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Alain Berset über Trumps Grönland-Plan: «Es steckt mehr dahinter»

epa12595693 The Secretary General of the Council of Europe, Alain Berset, arrives for a meeting of the Council of Europe at the World Forum in The Hague, Netherlands, 16 December 2025. During the conf ...
Vermutet einen grösseren Plan hinter Trumps Grönland-Ambitionen: Alain Berset.Bild: keystone

Berset über Trumps Grönland-Plan: «Es steckt mehr dahinter»

Alt-Bundesrat Alain Berset hat in seiner Rolle als Generalsekretär des Europarats die Pläne von Donald Trump zur Übernahme Grönlands ungewöhnlich scharf kritisiert.
19.01.2026, 13:5520.01.2026, 01:43

Es ist diplomatisch gesehen ein Tabubruch: In einem Gastbeitrag in der «New York Times» warnt Alain Berset eindrücklich vor Donald Trumps Grönland-Fanatismus. Der ehemalige Schweizer Magistrat wählt klare Worte:

«Als ich vor etwas mehr als einem Jahr mein Amt als Generalsekretär des Europarats antrat, hätte ich nie gedacht, dass ich je über die Möglichkeit schreiben müsste, dass die Vereinigten Staaten militärisch gegen einen Mitgliedstaat vorgehen könnten.»

Trump wolle eine Rückkehr zu geopolitischer Machtpolitik auf Kosten des Völkerrechts, schreibt der ehemalige SP-Magistrat. Trump hatte angekündigt, Grönland notfalls auch mit Druck oder Gewalt den USA einverleiben zu wollen.

Zwar berufe sich die US-Regierung auf Sicherheitsinteressen, doch diese liessen sich laut Berset bereits heute durch bestehende Militärabkommen mit Dänemark abdecken.

«Die USA unterhalten auf Grönland seit Jahren militärische Infrastruktur und könnten ihre Präsenz ausweiten, ohne dänische Souveränität infrage zu stellen. Das legt nahe, dass mehr dahintersteckt.»

Ein Testfall für die Weltordnung

Der Schweizer alt-Bundesrat sieht hinter Trumps Vorstoss die Rückkehr einer Logik aus dem Kalten Krieg: Einflusssphären statt Selbstbestimmung, strategische Abschreckung statt demokratische Entscheidung.

Die Sorge, ein unabhängiges Grönland könnte sich Russland oder China annähern, dürfe kein Vorwand sein, um internationales Recht auszuhöhlen, betont Berset.

Wenn internationales Recht beiseitegeschoben werde, sobald es unbequem würde, werde Vertrauen zerstört. Und ohne Vertrauen zerfallen Bündnisse, warnt Berset. Er sagt:

«Völkerrecht ist entweder universell – oder bedeutungslos.»

Grönland sei damit mehr als ein geopolitischer Streitfall. «Es ist ein Testfall für die regelbasierte Weltordnung.»

Berset war von 2012 bis 2023 Mitglied des Schweizer Bundesrats und gehörte der Sozialdemokratische Partei der Schweiz an. Seit 2024 steht er als Generalsekretär dem Europarat vor, der sich dem Schutz von Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa verschrieben hat. (kma)

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Trump empfängt Putin in Alaska
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