Danger Dan im Fokus: Private AfD-Adressen landen im Internet
Während in Deutschland über den Song «Keine Angst» des Musikers Danger Dan diskutiert wird, ist bei der AfD Hamburg eingetreten, was das Lied beschreibt: Die Adressen von drei Politikern der Partei tauchen im Internet auf.
Nach Darstellung der Partei erschien der Beitrag am Donnerstag (16. Juli) auf der Plattform Indymedia, die der Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft – einen Tag vor dem Erscheinen des Liedes. Als «Faschisten» bezeichnet, wurden dort drei Hamburger AfD-Politiker mit Namen, Funktion und privater Anschrift geführt und mit ausführlichen politischen Bewertungen versehen. Betroffen sind den Angaben zufolge Mandats- und Vorstandsträger aus mehreren Bezirken, unter ihnen ein Bürgerschaftsabgeordneter. Bei einem der Betroffenen tauchten der Partei zufolge kurz darauf in seinem Wohnumfeld Aufkleber auf, die sein Foto und die genaue Adresse zeigten.
AfD Hamburg schaltet nach Veröffentlichung Polizei ein
Brisant ist der Vorgang, weil eben solche Methoden im Song von Danger Dan vorkommen – jenem Lied, dessen Ausstrahlung das ZDF zuvor abgelehnt hatte. Die Veröffentlichung persönlicher Daten im Netz, das sogenannte Doxing, greift der Text ausdrücklich auf. Dort heisst es: «Faschos leben abgeschottet, sie leben im Wahn / Mit Argumenten kommt man meistens nicht mehr an sie ran / Die Erfahrung zeigt, dass aber trotzdem doch etwas passiert / Wenn man ihr gesamtes Umfeld kontaktiert / Früher nannte man so etwas 'Outingaktion' / Es hing'n Flyer und Plakate in den Vierteln, wo sie wohn'n / Mit Fotos und Funktion'n, mit Nam'n und mit Adressen».
Solche «Outingaktionen» hat die Hamburger AfD nach eigenen Angaben schon früher erlebt. Im aktuellen Fall habe man die Polizei eingeschaltet, die betroffenen Mandatsträger hätten Anzeige erstattet, sagte Fraktionssprecherin Lucie Antoniadis.
Ausgelöst hatte die Debatte die Entscheidung des ZDF, Danger Dan und den Pianisten Igor Levit von der 100. Ausgabe der Kabarettsendung «Die Anstalt» auszuladen. Der Sender begründet dies damit, dass Teile des Songs – Levit sollte Danger Dan am Klavier begleiten – als Aufruf zu Gewalt gegen Rechtsradikale gelesen werden könnten.

