bekommen»
CSU-Chef Markus Söder hat sich am Montag über den Wahlausgang geäussert. «Das war ein wuchtiges Votum», sagt er. Es reiche jetzt nicht, sich vor Konsequenzen zu drücken. «Das Ausland stellt fest, Rechtsextreme können in Deutschland eine Regierung übernehmen.»

Jedoch warnt er davor, ohne die AfD zu koalieren. Man solle nun nicht nach noch einer halben Stimme suchen, um eine Regierung zu bilden. Für Söder ist klar: «Die AfD hat einen Auftrag bekommen, warten wir ab, was sie daraus machen. Sie sollen zeigen, was sie können.» (hkl)

10:53
Siegmund will Ministerpräsident werden – wenn sich Mehrheiten abzeichnen
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden, unter dem Vorbehalt, dass die AfD auf «eine stabile Mehrheit» zählen kann. Er sei guter Dinge, dass man eine solche erreichen könne. Der Regierungsauftrag für sein Bundesland könne «deutlicher gar nicht sein», man werde sich aber «nicht verbiegen». Das gelte für eine mögliche Zusammenarbeit mit allen Parteien, aber insbesondere mit der CDU. Er bestätigt, dass die AfD bereit sei, mit allen Parteien Gespräche zu führen in den nächsten Tagen.

Auf eine Frage von den anwesenden Medienvertretern bezüglich der Sorgen von Menschen mit Migrationshintergrund nach dem Wahlsieg der AfD antwortet Siegmund, dass sich niemand Sorgen machen müsse. «Wir haben ein rechtsstaatliches Programm», so der Spitzenkandidat mit Nachdruck. Dass Menschen mit Migrationshintergrund sich wegen der AfD sorgen würden, sei Resultat einer Schmierkampagne von Medien und NGOs. (con)

10:36
AfD-Spitze schiesst an Medienkonferenz gegen CDU
An einer Medienkonferenz der AfD am Montagvormittag nimmt die Parteispitze Stellung zum Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt am Sonntag. Dabei rechneten sowohl Alice Weidel als auch ihr Co-Parteipräsident Tino Chrupalla vor allem mit der CDU ab. Weidel erklärte, dass Kanzler Friedrich Merz das miese Ergebnis der CDU bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu verantworten habe. Er habe zu oft Versprechen gebrochen und sei ein «Debakel» für seine Partei. Für die AfD sieht sie nun einen «klaren Regierungsauftrag» in dem ostdeutschen Bundesland.

Auch Chrupalla kritisierte die CDU scharf. Er spottet unter anderem, dass der lokale CDU-Ministerpräsident Sven Schulze «der beste Wahlkämpfer» für die AfD gewesen sei. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sei zudem eine «Abwahl der Brandmauer» gewesen. Chrupalla erklärte aber erneut, dass man bereit sei mit der CDU zu sprechen – das sei die einzige Möglichkeit für die Partei, dass sie im Osten Deutschlands nicht verschwinde. (con)

10:29
AfD dominierte auch bei den Jungen
Wie Hochrechnungen nach Altersgruppen zeigen, hat die AfD in Sachsen-Anhalt auch bei jüngeren Bevölkerungsschichten hervorragend abgeschnitten. Bei den 18- bis 24-Jährigen holte die radikal rechte Partei 42 Prozent der Stimmen, bei den 25- bis 34-Jährigen 44 Prozent und bei den 35- bis 44-Jährigen gar 53 Prozent, wie die Bild berichtet. Die Auswertung zeigt auch, dass Extrempositionen bei den Jungen in Sachsen-Anhalt populär sind: Denn auch die Linke verzeichnete bei den bei jüngsten Schichten mit 17 respektive 14 Prozent hohe Stimmenanteile. (con)
9:22
BSW würde AfD ins Ministerpräsidentenamt verhelfen
Das BSW hat bestätigt, dass es Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt ins Amt des Ministerpräsidenten verhelfen würde, sollte sich dieser zur Wahl stellen. Dies berichtet focus.de. Das BSW würde sich in einem dritten, entscheidenden Wahlgang enthalten, und damit die Ernennung des AfD-Spitzenkandidaten ermöglichen.

Das BSW habe immer gesagt, «dass wir uns an einer Brandmauer-Politik nicht beteiligen», so BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulzer mit Hinweis auf die Taktik der etablierten Parteien, der AfD die Zusammenarbeit und damit die politische Teilhabe zu verwehren. Man wolle mit allen Parteien sprechen.

Man müsse dem BSW nicht vorwerfen, «Steigbügelhalter» zu sein; das seien die anderen Parteien, sagte Schulze. «Ich sehe die AfD als Partei, die von 44 Prozent der Menschen hier gewählt worden ist. Und dem muss ich Rechnung tragen. Das ist für mich Demokratie.» Schnittmengen mit der AfD gebe es zum Beispiel bei der Forderung, Sanktionen gegen Russland aufzuheben. (sda/dpa)

Ein BSW-Wahlplakat neben einem der CDU in Sachsen-Anhalt.

(con/sda)
9:20
Auch Spaniens und Portugals Rechtspopulisten gratulieren AfD
Die Vorsitzenden der rechtspopulistischen Parteien in Spanien und Portugal haben der AfD zum Wahlerfolg im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt gratuliert.

«Herzlichen Glückwunsch Alice Weidel und Ulrich Siegmund für dieses spektakuläre Ergebnis, das eine grosse Hoffnung für Deutschland und Europa darstellt», schrieb der Vorsitzende der spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, auf der Plattform X.

Sein portugiesischer Kollege von der Partei Chega (Es reicht), André Ventura, schrieb ebenfalls auf X von einem «historischen Sieg» der AfD. «Auch die Deutschen öffnen zunehmend die Augen gegenüber illegaler und unkontrollierter Einwanderung, Korruption und der Vereinnahmung unserer Freiheit und Identität. Herzlichen Glückwunsch!», fügte er hinzu. Beide Politiker stellten ihrem Glückwunschtext jeweils ein Foto von sich mit AfD-Chefin Weidel zur Seite.

Zwischen Vox und Chega einerseits und der AfD andererseits gibt es zwar inhaltliche Überschneidungen etwa in der harten Rhetorik gegen Migration, doch halten die beiden iberischen Parteien Abstand zu extremeren Positionen der AfD, um ihre eigene Regierungsfähigkeit und bürgerliche Akzeptanz auf nationaler Ebene nicht zu gefährden.

Vox und Chega gehören im EU-Parlament der Fraktion Patrioten für Europa an, die AfD hingegen der noch weiter rechts stehenden Fraktion Europa der Souveränen Nationen.

Keine Brandmauer in Spanien, bröckelnde Brandmauer in Portugal

Vox liegt in Umfragen um die 20 Prozent. Eine Brandmauer wie in Deutschland gibt es in Spanien nicht. Die Partei regiert derzeit in vier autonomen Gemeinschaften jeweils in einer Koalition mit der konservativen Volkspartei PP. Beide zusammen würden auch gerne die linke Zentralregierung in Madrid von Ministerpräsident Pedro Sánchez ablösen.

Chega liegt in Umfragen derzeit mit mehr als 20 Prozent auf dem dritten Platz hinter der sozialistischen Partei PS und dem konservativen Regierungsbündnis Aliança Democrática. In Portugal gibt es zwar ähnlich wie in Deutschland eine Brandmauer gegen Chega, aber sie bröckelt. (sda/dpa/con)


André Venutra und Santiago Abascal.
7:45
Orban gratuliert Weidel und Siegmund
Der abgewählte ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Freude über den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt zum Ausdruck gebracht. «Eine Riesen-(Wahl-)Nacht für Deutschland und Europa!», schrieb der Rechtspopulist auf der Plattform X. «Gratulation an Alice Weidel, Ulrich Siegmund und die gesamte AfD für ihren Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt. Haltet euch fest! Das ist erst der Anfang.»

Orban hatte 16 Jahre lang mit teils autokratischen Methoden in Ungarn regiert. Bei der Parlamentswahl am 12. April fügte ihm sein bürgerlicher Herausforderer Peter Magyar eine krachende Niederlage zu. Orban pflegt Verbindungen zu Rechtskonservativen und Rechtspopulisten in der ganzen Welt, so auch zur AfD. Deren Vorsitzende Alice Weidel hatte ihn in seiner Amtszeit mehrfach in Budapest besucht. (sda/dpa)
7:42
Merz spricht um 13.30 Uhr
Nach der Niederlage der CDU wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz. Bislang hat sich der 70-Jährige noch nicht zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt geäussert. Das soll sich heute ändern. Gegen 13.30 Uhr soll der Kanzler zusammen mit dem unterlegenen CDU-Kandidaten Sven Schulze vor die Medien treten. (cma)
3:37
Mögliche Koalitionen
Da die AfD die absolute Mehrheit verpasst hat, muss sie sich nach Koalitionspartner umschauen, um eine Regierung bilden zu können. Theoretisch hat sie viele Optionen: Sie kann mit einer beliebigen der anderen im Landtag vertretenen Partei (CDU, Linke, SPD, Grüne, BSW) zusammenspannen, um eine Mehrheit herzustellen. Allerdings haben bis auf das BSW alle anderen Parteien eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.

AfD + BSW: 44 Sitze

Umgekehrt müssten alle anderen Parteien zusammengehen, um eine Mehrheit ohne AfD zu finden. Eine solche Mehrparteienkoalition gilt erstens als unstabil und zweitens als unwahrscheinlich. Insbesondere wird bezweifelt, ob die konservative CDU und die Die Linke sich finden. Auch haben CDU, SPD und Grüne Mühe mit dem russlandfreundlichen Kurs des BSW:

CDU + SPD + Die Linke + Grüne + BSW: 44 Sitze

(her)
3:29
Sitzverteilung im Landtag
Der Landtag von Sachsen-Anhalt umfasst 83 Sitze. Um das absolute Mehr zu erreichen, sind also 42 Sitze nötig. So viele Sitze haben die Parteien errungen:

AfD: 39
(+16 im Vergleich zu 2021)
CDU: 15 (-25)
Linke: 8 (-1)
SPD: 8 (-1)
Grüne 8 (+2)
BSW: 5 (+5)

Nicht mehr im Landtag vertreten ist die FDP, die mit 2,6 Prozent an der 5-Prozent-Hürde gescheitert ist. (her)
3:18
Die Resultate
Die Landeswahlleiterin von Sachsen-Anhalt hat die vorläufigen Ergebnisse der Landtagswahl kommuniziert:


Während die AfD ihr Ergebnis von vor vier Jahren mehr als verdoppelt, hat sich die CDU umgekehrt mehr als halbiert. Die Linke verliert leicht, die SP stagniert, die Grünen können etwas zulegen. Alle drei Parteien bleiben unter 10 Prozent Wählendenanteil. Das Bündnis Sahra Wagenknecht schafft den Einzug in den Landtag mit 5,3 Prozent, während die FDP mit 2,6 Prozent der Stimmen rausfliegt (her)
3:10
AfD verpasst absolute Mehrheit
Die AfD ist bei der Sachsen-Anhalt-Wahl stärkste Kraft geworden, hat aber keine absolute Mehrheit im Landtag gewonnen. Die CDU kommt nach den auf der Webseite der Landeswahlleiterin veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen mit grossen Verlusten auf den zweiten Platz. Dem BSW gelingt knapp der Einzug ins Landesparlament. (sda/dpa)
3:08
Elon Musk gratuliert AfD
Der seit längerem mit der AfD sympathisierende Tech-Unternehmer Elon Musk hat der rechten Partei zu ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt gratuliert - und im Gegenzug direkt ein Kooperationsangebot bekommen. «Gut gemacht!», schrieb Musk auf seiner Online-Plattform X als Kommentar zu einem Beitrag der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel, in dem sie Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zum Triumph in Sachsen-Anhalt beglückwünscht hatte.

Siegmund antwortete dem reichsten Mann der Welt sogleich und dankte ihm für seine «Unterstützung». Auf Englisch schrieb der AfD-Frontmann: «Wenn wir hier Verantwortung übernehmen, würde ich die Gelegenheit zu einer starken und konstruktiven Zusammenarbeit sehr begrüssen. Deutschland wäre dann wieder ein Standort, in den es sich zu investieren lohnt. Beste Grüsse aus Sachsen-Anhalt!» (sda/dpa)
2:53
CDU gewinnt kein einziges Direktmandat
Die CDU ist in allen 41 Wahlkreisen des Bundeslands Sachsen-Anhalts ihrer politischen Konkurrenz unterlegen. 38 Mal zog sie gegen die Kandidaten und Kandidatinnen der AfD den Kürzeren. In zwei Wahlkreisen in der Stadt Halle und einem der Landeshauptstadt Magdeburg konnte die Linke das Direktmandat erringen. Vor vier Jahren gewann die Union noch 40 der 41 Wahlkreise. (her)
2:12
Siegmund gewinnt Direktmandat
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund, der seine Partei bei den Landtagswahlen zu einem Erdrutschsieg geführt hat, hat auch das Direktmandat in seinem Wahlkreis errungen. Er gewinnt den Wahlkreis Genthin mit 49,0 Prozent, sein Herausforderer aus der CDU machte 24,0 Prozent. (her)
1:33
Chrupalla: Herr Schulze kann nach Hause gehen
«Herr Schulze ist abgewählt, der kann nach Hause gehen,» sagte Chrupalla an die Adresse des amtierenden CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt während der Polit-Debatte bei Caren Miosga in der ARD. Der AfD-Bundesvorsitzende sagte, er appelliere nun an die CDU-Abgeordneten, die Politik im Sinne des Landes machen wollten, «ob sie sich wirklich jetzt für eine bürgerlich-konservative Mehrheit anschließen wollen».

Chrupalla betonte in der Sendung, zu Kompromissen bereit zu sein, sei es in der Wirtschaft- oder in der Migrationspolitik. «Die Frage ist immer, wie ein solcher Kompromiss aussieht». (t-online/her)

1:09
Siegmund hat die Menschen mobilisiert
Der Triumph der AfD ist auch ein Mobilisierungserfolg. Sie hat 250'000 Menschen dazu gebracht zu wählen, die vor vier Jahren noch nicht gewählt haben. Oder anders ausgedrückt: Von allen, die in Sachsen-Anhalt AfD gewählt haben, haben 42 Prozent vor vier Jahren nicht an der Landtagswahl teilgenommen. Das schreibt Die Zeit. (her)
0:37
Schulze verliert auch Kampf um Direktmandat
Für den Vorsitzenden der CDU in Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, wird der Abend immer bitterer. Nicht nur haben die Wählenden seine CDU bei der Landtagswahl um die Hälfte zurechtgestutzt, Schulze verliert auch den Kampf um sein Direktmandat in seinem Wahlkreis Magdeburg III gegen seinen AfD-Herausforderer Christian Mertens. Dieser erhielt nach Angaben der Wahlleitung 35,2 Prozent der Stimm, Schulze kam auf 31,7 Prozent. (her)
0:02
BSW könnte zum «Zünglein an der Waage» werden
Das BSW könnte bei der Wahl des künftigen Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt eine entscheidende Rolle spielen. ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn sagte in den «tagesthemen», die Partei könne zum «Zünglein an der Waage» werden.

Nach der aktuellen Hochrechnung gibt es bislang weder eine absolute noch eine relative Mehrheit für die AfD. Auffällig ist laut Schönenborn zudem, dass BSW-Wählerinnen und -Wähler bei der Frage nach der künftigen Regierungsführung gespalten sind.

Je 30 Prozent von ihnen wünschen sich demnach eine CDU-geführte beziehungsweise eine AfD-geführte Landesregierung. (mke)
23:54
AfD profitiert stark von früheren Nichtwählern
Die hohe Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt hat offenbar vor allem der AfD geholfen. Laut Landeswahlleiterin lag die Beteiligung bei 75 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 hatten noch 60,3 Prozent abgestimmt.

Nach vorläufigen Daten entschieden sich 170'000 frühere Nichtwählende diesmal für die AfD. Zudem wechselten 82'000 Wählerinnen und Wähler von der CDU zur AfD.

Die CDU konnte demnach deutlich weniger Menschen mobilisieren: 32'000 frühere Nichtwählende entschieden sich für sie. (mke)
23:51
Schulze lässt Konsequenzen nach CDU-Niederlage offen
Sachsen-Anhalts CDU-Chef Sven Schulze hat mögliche Konsequenzen aus der deutlichen Wahlniederlage am Wahlabend offengelassen. Er werde am Montag zunächst nach Berlin zum CDU-Bundesvorstand fahren, sagte Schulze in Magdeburg. Am Abend komme dann der Landesvorstand zusammen.

Dort wolle er der CDU Sachsen-Anhalt einen «Verfahrensvorschlag» machen, sagte Schulze. Worum es dabei genau gehen soll, liess der Ministerpräsident offen. Auch zu möglichen personellen Konsequenzen äusserte er sich zunächst nicht. (mke)

23:47
So geht es jetzt in Sachsen-Anhalt weiter
Nach der Wahl muss der neu gewählte Landtag in Sachsen-Anhalt spätestens am 30. Tag nach der Wahl erstmals zusammentreten. Das wäre der 6. Oktober, sagte Frank Bräutigam, Leiter der ARD-Rechtsredaktion.

Danach steht die Wahl des Ministerpräsidenten an. Bis dahin bleibt die bisherige Regierung geschäftsführend im Amt.

Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Laut Bräutigam sind weiter viele Fragen offen – auch, weil die Mehrheitsverhältnisse im neuen Landtag knapp werden könnten. (mke)
23:46
94 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt
In Sachsen-Anhalt sind inzwischen fast alle Wahlbezirke ausgezählt. Nach Angaben der Landeswahlleiterin liegen Ergebnisse aus 2519 von insgesamt 2660 Bezirken vor.

Das entspricht rund 94 Prozent der Wahlbezirke. Das vorläufige Endergebnis rückt damit näher. (mke)
23:44
Neuste Hochrechnung: Linke zieht mit SPD gleich
In der neuen Hochrechnung gibt es leichte Verschiebungen im Mittelfeld. Die Linke legt zu und liegt nun gleichauf mit der SPD. Beide Parteien kommen auf 9,2 Prozent.

An der Spitze bleibt die AfD klar vorne, verliert aber leicht und liegt nun bei 44,0 Prozent. Die CDU kommt weiterhin auf 17,4 Prozent. Das BSW bleibt bei 5,1 Prozent und wäre damit weiter im Landtag vertreten.

AfD: 44,0 Prozent
CDU: 17,4 Prozent
Linke: 9,2 Prozent
SPD: 9,2 Prozent
Grüne: 8,9 Prozent
BSW: 5,1 Prozent


(mke)
23:42
Siegmund bringt Neuwahlen ins Spiel
Siegmund lehnt BSW-Vorschlag ab

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lehnt den Vorschlag des BSW für einen überparteilichen Ministerpräsidenten ab. Das Angebot nannte Siegmund im ZDF «Gewurschtel». Die AfD werde ihre Werte und Ziele nicht für «irgendwelche Machtspielchen» aufgeben. «Im Notfall wird es halt Neuwahlen geben.» Koalitionen mit weitgehenden Kompromissen schloss Siegmund aus. Eine Zusammenarbeit könne es nur mit jenen geben, die den von der AfD angekündigten Politikwechsel mittragen würden – ob durch eine ganze Fraktion oder durch einzelne Abgeordnete. Sollte das nicht gelingen, brachte Siegmund Neuwahlen ins Spiel. Dann werde die AfD «50 oder 55 Prozent» erzielen. (mke)

23:40
Salvini gratuliert AfD zum Wahlsieg
Der italienische Lega-Chef Matteo Salvini gratuliert der AfD zu ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt. Auf X sprach Salvini von einem «überwältigenden Erfolg» und gratulierte auch AfD-Co-Chefin Alice Weidel. «Ein überwältigender Erfolg, der den starken Ruf nach Wandel, Sicherheit und Arbeitsplätzen unterstreicht.» Salvini wertete das Ergebnis zugleich als Niederlage für die politische Linke. Es sei eine «Ohrfeige» für jene, die Ängste geschürt und Katastrophenszenarien an die Wand gemalt hätten. (mke)

23:30
Sorge vor AfD-Rückenwind in Mecklenburg-Vorpommern
Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern blicken mehrere Parteien mit Sorge auf das Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig von der SPD warnte vor einem weiteren Erstarken der AfD. «Das ist gefährlich, für Sachsen-Anhalt und Deutschland.» In Mecklenburg-Vorpommern könne und müsse verhindert werden, dass die AfD stärkste Kraft werde, sagte Schwesig. Auch Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller sieht im Ergebnis aus Sachsen-Anhalt eine Warnung. Zwar gebe das Abschneiden der Grünen ihrer Partei Auftrieb, zugleich könne aber auch die AfD in Mecklenburg-Vorpommern Rückenwind daraus ziehen. (mke)

23:25
FPÖ jubelt über AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt
Der österreichische FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht im starken Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt ein Signal gegen die sogenannte Brandmauer. Die Wähler hätten nicht nur die AfD gewählt, sondern «die versammelte Front der Systemparteien abgewählt», sagte Kickl dem Sender OE24. «Sie haben an der Wahlurne jene undemokratische Brandmauer eingerissen.» Kickl bezeichnete die AfD als «einzige patriotische Kraft» und sprach von «gelebter Demokratie». Die FPÖ und die AfD arbeiten auf europäischer Ebene in derselben Rechtsaussen-Fraktion zusammen. (mke)

22:44
AfD liegt in ZDF-Hochrechnung weiter bei über 44 Prozent
Auch in der aktuellen ZDF-Hochrechnung bleibt die AfD in Sachsen-Anhalt klar stärkste Kraft. Laut Forschungsgruppe Wahlen kommt sie auf 44,2 Prozent. Die CDU liegt nur noch bei 17,4 Prozent.

Dahinter folgen SPD und Grüne mit je 9,0 Prozent. Die Linke kommt auf 8,6 Prozent. Das BSW liegt bei 5,1 Prozent und wäre damit weiter im Landtag vertreten.

AfD: 44,2 Prozent
CDU: 17,4 Prozent
SPD: 9,0 Prozent
Grüne: 9,0 Prozent
Linke: 8,6 Prozent
BSW: 5,1 Prozent
FDP: 2,5 Prozent


(mke)
22:44
Willingmann hält wechselnde Mehrheiten für «verrückt»
Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann spricht sich klar gegen ein Modell wechselnder Mehrheiten aus. Eine stabile Landesregierung brauche einen Koalitionsvertrag und Verlässlichkeit, sagte Willingmann der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg. «Ich halte wechselnde Mehrheiten im Interesse der Wirtschaft für völlig verrückt.» Wechselnde Mehrheiten seien ausgesprochen kompliziert, so Willingmann weiter. Das repräsentative demokratische System, die Wirtschaft und viele Institutionen bräuchten Berechenbarkeit – «nicht den Zufall einer Mehrheit». (mke)
22:06
Tusk: Nur Idioten erfreut über AfD-Triumph
Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat sich angesichts des AfD-Erfolgs bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fassungslos gezeigt. Der liberalkonservative Politiker schrib am Wahlabend bei der Online-Plattform X: «In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen.» Nicht wenige davon hätten sich in den Oppositionsparteien Konfederacja und Recht und Gerechtigkeit (PiS) versammelt.



Gratulation aus Tschechien
Im Nachbarland Tschechien gratulierte Parlamentspräsident Tomio Okamura der AfD im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT zu ihrem Wahlerfolg. «Ich hoffe vor allem, dass sie Teil der neuen Regierungskoalition im Bundesland Sachsen-Anhalt sein wird», sagte der Gründer der rechten Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD).



Eine Koalition gegen die AfD würde dem Wählerwillen widersprechen, meinte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, der wichtigeren der beiden Parlamentskammern. In Tschechien regiert seit Ende 2025 eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis, Okamuras SPD und der Autofahrerpartei Motoristen.

Der konservative Oppositionspolitiker und Ex-Innenminister Vit Rakusan forderte indes, Lehren aus dem Ausgang der Landtagswahl zu ziehen: «Der Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt zeigt, wie gefährlich es ist, wenn Demokraten so gewichtige Themen wie die Migration und andere brennende soziale Fragen den Populisten überlassen», meinte der Vorsitzende der Partei STAN. Statt sich nur empört über den Erfolg «offen prorussischer Extremisten in Deutschland» zu zeigen, müsse man eigene realistische und nachhaltige Lösungen entgegensetzen. (sda/dpa)
21:55
BSW hält sich Zusammenarbeit mit AfD in Sachfragen offen
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hält sich das BSW eine Zusammenarbeit mit der AfD in einzelnen Punkten offen. Spitzenkandidatin Claudia Wittig sagte bei Phoenix, der klare Weg des BSW sei es, Politik immer inhaltlich und auf Basis konkreter Projekte zu entscheiden. «Eine über 40-Prozent-Partei komplett aus diesem Weg auszuschliessen, halte ich für undemokratisch.» Die Brandmauer-Politik habe nicht dazu beigetragen, die AfD kleiner zu machen, sagte Wittig weiter. Das BSW wolle sich in der Sache mit der AfD auseinandersetzen. Dabei müsse auch die AfD «Farbe bekennen». (mke)

21:50
Ein «Weiter so» kann es nicht geben
Die AfD ist die grosse Siegerin in Sachsen-Anhalt. Ob sie regieren wird, bleibt vorerst offen. Für die Berliner Regierung heisst dies: Ein «Weiter so» kann es nicht geben, auch personell.

Eine Analyse von Peter Blunschi:
21:45
CDU-Politiker: Schulze bleibt vorerst im Amt
Unions-Fraktionsvize Sepp Müller spricht nach der Wahl in Sachsen-Anhalt von einer historischen Niederlage für die CDU. Jetzt hülfen keine Floskeln mehr, sagte Müller dem ZDF. Für die Partei könne es kein «Weiter so» geben. «Es ist eine historische Niederlage.» Zur Zukunft von Ministerpräsident und CDU-Landeschef Sven Schulze äusserte sich Müller zurückhaltend. Schulze bleibe «vorerst geschäftsführend im Amt», sagte er. Nach voller Rückendeckung für den geschlagenen CDU-Spitzenkandidaten klingt das nicht. (mke)

21:39
Parteiführungen streiten über mögliche Gespräche
In der ARD-Runde nach der Wahl ist es zu hitzigen Debatten über mögliche Gespräche zwischen den Parteien gekommen. AfD-Chef Tino Chrupalla sieht einen klaren Regierungsauftrag für seine Partei und kündigte an, man werde «die Hand ausstrecken» – an alle Parteien.

Luigi Pantisano, Vorsitzender der Linken, machte hingegen deutlich, dass seine Partei auf ein Gesprächsangebot der AfD nicht einmal reagieren würde. Auch CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

Schwierig sei aus Sicht der CDU aber auch eine Kooperation mit der Linken. Hoppermann verwies dabei auf ein aus ihrer Sicht schweres Antisemitismus-Problem in der Partei. Pantisano warf ihr im Gegenzug vor, vom «eklatanten Versagen der Bundesregierung» ablenken zu wollen. (mke)
21:35
BSW nun auch in ZDF-Hochrechnung bei fünf Prozent
Die Chancen des BSW auf den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt sind weiter gestiegen. In der neusten ZDF-Hochrechnung von 21.01 Uhr kommt die Partei auf 5,0 Prozent. Zuvor hatte sie dort noch bei 4,8 Prozent gelegen.

Auch in der ARD-Hochrechnung liegt das BSW inzwischen über der Fünf-Prozent-Hürde. ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn bezifferte die Wahrscheinlichkeit für den Einzug der Partei ins Parlament auf 70 zu 30.

Ob das BSW den Sprung in den Landtag tatsächlich schafft, ist damit aber weiter nicht definitiv entschieden. (mke)
21:30
Polizei meldet störungsfreien Abend in Magdeburg
In Magdeburg ist der Wahlabend nach Angaben der Polizei bislang friedlich verlaufen. Vor dem Magdeburger Dom kamen am Abend sowohl AfD-Anhänger als auch Anhänger anderer Parteien zusammen. Die einen hofften noch auf eine absolute Mehrheit der AfD, die anderen auf das Gegenteil.

Laut einem Polizeisprecher verlief der Abend in der Innenstadt «störungsfrei». Die Anspannung sei bei vielen Menschen vor Ort aber weiter spürbar. (mke)
21:27
Trump postet Hochrechnung zur Sachsen-Anhalt-Wahl
US-Präsident Donald Trump hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf seinem reichweitenstarken Truth-Social-Account thematisiert. Gepostet wurde dort die Abbildung einer Hochrechnung mit Stand 19.57 Uhr (deutscher Zeit). Trump liess die Balken-Grafik, die den Sieg der AfD zeigt, für sich stehen und kommentierte sie nicht weiter. Die AfD sucht seit längerem immer wieder die Nähe und Kontakt zu Trumps Partei - den Republikanern.

Trumps Sachsen-Anhalt-Beitrag war einer von vielen Posts, die innerhalb kurzer Zeit auf seinem Account zu unterschiedlichen Themen wie Kritik an den Demokraten oder Stärkung seiner eigenen Wählerschaft erschienen. Es kommt immer wieder vor, dass es auf dem Account viele Posts kurz hintereinander gibt. (sda/dpa)

21:23
Weitere ARD-Hochrechnung: BSW bleibt über der Fünf-Prozent-Hürde
Das BSW liegt auch in der aktuellen ARD-Hochrechnung über der Fünf-Prozent-Hürde und würde damit in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen. Die Partei kommt demnach weiter auf 5,1 Prozent.

An der Spitze verliert die AfD leicht und liegt nun bei 44,0 Prozent. Die CDU fällt auf 17,8 Prozent. Drittstärkste Kraft ist derzeit die SPD mit 9,1 Prozent – knapp vor der Linken mit 8,8 Prozent und den Grünen mit 8,7 Prozent.

AfD: 44,0 Prozent
CDU: 17,8 Prozent
SPD: 9,1 Prozent
Linke: 8,8 Prozent
Grüne: 8,7 Prozent
BSW: 5,1 Prozent
FDP: 2,3 Prozent


(mke)
21:20
Expertin rechnet mit Öffnung der CDU zur Linken
Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele rechnet nach der Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt mit einer Öffnung der Partei zur Linken. Die CDU könne gar nicht anders, als eine Duldung durch die Linke zu akzeptieren, sagte Römmele gegenüber ZDFheute. «Die CDU kann gar nicht anders als zu sagen, wir dulden die Linke.» Römmele kritisierte, dass die CDU diese Frage nicht schon früher geklärt habe. Nun stehe die Partei mit dem Rücken zur Wand. Gleichzeitig geht sie davon aus, dass in der CDU auch Debatten über eine Öffnung in Richtung AfD beginnen werden.

Die Demokratieforschung zeige klar, wie Demokratien sterben, so Römmele. Entscheidend sei dabei, wie sich das konservative, bürgerliche Lager gegenüber rechtspopulistischen Parteien positioniere. (mke)
21:18
Auschwitz-Überlebende warnt nach AfD-Erfolg
Die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees, Eva Umlauf, zeigt sich nach dem AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt alarmiert. Die 83-jährige Auschwitz-Überlebende zog gegenüber dem ZDF Parallelen zum Aufstieg der NSDAP in den frühen 1930er Jahren. «Dieses Wahlergebnis macht uns Angst!» Dass noch einmal in einem deutschen Landesparlament eine rechtsextreme Partei als stärkste Fraktion Platz nehmen werde, hätten Überlebende des Holocaust nie für möglich gehalten, sagte Umlauf. Man werde weiter für Demokratie und Erinnerung kämpfen – das sei man den ermordeten Angehörigen und den jungen Menschen in Deutschland schuldig. (mke)
21:17
Viele Wählende sehen Wahl als Denkzettel für Berlin
Die Bundespolitik hat die Wahl in Sachsen-Anhalt offenbar stark mitgeprägt. Laut infratest dimap stimmen 59 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Aussage zu, die Bundesregierung habe bei der Landtagswahl einen «Denkzettel» verdient.

Besonders gross ist diese Haltung unter AfD-Wählenden: 89 Prozent von ihnen sehen die Wahl als Denkzettel für Berlin. Bei Linke-Wählenden sind es 41 Prozent, bei CDU-Wählenden 30 Prozent, bei SPD-Wählenden 26 Prozent und bei Grünen-Wählenden 10 Prozent.

Gleichzeitig trauen nur 20 Prozent der Wählerinnen und Wähler der Bundesregierung zu, das Land in den nächsten Jahren wirklich voranzubringen. Unter CDU-Wählenden liegt dieser Wert bei 53 Prozent, unter SPD-Wählenden bei 46 Prozent. Bei AfD-Wählenden sind es nur 6 Prozent. (mke)
21:07
Chrupalla: «Wir haben die CDU halbiert»
AfD-Bundeschef Tino Chrupalla sieht im Ergebnis von Sachsen-Anhalt einen klaren Regierungsauftrag für seine Partei. Die AfD sei gesprächsbereit mit allen, «die es gut mit Sachsen-Anhalt meinen», sagte Chrupalla. «Wir haben die CDU halbiert.» Auch eine knappe Mehrheit würde der AfD aus seiner Sicht reichen. Die Partei werde in Sachsen-Anhalt auch mit nur einer Stimme Mehrheit regieren, so Chrupalla. (mke)

21:04
Proteste gegen AfD-Erfolg in mehreren Städten
Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt haben in mehreren deutschen Städten Menschen gegen die Partei demonstriert. In Frankfurt am Main gingen nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen auf die Strasse. Sie forderten, ein Verbotsverfahren gegen die AfD zu prüfen.

Auch in Berlin demonstrierten am Abend Hunderte Menschen. Ein Protestzug unter dem Motto «Demokratie verteidigen! – AfD-Verbot jetzt!» führte durch das Regierungsviertel bis zur Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Auch am Brandenburger Tor versammelten sich Menschen.

Für Montagabend ist dort bereits eine grössere Kundgebung angemeldet. Die Polizei rechnet ab 18 Uhr mit rund 5000 Teilnehmenden. (mke)
21:02
BSW-Einzug laut ARD wahrscheinlicher geworden
Der Einzug des BSW in den Landtag von Sachsen-Anhalt ist laut ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn wahrscheinlicher geworden. Sicher sei er aber weiterhin nicht. In der aktuellen Hochrechnung von infratest dimap liegt das BSW bei 5,1 Prozent. Die Chancen auf den Einzug ins Parlament würden derzeit auf 70:30 taxiert.

Damit könnte es bei der Wahl des Ministerpräsidenten zu einer komplizierten Konstellation kommen. Laut Hochrechnung von 20.40 Uhr käme die AfD auf 39 Mandate, die vier übrigen Parteien ohne BSW auf 40 Mandate. Weder die AfD allein noch ein mögliches Zusammenwirken von CDU, Grünen, SPD und Linke hätte damit im ersten oder zweiten Wahlgang sicher eine Mehrheit.

Entscheidend werden könnte deshalb ein dritter Wahlgang. Dann werden Enthaltungen laut Landesverfassung nicht mitgezählt. Eine Enthaltung des BSW könnte je nach Mandatsverteilung sowohl eine Wiederwahl von Sven Schulze von der CDU als auch eine Wahl von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ermöglichen. (mke)
20:59
Expertin sieht Mitverantwortung bei Merz
Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele sieht Bundeskanzler Friedrich Merz in der Mitverantwortung für die schwere CDU-Niederlage in Sachsen-Anhalt. Merz gebe vielen Menschen nicht das Gefühl, ihre Sorgen und Nöte ernst zu nehmen, sagte Römmele gegenüber ZDFheute. «Merz hat einen grossen Anteil an diesem Ergebnis.» Der Kanzler sei innerparteilich nun «maximal angezählt», so Römmele weiter. Nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern in zwei Wochen dürften ihrer Einschätzung nach «die Diskussions-Dämme brechen». Derzeit sehe sie allerdings niemanden, der in dieser Situation nachrücken könnte. (mke)
20:55
CDU-Politiker sieht Regierungsauftrag bei AfD
Unions-Fraktionsvize Sepp Müller sieht nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt den Auftrag zur Regierungsbildung bei der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU bleibe zunächst geschäftsführend im Amt, sagte Müller im ZDF.

Das Abschneiden seiner Partei bezeichnete Müller als «historische Niederlage» und als «schwarzen Tag» für die CDU. Für die Partei könne es nun «kein Weiter-so» geben.

Müller hatte bereits vor der Wahl für Kritik gesorgt, weil er der AfD auch ohne eigene Mehrheit einen Regierungsauftrag zugesprochen hatte. Üblicherweise reklamiert die stärkste Partei diesen Auftrag für sich. Ob sie am Ende auch eine Mehrheit organisieren und tatsächlich eine Regierung bilden kann, ist damit aber offen. (mke)
20:52
Kubicki spricht von «bitterem Tag» für die FDP
FDP-Chef Wolfgang Kubicki wertet das Ausscheiden seiner Partei aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt auch als persönliche Niederlage. Die Freien Demokraten regierten dort bislang gemeinsam mit CDU und SPD. «Es ist ein bitterer Tag für die gesamte Partei und es ist besondererweise auch ein bitterer Tag für mich.» Die FDP verliere in Sachsen-Anhalt Regierungsverantwortung und habe eine weitere Wahl in diesem Jahr verloren, sagte Kubicki. Die Wahlschlappe werde die Partei aber nicht davon abhalten, wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor werden zu wollen. (mke)

20:49
Begrich spricht von «Belastungsprobe für die Demokratie»
Pascal Begrich, Geschäftsführer des Vereins Miteinander e.V. in Magdeburg, sieht im Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt eine historische Zäsur. Dass mehr als 40 Prozent eine rechtsextreme Partei wählten, sei eine Belastungsprobe für die Demokratie, sagte Begrich dem ZDF. «Es ist eine Belastungsprobe für die Demokratie.» Eine mögliche AfD-Regierung wäre laut Begrich eine ernsthafte Bedrohung für Menschen mit Migrationsgeschichte, Engagierte vor Ort und die Zivilgesellschaft. Sie alle benötigten nun Ermutigung und Unterstützung. (mke)
20:43
Vierte Hochrechnung: BSW legt leicht zu – CDU sackt weiter ab
In der neusten ARD-Hochrechnung gibt es erneut Bewegung. Das BSW kommt erstmals seit der ersten Prognose nicht mehr auf genau 5,0 Prozent, sondern legt leicht auf 5,1 Prozent zu. Für die AfD ist das mit Blick auf eine mögliche absolute Mehrheit eine schlechte Nachricht.

Die AfD verliert leicht und liegt nun bei 44,2 Prozent. Auch die CDU fällt weiter zurück und kommt nur noch auf 18,0 Prozent. Die Ergebnisse im Überblick:

AfD: 44,2 Prozent (+23,4)
CDU: 18,0 Prozent (-19,1)
Linke: 9,0 Prozent (-2,0)
SPD: 9,0 Prozent (+0,6)
Grüne: 8,6 Prozent (+2,7)
BSW: 5,1 Prozent (+5,1)
FDP: 2,3 Prozent (-4,1)
20:39
SPD-Spitzenkandidat spricht von «respektablem» Ergebnis
SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann will das Abschneiden seiner Partei in Sachsen-Anhalt nicht schlechtreden lassen. Viele hätten im Vorfeld darüber spekuliert, ob die SPD überhaupt wieder in den Landtag einziehe, sagte er. «Dieses Ergebnis lassen wir uns nicht kleinreden.» Die SPD liegt in den Hochrechnungen derzeit bei knapp neun Prozent und damit ungefähr auf dem Niveau der letzten Wahl. (mke)

20:35
Günther spricht von «erschütterndem Moment»
Auch Schleswig-Holsteins CDU-Landeschef Daniel Günther bezeichnet das Ergebnis in Sachsen-Anhalt als «Zäsur für Deutschland». Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs liege mit der AfD eine Partei nahe an der absoluten Mehrheit, deren Landesverband als gesichert rechtsextrem gelte, sagte Günther dem NDR.«Das ist ein erschütternder Moment.»Die Verluste der CDU in Sachsen-Anhalt seien dramatisch, so Günther weiter. Die Gründe dafür müsse die gesamte CDU nun analysieren und aufarbeiten. (mke)

20:32
Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Erfolg
Der Zentralrat der Juden zeigt sich entsetzt über das starke Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt. Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei sei in einem deutschen Bundesland nur knapp von einer Alleinregierung entfernt, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der «Welt». «Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt.» Schuster sagte weiter, es sei in den vergangenen Monaten klar ersichtlich gewesen, welche Ziele die AfD verfolge. Wer die Partei dennoch gewählt habe, trage Verantwortung für dieses Ergebnis. Auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, äusserte sich erschüttert. Das Wahlergebnis mache ihr Angst. (mke)
20:30
Viele fühlen sich als «Bürger zweiter Klasse»
Das starke AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt dürfte auch mit Frust über die Bundespolitik zusammenhängen. Daten von infratest dimap aus dem Jahr 2024 zeigen, dass sich viele Menschen in Ostdeutschland weiterhin zu wenig gesehen fühlen.

In Sachsen-Anhalt stimmten damals 73 Prozent der Aussage zu, Ostdeutsche seien an vielen Stellen immer noch «Bürger zweiter Klasse». Auch das Gefühl, Politik und Wirtschaft würden zu stark von Westdeutschen bestimmt, ist in Ostdeutschland weit verbreitet. (mke)
20:26
Männer wählen AfD deutlich häufiger als Frauen
Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Laut einer Projektion von infratest dimap/ARD wählten 50 Prozent der Männer die AfD, bei den Frauen waren es 40 Prozent.

Umgekehrt schnitten CDU, Linke, SPD, Grüne und BSW bei Frauen jeweils leicht besser ab als bei Männern. Besonders auffällig ist der Unterschied beim BSW: 6 Prozent der Frauen wählten die Partei, aber nur 4 Prozent der Männer. (mke)
20:25
Hochrechnungen: Rekord-Beteiligung bei Sachsen-Anhalt-Wahl
Die Beteiligung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist nach Hochrechnungen der Sender ARD und ZDF auf ein Rekordniveau für das ostdeutsche Bundesland geklettert.

Nach den Zahlen beteiligten sich rund 78 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung. Die bislang höchste Beteiligung bei einer Wahl des Landtags - des Parlaments des Bundeslandes - in Sachsen-Anhalt seit der deutschen Wiedervereinigung gab es 1998 mit 71,5 Prozent.

Gegenüber der vorherigen Wahl im Jahr 2021 ging es deutlich nach oben. Damals lag die Wahlbeteiligung am Ende bei 60,3 Prozent - dieser Wert wurde diesmal nach einem Zwischenstand der Landeswahlleitung bereits am späten Nachmittag und vor Einberechnung der Briefwahlstimmen übertroffen. (sda/dpa)
20:20
Dritte Hochrechnung: SPD liegt nun knapp vor den Grünen
In der neuen ARD-Hochrechnung gibt es leichte Verschiebungen: Die SPD kommt nun auf 8,7 Prozent und liegt damit knapp vor den Grünen, die bei 8,5 Prozent stehen.

Die Ergebnisse im Überblick:

AfD: 44,4 Prozent
CDU: 18,2 Prozent
Linke: 9,3 Prozent
SPD: 8,7 Prozent
Grüne: 8,5 Prozent
BSW: 5,0 Prozent
FDP: 2,2 Prozent


Das BSW liegt weiterhin bei genau 5,0 Prozent und muss damit weiter um den Einzug in den Landtag zittern. (mke)
20:17
Reichinnek offen für Gespräche mit CDU
Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek zeigt sich offen für Gespräche mit der CDU in Sachsen-Anhalt. Man sei bereit, mit demokratischen Kräften zu reden, sagte sie im ZDF. Der Ball liege nun bei der Union, diese müsse entscheiden, «auf welcher Seite der Geschichte sie steht».

Mit Blick auf eine mögliche Tolerierung einer CDU-geführten Landesregierung stellte Reichinnek aber Bedingungen. Die Linke werde sich nicht «billig verkaufen» und keine Politik stützen, die «AfD light» sei. Eine mögliche Zusammenarbeit werde die Partei gemeinsam diskutieren. (mke)

20:09
FDP-Spitzenkandidatin Hüskens kündigt Rücktritt an
Nach dem verpassten Wiedereinzug der FDP in den Landtag von Sachsen-Anhalt kündigt Spitzenkandidatin Lydia Hüskens ihren Rücktritt als Landesvorsitzende an. Man müsse nun beraten, ob der Wechsel sofort oder beim Landesparteitag im April erfolgen solle, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Zuvor hatte Hüskens bereits erklärt, nun gehe es für die FDP um den «Wiederaufstieg». Als einen Grund für das schwache Abschneiden nannte sie den starken Fokus auf bundespolitische Themen. Der FDP-Landesverband will am Montag über seine Neuaufstellung beraten. (mke)

20:08
Klingbeil spricht von «Abend, der mich betrübt»
SPD-Chef Lars Klingbeil zeigt sich betroffen über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Gegenüber dem ZDF sprach er von einer «Zäsur» und einem Abend, der ihn betrübe.

Viele Menschen in Sachsen-Anhalt und in ganz Deutschland hätten nun Angst und Sorgen wegen des starken AfD-Ergebnisses, sagte Klingbeil. Die SPD werde sich weiter dafür einsetzen, dass Deutschland weltoffen bleibe. (mke)

20:05
CDU schliesst Koalition mit AfD aus
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat die Niederlage ihrer Partei in Sachsen-Anhalt eingeräumt. Gegenüber der ARD sprach sie von einem «sehr schweren Ergebnis» und einer Niederlage für die Christdemokraten.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Hoppermann kategorisch aus. Die CDU arbeite nicht mit Extremen und «vor allen Dingen nicht mit Rechtsextremen» zusammen. Bundespolitische Konsequenzen sieht sie nicht: Weder über Kanzler Friedrich Merz noch über die Bundesregierung beginne nun eine Debatte. (mke)

20:02
BSW will weder AfD- noch CDU-Kandidaten wählen
Das BSW will nach der Wahl in Sachsen-Anhalt weder AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund noch CDU-Ministerpräsident Sven Schulze zur Mehrheit verhelfen. Das sagte BSW-Co-Chefin Amira Mohamed Ali der Nachrichtenagentur dpa.

Stattdessen wirbt das BSW für einen «überparteilichen Ministerpräsidenten» oder eine «überparteiliche Ministerpräsidentin», der oder die mit wechselnden Mehrheiten regiert. Mohamed Ali sprach von einem «dritten Weg», um die politischen Gräben im Land zu überwinden. (mke)

20:00
Hallervorden gibt Merz Mitschuld an CDU-Debakel
Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden sieht Bundeskanzler Friedrich Merz mitverantwortlich für das schwache CDU-Ergebnis in Sachsen-Anhalt. Merz habe viel Schuld daran, dass man der CDU auch bundesweit nichts mehr zutraue, sagte Hallervorden.

Der 90-Jährige war Gast bei der CDU-Wahlparty in Magdeburg. Er hatte im Wahlkampf für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze geworben, zugleich aber auch den Kurs von CDU und SPD in der Bundesregierung kritisiert. (mke)

19:56
Absolute Mehrheit für AfD noch möglich
Bei der Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt ist weiter alles offen. Laut ARD-Hochrechnung kommt die AfD auf 44,5 Prozent. Das BSW liegt bei genau 5 Prozent und würde damit knapp in den Landtag einziehen.

In diesem Szenario käme die AfD auf 39 Sitze, für eine absolute Mehrheit wären 42 nötig. CDU, SPD, Grüne und Linke kämen zusammen nur auf 38 Sitze. Sollte das BSW noch aus dem Landtag fallen, würde die AfD auf 41 Sitze kommen – und damit nur noch einen Sitz unter der absoluten Mehrheit liegen. (mke)
19:47
Linken-Spitzenkandidatin enttäuscht über AfD-Ergebnis
Eva von Angern, Spitzenkandidatin der Linken in Sachsen-Anhalt, zeigt sich enttäuscht über das starke Abschneiden der AfD. Gegenüber dem ZDFsagte sie: «Ich bin vor allem über den blauen Balken sehr enttäuscht». Das Ergebnis bestätige nun jene Menschen, die berechtigterweise Angst vor einem solchen Ausgang gehabt hätten, so von Angern. Die Linke liegt in den Hochrechnungen derzeit bei rund neun Prozent. (mke)

19:44
BSW-Mitglied will überparteilichen Ministerpräsidenten
Beim BSW ist weiter offen, ob die Partei den Einzug in den Landtag schafft. Auf der Wahlparty zeigt man sich dennoch bereits offen für ein besonderes Regierungsmodell.

BSW-Mitglied Maximilian Materi sagte dem ZDF, seine Partei strebe keine Koalition mit der AfD an. Ziel sei vielmehr ein überparteilicher Ministerpräsident mit wechselnden Mehrheiten. Dabei sollten neben der AfD auch alle anderen Parteien eingebunden werden. (mke)
19:43
Gewinne und Verluste
So viel haben die Parteien in Prozentpunkten gewonnen oder verloren:

AfD: +23,6
BSW: +4,8
Grüne: +2,8
SPD: +0,2
Linke: -1,8
FDP: -4,0
Andere: -6,7
CDU: -18,9
19:39
SPD-Chefin Bas weist Personaldebatte zurück
SPD-Bundeschefin Bärbel Bas sieht nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt keinen Anlass für Personaldebatten. Die SPD komme laut Hochrechnung auf 8,4 Prozent und habe ihr Ergebnis damit halten können, sagte Bas.

Forderungen nach einem Sonderparteitag oder neuen Vorsitzenden wies sie zurück. Ihre Partei sei zwar diskussionsfreudig, sagte Bas, darum gehe es am Wahlabend aber nicht. Vielmehr müsse es darum gehen, die Reihen zu schliessen und die Demokratie aufrechtzuerhalten. (mke)

19:37
Trauer bei AfD-Gegnern in Magdeburg
In Magdeburg reagieren AfD-Gegner sichtlich betroffen auf die ersten Zahlen. Der politisch engagierte Künstler Eddy Renard zeigte sich gegenüber dem ZDF fassungslos über das starke Abschneiden der AfD. «Woher kommt dieser Hass?», fragte Renard unter Tränen. Ein Rückzug aus dem Politischen sei für ihn dennoch keine Option. Er hoffe nun auf Zusammenhalt – am Wahlabend und darüber hinaus. (mke)
19:31
Unionsfraktionschef Frei spricht von «Zäsur»
Unionsfraktionschef Thorsten Frei bezeichnet das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt als einschneidendes Ereignis. «Das ist eine Zäsur für unser Land,» sagte er gegenüber der ARD. Noch nie habe eine vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Partei eine Mehrheit erreicht.

Das Ergebnis sei selbstverständlich zu respektieren, sagte Frei weiter. Die CDU müsse nun analysieren, warum sie die Menschen mit ihrer Politik nicht erreiche. Eine Debatte über Kanzler Friedrich Merz wies Frei zurück und warnte vor falschen Schlussfolgerungen. (mke)

19:28
AfD punktet bei Kriminalität und Migration
Warum konnte die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze ihr Amt nicht verteidigen? Hinweise liefern Daten von infratest dimap. Demnach schreiben die Wählerinnen und Wähler der AfD deutlich mehr Kompetenz zu als der CDU – vor allem bei Kriminalitätsbekämpfung, Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie bei ostdeutschen Interessen.

Gerade diese Themen dürften für den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt entscheidend gewesen sein. (mke)
19:27
Junge Union fordert Rücktritt des CDU-Landesvorstands
Nach dem schweren Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt fordert die Junge Union Konsequenzen. Der Landesverband beschloss einstimmig, dass der gesamte CDU-Landesvorstand zurücktreten müsse.

Zudem verlangt die Junge Union Neuwahlen des Vorstands. Die CDU liegt in den Hochrechnungen deutlich hinter der AfD. (mke)
19:23
Grünen-Chef sieht Ergebnis als «Auftrag»
Grünen-Bundeschef Felix Banaszak wertet das Abschneiden seiner Partei in Sachsen-Anhalt als wichtiges Signal. Ein relevanter Teil der Wählerinnen und Wähler habe die Grünen gewählt, um eine rechtsextreme Alleinregierung der AfD zu verhindern, sagte er.

Die Grünen seien in den vergangenen Wochen für viele zu einem «Hoffnungsort» geworden. Ob es tatsächlich reiche, die AfD von einer Alleinregierung abzuhalten, werde sich im Verlauf des Abends zeigen. Für die Grünen zeichne sich laut Banaszak aber voraussichtlich das beste Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ab. (mke)

19:01
Zweite Hochrechnung: AfD bei 44,4 Prozent
Die zweite Hochrechnung der ARD ist da. Demnach holt die AfD nun voraussichtlich 44,4 Prozent. Das BSW schafft weiterhin die 5-Prozent-Hürde.

CDU: 18,4 Prozent
AfD: 44,4 Prozent
Linke: 9,3 Prozent
FDP: 2,2 Prozent
SPD: 8,4 Prozent
Grüne: 8,7 Prozent
BSW: 5 Prozent


(cpf)
18:57
Darum sind die CDU-Wähler abgesprungen
Die CDU hat in Sachsen-Anhalt rund 83'000 Wählerinnen und Wähler an die AfD verloren. Woran lag es?

Laut einer Umfrage der ARD fanden 86 Prozent der Abgewanderten, dass die CDU vor der Bundestagswahl viel versprochen, aber wenig davon gehalten habe. Ebenfalls waren 86 Prozent der Meinung, dass die CDU in er Bundesregierung zu wenig für die Senkung von Steuern und Abgaben getan habe. Und schliesslich finden 70 Prozent der übergelaufenen Wähler, dass die Christdemokraten die Interessen der Arbeitnehmer vernachlässigt habe. (cpf)
18:46
Wer wird regieren? Es bleiben zwei Optionen
Die Konstellation CDU, SPD und Grüne schafft es voraussichtlich nicht zu einer Mehrheit. Damit bleiben zwei Optionen: Entweder erreicht die AfD eine absolute Mehrheit, oder es wird eine CDU-geführte Minderheitsregierung gebildet. Diese wäre auf die Hilfe der Linken angewiesen.

Entscheidend für die Regierungsbildung ist, ob es das BSW in den Landtag schafft oder nicht. (hkl)
18:38
AfD hat 157'000 Nichtwähler mobilisiert
Laut vorläufigen Hochrechnungen von ARD kommt das Gros des Wählerzuwachs der AfD von Wahlberechtigten, die bei den letzten Landtagswahlen vor fünf Jahren der Urne ferngeblieben waren. Rund 157'000 ehemalige Nichtwähler hätten diesmal ihre Stimme der AfD gegeben, so die Rechnung von ARD.

Zudem seien rund 83'000 Wählerinnen und Wähler von der CDU zur AfD abgewandert, heisst es weiter. Die FDP verlor 19'000 Stimmen an die gesichert rechtsextreme Partei, die Linke 11'000, und die SPD 7'000. (cpf)
18:36
Weidel sieht klaren Regierungsauftrag für AfD in Sachsen-Anhalt
Die Co-Bundeschefin der rechtspopulistischen AfD, Alice Weidel, sieht nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für ihre Partei einen klaren Regierungsauftrag in dem ostdeutschen Bundesland.

«Das ist ein historisches Ergebnis und es ist ein ganz klarer Regierungsauftrag», sagte Weidel im ZDF nach den Prognosen zur Landtagswahl, denen zufolge die AfD mit deutlichem Abstand vorn liegt. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte vor der Wahl deutlich gemacht, dass er nur regieren will, wenn es für eine Alleinregierung der AfD reicht.

Weidel betonte dagegen: «Die stärkste Partei hat immer den Auftrag, eine Regierung zu bilden.» Siegmund habe immer gesagt, dass die AfD Gespräche anbieten werde. «Unsere Hand ist immer ausgestreckt, um gute Positionen für ein gutes Deutschland und vor allen Dingen hier für ein gutes Sachsen-Anhalt auch mit durchsetzen zu können.» Ob dies durch eine Tolerierung oder eine Koalition geschehe, werde sich noch zeigen. (sda/dpa)

18:31
ARD-Hochrechnung: AfD 44,5 Prozent, BSW 5 Prozent
Laut der ersten ARD-Hochrechnung schafft das BSW die Fünfprozenthürde. Die AfD bleibt bei 44,5 Prozent.

AfD: 44,5 Prozent
CDU: 18,5 Prozent
Linke: 9,4 Prozent
SPD: 8,2 Prozent
Grüne: 8,9 Prozent
BSW: 5,0 Prozent
FDP: 2,1 Prozent


(hkl)
18:30
Amtierender Ministerpräsident Schulze: «Gratuliere dem Wahlsieger»
Sven Schulze, der amtierende CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, zeigte sich nach den ersten Prognosen als sichtlich getroffen: «Ich gratuliere dem Wahlsieger, der AfD.»Man hätte sich in jedem Fall ein besseres Ergebnis gewünscht, so Schulze, und die CDU werde nun mit dem Ergebnis umgehen müssen. In seinen 25 Jahren als Politiker hätte er noch nie einen derart intensiven und harten Wahlkampf erlebt.



Es sei jedoch kein schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt: «Das ist Demokratie. Die Wähler haben ein Zeichen gesetzt, und dieses Zeichen müssen wir nun erkennen.» (cpf)
18:30
Erste ZDF-Hochrechnung: BSW muss zittern
Laut einer ersten Hochrechnung des ZDF wird es für das BSW knapp: Die Partei kommt auf 4,8 Prozent und würde damit nicht in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen.

Die AfD erreicht laut dieser Hochrechnung 44,1 Prozent, die CDU 18,5 Prozent. (hkl)
18:19
Jubel bei der AfD, Fassungslosigkeit bei der CDU
AfD-Kandidat Ulrich Siegmund zeigt sich nach den ersten Prognosen hocherfreut: Zusammen mit Alice Weidel und Timo Chrupalla jubelt der Politiker vor laufender Kamera bei der Verkündung. «Das ist ein Zeichen, dass kaum deutlicher sein kann», so Siegmund. Insbesondere sei es ein Zeichen in Richtung des amtierenden Kanzlers Friedrich Merz, der «jeden Tag einen Tag zu viel im Amt» sei.

Im Kontrast dazu steht CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann: Sie ringt im Interview mit ARD sichtlich mit Worten, um das desaströse (prognostizierte) Ergebnis zu erklären. Es sei der CDU offensichtlich nicht gelungen, die Menschen mit ihrer Politik zu erreichen.

(cpf)
18:13
Prognose von ZDF zeigt ähnliche Ergebnisse
Nach den Prognosen von ZDF kommt die AfD auf 44 Prozent, also einen halben Prozentpunkt weniger als bei der Prognose von ARD. Die CDU kommt demnach auf 18,5 Prozent. (hkl)
18:00
Erste Prognose: AfD holt 44,5 Prozent
Nach ersten Prognosen von ARD verliert die CDU voraussichtlich die Hälfte ihrer Stimmen und holt sich 18,5 Prozent, während die AfD auf 44,5 Prozent kommt. Sowohl die Linke als auch die SPD erreichen nach der Prognose beide 9 Prozent, während die FDP die 5-Prozent-Hürde nicht erreicht. Das BSW schafft diese knapp und würde somit, sollte die Prognose zutreffend sein, in den Landtag einziehen. Die Grünen kommen auf 9 Prozent.

Das BSW hatte angekündigt, offen gegenüber einer Koalition mit der AfD zu sein. Doch allein die beiden Parteien kämen momentan nicht auf genügend Sitze, um eine Mehrheitsregierung zu bilden.

Weiter geht das ARD davon aus, dass die Wahlbeteiligung noch weiter auf bis zu 76 Prozent steigen wird. (cpf)

17:48
Über 500 Journalisten vor Ort
Die Wahlen in Sachsen-Anhalt beschäftigen nicht nur Deutschland, sondern auch ein breites internationales Publikum. Über 500 Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt sind angereist, um vor Ort berichten zu können, heisst es in der ARD-Sondersendung.
17:16
Das plant die AfD
Die AfD hat in Sachsen-Anhalt einen 100-Tages-Plan aufgestellt, den sie umsetzen will, falls sie den Ministerpräsidenten stellen kann. Das steht in ihrem Wahlprogramm:
16:57
Höhere Wahlbeteiligung als 2021
Die Wahlbeteiligung lag bis 16 Uhr bereits über der vom gesamten Wahltag vor fünf Jahren. Damals betrug die Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt 41 Prozent, insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent, berichtet die deutsche Tagesschau. Um 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 65,3 Prozent. (hkl)

16:23
Regierungsbildung könnte kompliziert werden
Das heutige Wahlergebnis entscheidet für die CDU über mehr als nur das Abschneiden gegenüber der AfD. Im Fokus steht die generelle Mehrheitsfähigkeit potenzieller Koalitionen.

Aufgrund des Unvereinbarkeitsbeschlusses der Union mit der AfD und der Linkspartei droht eine komplizierte Regierungsbildung, sollten weder die AfD eine absolute Mehrheit noch ein Dreierbündnis aus CDU, SPD und Grünen eine parlamentarische Mehrheit erzielen. (hkl)
16:18
AfD dominiert Umfragen mit deutlichem Vorsprung
Die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD Sachsen-Anhalt mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund dominierte die Umfragen mit deutlichem Vorsprung vor der CDU mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze.

Die AfD steht seit Wochen bei um die 40 Prozent. Als zweitstärkste Kraft kommt die CDU aktuell auf 23. Die Linke erhält in der aktuellsten Umfrage 11,5 Prozent, während die SPD 8,5 Prozent und die Grünen auf sechs Prozent kommen.

Die FDP und das BSW müssen laut der letzten Umfrage vor der Wahl um den Einzug in den Landtag von Magdeburg bangen. (hkl)
16:08
Erste Prognosen um 18 Uhr
Um 18 Uhr schliessen die Wahllokale am Sonntag in Sachsen-Anhalt. Danach beginnt die Stimmauszählung.

Um dieselbe Uhrzeit veröffentlichen die Sender ARD und ZDF erste Prognosen, basierend auf Nachwahlbefragungen. Im Laufe des Abends folgen erste Hochrechnungen. (hkl)
14:56
AfD-Siegmund fährt mit Moped zur Urne
Am Vormittag traten auch die Spitzenkandidaten in ihren Wohnorten an die Wahlurnen. Siegmund fuhr in seiner Heimatstadt Tangermünde gemeinsam mit seiner Ehefrau auf einer blauen Simson zum Wahllokal. Auf dem Moped war Siegmund schon im Wahlkampf immer wieder unterwegs, unter anderem für Ausfahrten mit Wählerinnen und Wählern. Ministerpräsident Schulze, wählte ebenfalls gemeinsam mit seiner Frau. «Dann warten wir mal ab», sagte er nach seiner Stimmabgabe. (sda/dpa)
14:53
Hohe Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt
Das Interesse an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist gross – bis zum frühen Nachmittag hatte schon mehr als jeder Zweite seine Stimme abgegeben. Um 14.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur 27,1 Prozent, 2016 lag sie bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hiess es. Die Wahlbeteiligung wird zu diesen Zeitpunkten ohne Briefwahl festgestellt. Zur Wahl sind rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen.

Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet. (sda/dpa)

(hkl)

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900 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wolf Rabe
06.09.2026 15:01registriert Februar 2015
"Historisches"? Wieder mal Nazis am Ruder? Gab's schon, und das nicht nur in einem Bundesland.
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malloc
06.09.2026 14:56registriert Januar 2025
Ich hoffe, dass die Vernunft in Sachen-Anhalt obsiegt und nicht eine „gesichert rechtsradikale“ Partei eine Mehrheit bekommt. Die AfD ist keine Alternative!!
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Pafeld
06.09.2026 20:47registriert August 2014
Immerhin macht diese Wahl etwas unmissverständlich deutlich: Nämlich dass die Behauptung, dass es SPD, Grüne oder PdL wären, die der AfD den Boden bereiten würden, endlich widerlegt ist. Die Gewinne der AFD entsprechen bis fast auf die Nachkommastelle den Verlusten von CDU und FDP. Offenbar hat es doch Konsequenzen, wenn mitte-bürgerliche Politik zu 99% aus Selbstbereicherung und Phrasendrescherei besteht.
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