Donald Trump ist sich nicht sicher, ob er die richtige Wahl getroffen hat. Einen Monat nachdem der republikanische Präsidentschaftskandidat den Senator J.D. Vance aus Ohio zu seinem Vize erkor, mehren sich die Zweifel an dieser Personalie. Angeblich soll Trump selbst äusserst erzürnt über seine «furchtbare» Entscheidung sein, den jungen Politiker zu seinem designierten Nachfolger zu ernennen.
In seiner opulenten Residenz Mar-a-Lago in Palm Beach (Florida) beschwere sich der Ex-Präsident ständig über den vierzig Jahre alten Vance - auch wenn es für einen Austausch seines Vizes wohl zu spät ist. Dies berichtete die britische Boulevardzeitung «Daily Mail» am Mittwoch.
Nun sind solche Meldungen mit Vorsicht zu geniessen. So ist es nicht unbedingt neu, dass der Privatmensch Trump zu heftigen Wutausbrüchen neigt. Er scheint ständig nach Sündenböcken zu suchen. Bekannt ist auch seine Frustration, dass er in den vergangenen Wochen die Kontrolle über den Präsidentschaftswahlkampf 2024 verloren hat. Gemäss den neusten Umfragezahlen liegt der Republikaner nun in denjenigen Bundesstaaten, die im amerikanischen Wahlsystem letztlich das Rennen um das Weisse Haus entscheiden werden, hinter seiner Rivalin Kamala Harris.
Vielleicht aber noch wichtiger: Die Kampagne der Demokraten, Vance als einen rechten Extremisten mit absonderlichen Positionsbezügen zu charakterisieren, scheint funktioniert zu haben. Die Sympathiewerte des ehemaligen Buchautors und Militärveteranen sind seit dem Ende des republikanischen Parteitags eingebrochen.
Besonders sauer stiessen im breiten Publikum Aussagen auf, die Vance in der Vergangenheit über Familienpolitik gemacht hatte. Er beschwerte sich darüber, dass immer mehr Personen an den Schalthebeln der Macht keine eigenen Kinder hätten. Auch riss er Witze über angeblich unglückliche, alleinstehende Frauen, die er als «kinderlose Katzen-Damen» («childless cat ladies») beschimpfte. Zu dieser Gruppe zählte er auch Harris.
JD Vance says women who haven’t given birth like Kamala Harris are “childless cat ladies who are miserable at their own lives,” and have “no direct stake” in America. pic.twitter.com/3DJY3pQTGe
— Ron Filipkowski (@RonFilipkowski) July 22, 2024
Aber natürlich wäre es unfair, Vance allein für diese anhaltende Umfrage-Baisse der Republikaner verantwortlich zu machen. Erstens spielt der Vize-Kandidat normalerweise keine allzu grosse Rolle bei der Wahlentscheidung eines Durchschnittsamerikaners. Und zweitens ist es Trump selbst, der im Scheinwerferlicht steht und dort keine allzu gute Figur abgibt. So wurde der 78 Jahre alte Ex-Präsident zuletzt, auch von Verbündeten, für seinen passiven Wahlkampf kritisiert. Auch sagten Republikaner, er solle auf persönliche Kritik an Harris verzichten. Diesen Anregungen mochte Trump aber bisher nicht folgen. (aargauerzeitung.ch)
Es scheint, als möchte er halt sein Schüüfeli (sicher das greateste und besteste Schüüfeli ever) nicht hergeben.
und das ist gut so!
WEITER SO, Donnie, Du schaffst es!! 🎉💪🏻
Vielleicht entsteht ja aus den Trümmern ein echte Mehrparteiensystem. Amerika hätte es bitter nötig.